Zafer Senocak

Zafer Senocak

Literatürk Literaturfestival

Westfalenstr. 311, 45276 Essen
Tel. 0201-85132-0

Literatürk-Festival 2019

Heimat in des Apfels Kern. Lesung und Gespräch mit Feridun Zaimoglu und Zafer Şenocak

Für den einen duftet die deutsche Sprache nach Apfelkuchen, den ihm die Privatlehrerin immer zum Deutschunterricht servierte. Für den anderen erwachten die Buchstaben zum Leben, nachdem ihm Fruchtfliegen gärender Äpfel ins Auge geflogen und den Blick vertränt hatten. So unterschiedlich die beiden Autoren Zafer Şenocak (geb. 1961 in Ankara) und Feridun Zaimoglu (geb. 1964 in Bolu) auch scheinen – beide sind als Kinder in die deutsche Sprache eingewandert und haben sich mit türkischen Namen erfolgreich in die deutsche Literatur eingeschrieben. In mehreren Genres, Sprachen und Geistesgeschichten verheimatet, müssen Beide Kritikern und Publikum jedoch immer wieder aufs Neue das Türkische erläutern. In ihren neuesten Büchern richten sie nun ihrerseits den kritischen Blick auf das Deutsche, das sich und sie stets definieren will. Im Gespräch mit Karin Yeşilada stellen sie ihre Deutschland-Essays vor: Zafer Şenocak »Das Fremde, das in uns wohnt« (Edition Körber, 2018) und Feridun Zaimoglu »Ich gehe durch das Deutschland meiner Tage« (Edition Eichthal, 2018). An diesem Abend geht es um Deutschland und die Welt, um das Ich und das Wir, um die Heimat diesseits und jenseits der deutschen Literatur und um den Apfels Kern.

Zafer Şenocak wurde 1961 in Ankara geboren und lebt in Berlin. Als Lyriker, Essayist und Autor arbeitet er in deutscher und türkischer Sprache. Kulturelle Risse, Erinnerungsarbeit und bruchstückhafte Identitäten sind thematische Leitfäden in seinen Werken. Seine Bücher, darunter Romane und Erzähl- und Gedichtbände in deutscher und türkischer Sprache, wurden in viele Sprachen übersetzt; der Roman »Gefährliche Verwandtschaft« (Babel, 1998) gilt als Schlüsselroman der Wiedervereinigung. Zusammen mit Berkan Karpat schrieb er »Futuristenepilog« (2000). Zuletzt erschien die Neuübersetzung seines türkischen Romans »Alman Lisesi«, »Deutsche Schule« (Daǧyeli, 2019). Der Autor arbeitet für deutsche Zeitungen, Radio und TV. Sein Gedichtband »Nach den Umarmungen« (Alef, 2016) enthält Zeichnungen des Autors[Fatma Uzu1] .

Feridun Zaimoglu, 1964 in Bolu geboren, begann nach dem Studium der Kunst in Kiel eine Karriere als Schriftsteller. Seinem vielbeachteten Debüt »Kanak Sprak« (Rotbuch, 1995) folgten insgesamt 12 Romane, darunter der vielbeachtete Luther-Roman »Evangelio« (Kiepenheuer & Witsch, 2017) sowie Kurzprosa. Zusammen mit Günter Senkel schreibt er erfolgreich Theaterstücke für deutsche Bühnen. Zuletzt erschien »Die Geschichte der Frau« (Kiepenheuer & Witsch, 2019). Zaimoglu erhielt etliche Literaturpreise, darunter den Hebbel-Preis (2002) und den Berliner Literaturpreis (2016). Zaimoglu ist außerdem Kolumnist für deutsche Zeitungen. Der ausgebildete Maler veröffentlichte eigene Werke ebenfalls in Büchern, etwa in »Der Mietmaler« (LangenMüller, 2013).

Alle Termine

  • 23.11.2019, 19:30 Uhr
    Zentralbibliothek, Hollestr. 3
    Hollestr. 3
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