Das Große Haus am Schillerplatz (Blick in den Zuschauerraum)

Das Große Haus am Schillerplatz (Blick in den Zuschauerraum)

Staatstheater Cottbus

Lausitzer Straße 33, 03046 Cottbus
Tel. 0355 78 24 242

Tickettelefon:    0355 78 24 242

Romeo und Julia

Eine Tragödie in vier Künsten

(In deutscher Sprache)

Ein Abend über die berühmteste Liebesgeschichte der Welt eröffnet die neue Spielzeit. Das Staatstheater versammelt seine vier Sparten zu einem einzigartigen Abend: Schauspiel, Musiktheater, Ballett und Konzert werden zu einer gemeinsamen Erzählstimme, jede Kunst in ihrer eigenen Sprache.

Romeo und Julia sind der Inbegriff leidenschaftlicher Liebe, die an familiären und gesellschaftlichen Zwängen scheitert. Zwei junge Menschen bestehen auf der sofortigen, unbedingten Erfüllung ihres Glücks in einer Welt, die dafür keinen Platz hat. Damit schrieb Shakespeare nicht nur für seine Zeit, sondern für alle Zeit. So haben die Künste die Geschichte immer wieder neu interpretiert: Hector Berlioz übersetzte das Innenleben der Liebenden 1839 in einer sinfonisch-dramatischen Dichtung in Klang und überließ die Liebesszene allein dem Orchester. Charles Gounod gab dem Stoff knapp dreißig Jahre später Opernstimmen, die aus Julias zarter Sehnsucht ein ganzes Schicksal formen. Und Sergej Prokofjew schuf 1935 ein Ballett, das von Leidenschaft und Verhängnis erzählt.

Diese Fassungen führt der Regisseur und Bühnenbildner Philipp Grigorian in seiner spartenübergreifenden Inszenierung zusammen. Dabei dreht er den vertrauten Blick auf die Geschichte um und geht nicht von der Liebe aus, sondern vom Hass der Gesellschaft, der sie umstellt. Sogar in den zärtlichsten Momenten sprechen die Liebenden über die Fehde, weil erst der Hass ihre Liebe dringlich macht. Hass und Liebe entzünden einander, und das eine ist ohne das andere nicht zu haben. Dieser Hass kennt kein Ende, weil er nicht aus Differenz erwächst, sondern aus Gleichheit: „Zwei Häuser, gleich an Würde, und ein alter Groll, der in neue Gewalt umschlägt“ (Shakespeare). Wie rivalisierende Fankurven genießen die Capulets und die Montagues die Feindschaft als Spiel, bis das Pöbeln in Gewalt kippt und der Hass, der keinem echten Konflikt entspringt, am Ende wirkliche Tote fordert. Darüber hinaus zeigt Grigorian den Apparat, der das Erzählen möglich macht. Umbauten geschehen vor aller Augen und Bühnenarbeitende betreten den Raum. Worum auch immer es in dieser Geschichte geht, geht es immer zugleich ums Theater, um sein Entstehen und um seine Verwandlung. Erzählt in vier Künsten.

Alle Termine

  • 26.09.2026, 19:30 Uhr
    Staatstheater Cottbus (Großes Haus)
    Schillerplatz 1
    03046 Cottbus