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Ensemble Anima Shirvani & Oltremontano Antwerpen: "I Had a Dream!"

Zwei Leben. Eine Sehnsucht. John Dowland & Mehemmed Füzuli

Zwei Künstler, zwei Kulturen, eine Idee: Liebe als Leid. I HAD A DREAM! stellt den Dichter Mehemmed Füzuli und den Renaissance-Komponisten John Dowland einander gegenüber – und macht ihre überraschenden Parallelen musikalisch erfahrbar.

Im Jahr 1556 stirbt Mehemmed Füzuli einer der bedeutendsten Dichter der aserbaidschanisch-türkischen Literatur im Alter von 63 Jahren. Im Zentrum seines Werks steht die Liebe als existenzielles Prinzip. Sein Hauptwerk “Leyli və Mecnun”, oft als so genanntes orientalisches Pendant zu Shakespeares “Romeo und Julia” gelesen, bringt diese Haltung auf den Punkt: Liebe heißt Leiden. 

Sieben Jahre nach seinem Tod wird in England der Musiker und Komponist John Dowland geboren, dessen Lebensweg und Weltanschauung bemerkenswerte Parallelen aufweisen. Dowland, der aus der Missachtung seines Talents am englischen Königshof tiefen Schmerzschöpfte, verarbeitete seine Leiden in seinem berühmtesten Werk “Lachrimae, or Seven Teares” und stirbt ebenfalls mit 63. 

Das Konzertprogramm I HAD A DREAM! stellt die Lebenswelten der beiden Genies gegenüber. Auf der einen Seitesteht Dowlands “Lachrimae, or Seven Teares“, auf der anderen ein weiteres Meisterwerk – der symphonische Mugam “SHUR” von Fikret Amirov, einem herausragenden aserbaidschanischen Komponisten und Bewunderer Füzulis. Mit dieser Komposition vollzieht Amirov eine Rückkehr zu den Wurzeln der orientalischen Kunstmusik, dem aserbaidschanischen Mugham. 

Für I HAD A DREAM! kommen die beiden Ensembles Anima Shirvani und Oltremontano Antwerpen mit 15 Musiker:innen zusammen. Das Gamben- und Posaunen-Consort wird um eine Continuo-Gruppe und um Instrumente wie Duduk, Kaval, Zurna, Oud und Tombak ergänzt. Ihr interkulturelles Programm verbindet vertraute Klangwelten mit selten gespieltem Repertoire. 

I HAD A DREAM! versteht sich nicht als Brückenschlag, sondern als Ausdruck einer historischen und kulturellen Verflechtung. Ost und West erscheinen dabei nicht als Gegensätze, sondern als wechselseitig bedingte Teile eines gemeinsamen kulturellen Erbes. Die moderierten Konzertformate machen diesen Ansatz auch für ein breites Publikum zugänglich. 

Programm: 
Fikret Amirov (1922–1984): “Mugham Shur“ 
John Dowland (1563–1626): “Lachrimae or Seaven Teares” 
Poesie von Mehemmed Füzuli (1494–1556)

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  • 17.05.2026, 17:00 Uhr
    St. Elisabeth
    Invalidenstraße 3
    10115 Berlin