Quelle: © Benjamin Moravec

Kunst Galerie Fürth

Ankündigung der zweiten Ausstellung in 2020 - kunst galerie fürth

Benjamin Moravec wurde 1977 in Thiais in Frankreich geboren. Er studierte von 1998 bis 2001 an der École Nationale Supérieure des Beaux-arts in Lyon/F und erwarb das Diplom National D’arts Plastiques. In die Metropolregion Nürnberg kam Benjamin Moravec aus purem Zufall...

Fürth, 11.03.2020

Ankündigung der zweiten Ausstellung in 2020


The day we lost the daylight, 2019, Öl auf Lw. 200x145 cm
Quelle: © Benjamin Moravec

21.3. bis 3.5.2020
Benjamin Moravec – The Day We Lost the Daylight

Eröffnung am Freitag, 20. März, 19 Uhr
Einführung Hans-Peter Miksch, Leiter der kunst galerie fürth

Benjamin Moravec wurde 1977 in Thiais in Frankreich geboren. Er studierte von 1998 bis 2001 an der École Nationale Supérieure des Beaux-arts in Lyon/F und erwarb das Diplom National D’arts Plastiques. In die Metropolregion Nürnberg kam Benjamin Moravec aus purem Zufall: Eine Fortführung des Studiums als Meisterschüler war ihm in Lyon verwehrt, weil die dortige Akademie die Malerei zugunsten von Video/Film komplett aus dem Lehrkanon strich. In dieser misslichen Situation kam Moravec ein Austauschprogramm des Deutsch-Französischen-Jugendwerks zustatten für die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Vor Ort wurde er in die damalige Klasse Grützke aufgenommen, die später von Ralph Fleck übernommen wurde, der Moravec zu seinem künstlerischen Assistenten machte. Moravec gründete eine Familie und lebt und arbeitet seit 2008 als freischaffender Maler in Nürnberg.
Benjamin Moravec kann gleichermaßen als bekannter wie als unbekannter Künstler gesehen werden. In der Metropolregion hatte er bisher lediglich vor Jahren eine Beteiligung an einer Ausstellung der Kunsthalle Nürnberg sowie eine Schau mit einem halben Dutzend Bildern in der längst geschlossenen Galerie Sturm. Auf der anderen Seite war er gute 15 Jahre exklusiv unter Vertrag bei der großen belgischen DEWEER GALLERY. Diese Galerie zeigte ihn in Einzel- und Gruppenausstellungen und vermittelte seine Bilder in bedeutende Privatsammlungen. Die kunst galerie fürth hat also das Vergnügen, die erste bedeutende Soloshow eines quasi unbekannten, aber dennoch etablierten Malers zu zeigen. Sein Vermögen im Hinblick auf Hell-Dunkel-Kontraste ist dem der Caravaggisten vergleichbar.

Der Titel der Ausstellung (ein gleichnamiges Bild aus dem Jahr 2019 existiert ebenfalls) nimmt Bezug auf das Höhlengleichnis von Platon. Dieses Gleichnis gehört zu den nie auserzählten Sprachbildern über die Situation des Menschen und analysiert gleichsam die Bildung oder Unbildung der menschlichen Seele. Die Ausgangssituation Platons ist die, dass wir Menschen in einer dunklen Höhle bewegungsunfähig gefangen sind und lediglich Schatten von Figuren und Gegenständen an einer Höhlenwand sehen, die wir zwangsläufig für die Wirklichkeit halten müssen. Wenn aber einer befreit würde und die Höhle verlassen könnte, würde er, der zurückkehrt, um seine Gefährten zu befreien, von ihnen verspottet, wenn er von der „echten“ Realität draußen vor der Höhle berichtet.



Quelle: © Benjamin Moravec

Die virtuos altmeisterlich und dennoch locker gemalten Bilder Moravecs sind zumeist nach dem Matroschka-Prinzip der Puppe in der Puppe konzipiert. Wir sehen also Bilder im Bild, diverse Realitäten, netzartige Bild-Texturen mit Bezügen zu Politik, Literatur, Philosophie, Medien- und Kunstgeschichte. Moravecs Fragen lauten: Wie verschaffen wir uns ein Bild von der Welt? Und wie verändert sich dieser Prozess im Jetzt – und wie künftig in einer post-humanen Welt, einer Welt einer neuen Evolutionsstufe, in der künstliche Intelligenz einen transhumanen Menschentypus geschaffen hat?
Dieser junge Künstler, der seine Entwürfe mit einem 3D-Renderingprogramm plant, schafft inhaltlich wie emotional extrem aufgeladene Bilder-Bühnenräume mit den von ihm meisterhaft beherrschten tradierten malerischen Mitteln: Komplexe figürlich-gegenständ-liche Szenen mit latenter Düsternis, wie sie heute eher in computergenerierten Composings zu erwarten sind, mit anderen Worten, als würde ein Barockmaler sich mit der gebündelten Seherfahrung digitaler Bildwelten auf der Leinwand austoben.

Eine kostenlose Broschüre mit einem Text, zahlreichen Abbildungen und der Biografie des Künstlers liegt vor.
Eröffnung am Freitag, 20.März, 19 Uhr. Ausstellungsdauer 21.März bis 3.Mai.

Die Ausstellung wird unterstützt von der Firma Kurz, Fürth, der Unternehmensgruppe KochInvest, Nürnberg, und dem Förderkreis der kunst galerie fürth.