Maß für Maß
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Maß für Maß

von William Shakespeare

Nach der Übersetzung von Chris Alexander.
Regie: Stefan Otteni. Bühne. Heike Neugebauer. Kostüme. Rike Schimitschek. Musik: Thomas Kriszan.
Mit: Simon Elias, Tim Lee, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Sofie Miller, Petra-Janina Schultz.

»Maß für Maß« zählt zu William Shakespeare Komödien, was angesichts des Konflikts auf Leben und Tod für heutige Zuschauer nicht leicht nachzuvollziehen ist. Umso spannender ist die Beschäftigung damit aus einer heutigen Perspektive.
In Shakespeares (fiktiven) Wien greift ein allgemeiner Sittenverfall um sich, an dem die anscheinend allzu liberale Regierung des Herzog Vincentio nicht unschuldig zu sein scheint. Der Herzog entscheidet sich für einen gewagten Menschenversuch: Zum Schein begibt er sich auf Reisen und setzt als seinen Statthalter den Hardliner Angelo ein, während er selbst, als Mönch verkleidet und als stiller Beobachter, in die Abgründe der verrohten Stadt hinabsteigt.
Angelo wendet nun statt Milde die ganze Härte des Gesetzes an und verurteilt den jungen Claudio, der seine Braut Julia geschwängert hat, wegen Unzucht zum Tode. Doch als dessen Schwester Isabella, eine Klosternovizin, bei ihm um die Begnadigung ihres Bruders bittet, erliegt er der Verführung seiner eigenen Machtstellung: Er erpresst Isabella: er wolle ihren Bruder nur begnadigen, wenn sie sich ihm hingebe. Isabella lehnt empört ab und überlässt ihren Bruder lieber seinem Todesurteil.
Der Herzog schmiedet daraufhin einen Plan, der Angelo an seinem eigenen wunden Punkt packt: Dunkelheit, Begierde und Wahrheit spielen darin die Hauptrolle. Wird der „Betrüger betrogen“, wie es der Herrscher nennt? Und welche Moral wird siegen in der Stadt? Die doppelte? Die Herrschermoral? Die des Volkes?

Auch in der dritten Arbeit des Ensembles mit dem Regisseur Stefan Otteni, wird nach KING CHARLES III und ANGELA I. das Verhältnis von Volk und Staat ausgelotet. Welche Regeln gibt sich eine Stadt, ein Staat? Folgen sie Einsichten, die die Mehrheit der Bevölkerung entwickelt und leben kann - oder hängen sie von den persönlichen Haltungen und Mängeln der Herrscher ab? Soll ein Volksvertreter das Volk erziehen, gängeln, oder geißeln um Gesetze durchzusetzen? Und wer ist „das Volk“? Der denkende Bürger? Der blinde Pöbel? Fragen, die sich nach Pandemie und Populismus, dringlich stellen. Tragische Fragen, die Shakespeare nur in der Komödie auflösen kann - vielleicht weil er schlauer ist als wir alle.

Alle Termine

  • 27.05.2022, 19:30 Uhr
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  • 10.06.2022, 19:30 Uhr
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  • 06.07.2022, 19:30 Uhr
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