Auf der anderen SeiteZeitgenössisches Stück. Von Fatih Akin.Westfälisches Landestheater |
Nejat ist ein türkeistämmiger Germanistikprofessor, der damit konfrontiert wird, dass sein Vater Ali eine Beziehung mit einer türkischen Prostituierten, Yeter, beginnt. Bei einem Streit tötet Ali seine neue Partnerin und wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nejat reist daraufhin in die Türkei, um nach Yeters Tochter Ayten
zu suchen.
Aufgrund ihrer politischen Aktivitäten flieht Ayten zeitgleich nach Deutschland, wo sie sich mit der Studentin Lotte anfreundet. Deren Mutter Susanne beobachtet das mit Misstrauen. Als Ayten ausgewiesen und, zurück in der Türkei, verhaftet wird, reist Lotte ihr nach, um ihr zu helfen. Bei einem tragischen Unfall kommt sie ums Leben.
Überwältigt von ihrer grenzenlosen Trauer reist Susanne ebenfalls in die Türkei, um auf den Spuren ihrer Tochter, sich dieser zu nähern. Dabei begegnet sie Nejat, bei dem Lotte einige wenige Tage gewohnt hat. Während Susanne sich um die aus dem Gefängnis entlassene Ayten kümmert, reist Nejat an den Ort, in den sein Vater sich nach seiner Abschiebung zurückgezogen hat.
Es ist das Schicksal, das die Menschen umeinander kreisen lässt, das sie zueinander führt. Doch genauso ist es die Ironie des Lebens, die dazu führt, dass die füreinander Bestimmten sich nicht erkennen. Bevor nicht alle Versöhnungen stattgefunden haben, können sie sich nicht begegnen.
2007 realisierte Akin mit "Auf der anderen Seite" den zweiten Teil seiner "Liebe, Tod und Teufel"-Trilogie. Das epische Drama feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb des 60. Filmfestivals von Cannes. Dort wurde der Filmemacher für sein Drehbuch und mit dem Sonderpreis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Neben weiteren Preisen erhielt der Film den Deutschen Filmpreis in den Kategorien Film, Regie und Drehbuch, den Drehbuchpreis bei der Europäischen Filmpreisverleihung 2007 und war als offizieller deutscher Beitrag für den besten nichtenglischsprachigen Film bei der Oscar-Verleihung 2008 vornominiert.
Fatih Akin, geboren am 25. August 1973, ist der Sohn türkischer Einwanderer. Aufgewachsen ist er im multikulturellen Hamburger Stadtteil Altona. Nach dem Abitur absolvierte er von 1994 bis 2000 das Studium Visuelle Kommunikation an der Hamburger Hochschule für bildende Künste (Hfb). 1998 debütierte er als Spielfilmregisseur mit "Kurz und schmerzlos". Danach folgten mit "Im Juli" (2000) und "Solino"(2002)weitere Regiearbeiten. Für "Gegen die Wand" erhielt Akin den Goldenen Bären auf der Berlinale 2004, später den Deutschen und Europäischen Filmpreis. 2005 veröffentlicht er seinen ersten abendfüllenden Dokumentarfilm "Crossing the bridge – the Sound of Istanbul", in dem er über die musikalische Vielfalt Istanbuls berichtet. 2008 wurde er für seine Verdienste um Integration und Identitätsbildung in Europa mit der Karlsmedaille für europäische Medien ausgezeichnet.
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