Georg Eggers alias GrögWo denken Sie hin?Till Hofmann |
Georg Eggers alias Grög
Wo denken Sie hin?
Oder: Literarisches Kabarett auf der Suche nach menschlicher Vernunft in der Lebensphase zwischen Koitus und Exitus unter besonderer Würdigung des totalen Scheiterns.
Eigentlich ist doch alles ganz einfach: Der Mensch wird infolge Koitus zuerst einmal geboren und verstirbt zuletzt ganz unausweichlich per Exitus. Warum also muss er sich in der Zwischenzeit im Leben so wahnsinnig anstellen?
Georg Eggers alias „Grög!“ ist Leben, Wahn und Sinn in seinem Nummernprogramm aus dramatischer Lyrik und exzentrischer Prosa stets knapp auf den Versen. Und erörtert die ganz großen Fragen (Woher? Wohin? Und wozu überhaupt?) bevorzugt anhand tierischer Protagonisten wie promisker Nebelkrähen, schwuler Hirsche oder depressiver Krokodile. Denn das sichert ihm als Dichter den gleichen Vorteil, den der Metzger gegenüber einem Kannibalen besitzt: Es gibt keinen organisierten Widerstand der Verwursteten.
Zwischendurch kommen aber auch Laub blasenden Früh-(morgens-um-sechs-)Rentner ebenso wie impertinent verliebte rolltreppen-verstopfende Händchenhalter oder dilettantisch heimwerkende Möbel-Selbst-Aufbauer zu einer mitunter recht lauten, aber doch irgendwie lyrischen Würdigung.
„Der Spiegel“ hat ihn für all das zu den „bizarren Erscheinungen unter den Dichtern und Verrenkern“ gezählt, die Süddeutsche Zeitung meint, er „überzeugt mit seinem Jandl-gleichen 'Krakri, krakrä'“ und sei in der Lage, ein Kultur-Café innerhalb weniger Minuten in ein Tollhaus zu verwandeln. Und das Publikum der Poetry-Slams in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat seine lyrischen Entgleisungen dutzendfach mit billigen Spirituosen, Blähton-Skulpturen und mehreren Kilogramm Münzgeld ausgezeichnet.
Motor des Spektakels scheint eine latent spürbare Unausgeglichenheit des Dichters zu sein, für die aber nach dessen eigener Auskunft allein ein Mangel an Kaffee verantwortlich ist. Welcher wiederum der grassierenden Verkalkung der Landeshauptstadt München geschuldet sein soll. Aber das lassen sie sich am besten von ihm selbst erklären.
Besuchen Sie auch die Website: http://www.groeg.de
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