Wolf Kahlen - Video Tapes 1969-2000Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe |
Eine Ausstellung im ZKM | Medienmuseum, Projektraum
Eröffnung Sa 02.07. um 19:00 in der Ausstellung
Wolf Kahlen, in diesem Jahr 70 Jahre alt geworden, gehört zu den wichtigsten deutschen Videopionieren. Seine Arbeit »S.C.H.A.F.E« von 1975 war im letzten Jahr einer der Publikumslieblinge in der ZKM-Ausstellung »RECORD > AGAIN! 40Jahrevideokunst.de - Teil 2.«
Als Kahlen Mitte der 60er Jahre als junger DAAD-Stipendiat in New York erstmals mit dem damals neuen Medium Video in Berührung kam, war ihm sofort klar, dass dies die Technik für seine Kunst werden sollte. Ein Medium, das nach seiner Auffassung schwer greifbar ist, das subjektiv und auch rahmenlos ist.
So flaniert der Besucher gleich zu Beginn der Ausstellung an der Projektion »Kyoto - Raw Material On Sublime Beauty« vorbei, die überwiegend aus japanischen Straßenszenen besteht und mit ihrer Länge von fast 12 Stunden nie fassbar wird. Sie soll es auch nicht werden.
Denn die Kamera war und ist für Kahlen ein umherschweifendes Auge, das sucht, aber auch zuweilen den Zufall findet, das dokumentiert und doch etwas völlig anderes hervorbringt als die Kamera eines Dokumentarfilmers. Das Medium hat für ihn vielmehr etwas Intimes, seine Videowerke halten Zwiesprache mit dem einzelnen Betrachter.
So zeigte Wolf Kahlen bereits 1975 seine Arbeiten auf Bildschirmen in schwarzen Zelten, die er in der Galerie aufgeschlagen hatte, so als ob er die Werke für viel zu kostbar halten würde, um sie gleichzeitig zu vielen Augen auszusetzen. Damals waren es die ersten 25 Arbeiten, inzwischen sind es fast 160 Bänder geworden, von denen viele seit Mitte der 1980er Jahre auf langen Reisen durch Asien entstanden.
Und wieder besitzt die Ausstellungsarchitektur etwas Intimes. Der Blick auf transparente weiße Stoffbahnen lässt zunächst nur erahnen, was im Saal dahinter auf Flachbildschirmen und einer Beamer-Projektion abläuft. Doch sobald der Besucher den Raum betritt, befindet er sich in einem »Audiovisuellen Reading-Room«, einem Ort des ruhigen und ungestörten Studierens. Monitore und Projektion sind so arrangiert, dass einem kaum jemand über die Schulter schauen kann. Und überall liegt das fast 500seitige Werksverzeichnis aus, das Kahlen für diese Retrospektive herausgebracht hat. Aber man wird das Werk weder in allen Facetten noch in seiner Gänze erfassen können. Doch es ist alles da.
Ergänzt wird die Ausstellung durch sechs Videoskulpturen, darunter zwei aus der Sammlung des ZKM | Medienmuseums, die für diesen Anlass restauriert wurden und so seit vielen Jahren erstmals wieder zu sehen sind.
Kuratiert von Christoph Blase
Katalog: „Wolf Kahlen. VideoTapes 1969 – 2010“, hrsg. von Wolf Kahlen, 487 S. mit zahlreichen Abb., Edition Ruine der Künste Berlin.
Die Ausstellung ist in veränderter Form auch im der Berliner Ruine der Künste (bis 31.7.2010), im Folkwang Museum Essen (bis 01.08.2010) und im WRO Art Center, Wrocław/Polen (ab 08.09.2010) zu sehen.
Weitere Informationen: www.zkm.de/ausstellungen
Termine
momentan sind keine Termine eingetragenKontakt:
76135 Karlsruhe
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Tickets: (0721) 81001200
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