Des Teufels GeneralStaatsschauspiel Dresden |
von Carl Zuckmayer
Im Zentrum des Erfolgsstückes von Carl Zuckmayer steht Harras, ein General, der sich wegen seiner Liebe zur Fliegerei mit den Nazis eingelassen hat. Dieser Flieger erscheint als deutscher Held, ein Kerl von echtem Schrot und Korn, aufrichtig, trinkfest und dazu ein Weiberheld, gewiss kein Nazi, doch eben ihr Handlanger. Mitten im Krieg, mitten in Nazideutschland spielt sich nun das Drama ab. Eine Reihe von Abstürzen eines neuen Flugzeugtyps beunruhigt die Führung der Wehrmacht. Harras, auch für die Materialkontrolle verantwortlich, soll die Ursache finden. Er wird verhaftet, dann wieder freigelassen mit der Auflage, innerhalb von zehn Tagen die Schuldigen der Sabotage ausfindig zu machen. In dieser Situation gesteht ihm sein engster Mitarbeiter Oderbruch, dem Harras stets volles Vertrauen schenkte, dass er, als Akt des Widerstands gegen den Wahnsinn des Hitler-Kriegs, die Abstürze verursacht hat. Um Oderbruch zu schützen und den Widerstand gegen Hitler zu stärken, startet Harras selbst mit einer dieser defekten Maschinen ...
Das Stück, das 1946 in Zürich uraufgeführt wurde, hat mit zum Weltruhm des Autors beigetragen. Die Fragen, die Zuckmayers Drama aufwirft, lassen sich nicht auf das Dritte Reich beschränken. Sie stellen sich auch uns immer wieder. Dabei lässt sich die Frage nach der Zivilcourage oder die nach der Rechtfertigung von (unschuldigen) Opfern eines legitimen Widerstands gegen ungerechte Verhältnisse nicht auf die Sphäre der Politik beschränken. Tyrannen gibt es überall. Und mutige Menschen, die sich ihnen entgegenstellen, ebenso.
Burkhard C. Kosminski, einer der großen Geschichtenerzähler auf den deutschen Bühnen, ist Schauspieldirektor am Nationaltheater Mannheim, hat sein Regiehandwerk in New York gelernt, inszenierte u. a. an der Schaubühne Berlin, am Schauspiel Frankfurt, in Düsseldorf, Dortmund, New York und Los Angeles und wird das Stück aus der Perspektive eines rauschhaften Albtraumes heraus inszenieren. Ein Albtraum, der zeigen könnte, wie nahe und wie menschlich das Feiern und das Fallen nebeneinander liegen. Und wehe, man erwacht aus diesem Traum und es ist ein 13. Februar in Dresden.
Mit:
Tom Quaas (Harras, General der Flieger)
Philipp Lux (Friedrich Eilers, Oberst und Führer einer Kampfstaffel)
Benjamin Pauquet (Hartmann, Fliegeroffizier)
Albrecht Goette (Sigbert von Mohrungen, Präsident des Beschaffungsamtes für Rohmetalle)
Dominik Schiefner (Baron Pflungk, Attaché im Außenministerium)
Philipp Otto (Dr. Schmidt-Lausitz, Kulturleiter)
Thomas Eisen (Oderbruch, Ingenieur im Luftfahrtministerium)
Annedore Bauer (Anne Eilers)
Annika Schilling (Waltraut von Mohrungen, genannt Pützchen)
Antje Trautmann (Diddo Geiss)
Falilou Seck (Buddy Lawrence, ein amerikanischer Journalist)
Regie: Burkhard C. Kosminski
Bühne: Florian Etti
Kostüme: Sabine Blickenstorfer
Musik: Hans Platzgumer
Musikalische Einstudierung: Dominik Schiefner
Dramaturgie: Jens Groß, Robert Koall
Termine
momentan sind keine Termine eingetragenKontakt:
01067 Dresden
http://www.staatsschauspiel-dresden.de
Telefon: (0351) 49 13 555
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