Katharina Kohl, Detail einer Plakatierung der Gedächtnislücken, Foto: DG Reiß
Quelle: Katharina Kohl, Detail einer Plakatierung der Gedächtnislücken, Foto: DG ReißRechtehinweis: Bild darf für reaktionelle Berichterstattung genutzt werden.
Atelier Katharina Kohl
Pressemitteilung "Gedächtnislücken #revisited" von Katharina Kohl
Gedächtnislücken #revisited Ein temporäres Denkmal zu den Lücken der Aufklärung im NSU-Komplex Kunstprojekt der Künstlerin Katharina Kohl im öffentlichen Raum 05.06. bis 12.07.2026
Quelle: Katharina Kohl, Detail einer Plakatierung der Gedächtnislücken, Foto: DG Reiß
Gedächtnislücken #revisited
Ein temporäres Denkmal zu den Lücken der Aufklärung im NSU-Komplex
Kunstprojekt der Künstlerin Katharina Kohl im öffentlichen Raum
05.06. bis 12.07.2026
Eröffnung am Freitag, 5. Juni 2026, Ort und Zeit: tba (Hamburger Innenstadt)
Im Juni werden Passantinnen auf ungewöhnliche Plakate auf Hamburgs Werbeflächen treffen: Aus schwarzem Hintergrund werden Sätze wie „Soweit ich weiß, wussten wir nichts“ und andere Formulierungen individuellen oder institutionellen Nicht-Erinnerns hervortreten.
Die multimediale Installation Gedächtnislücken #revisited der Hamburger Künstlerin Katharina Kohl wird für die Dauer vom 5. Juni – Tag der Eröffnung – bis zum 12. Juni auf Litfaßsäulen, in Zeitschriften und Social Media sowie auf der Projektwebseite www.gedaechtnis-luecken.de gezeigt und von Gesprächsveranstaltungen begleitet.
Das temporäre, von der BKM geförderte Kunst-im-öffentlichen-Raum-Projekt geht auf eine bereits 20218 entstandene Grafikserie Gedächtnislücken Katharina Kohls zurück und wird gemeinsam kuratiert von der Kunsthistorikerin Nina Kalenbach und der Künstlerin. Anstoß zu dieser Zusammenarbeit gab die Einsetzung einer wissenschaftlichen Aufarbeitung der Ermittlungen zum NSU-Mord in Hamburg 2025. Gleichzeitig jährt sich am 27. Juni 2026 die rechtsextreme Ermordung Süleyman Taşköprüs in Hamburg-Bahrenfeld durch den NSU zum 25. Mal, ohne dass die Tat und die Fehler der Ermittlungsarbeit aufgeklärt wurden.
Die von der Künstlerin in einem speziellen Druckverfahren geschwärzten Blätter der Grafikserie Gedächtnislücken sind dem 2. Untersuchungsausschuss (Deutscher Bundestag / 17. Wahlperiode), der im Jahr 2012 eingesetzt wurde, entnommen. Sie zeigen Zitate aus den Zeugenaussagen. Für die stadtweite Installation werden einzelne Blätter dieser Grafikserie für einige Wochen auf Litfaßsäulen plakatiert. Inmitten der bunten Anzeigenwelt fallen die schwarz-weißen Grafikblätter auf. Vereinzelt nicht geschwärzte Aussage-Fragmente laden zum genaueren Hinschauen ein. Diese Zitate verbindet, dass sie verschiedene Formulierungen zum Nicht-Erinnern und Nicht-Erinnern-Wollen zeigen.
Dass das befragte behördliche Personal der Inneren Sicherheit an diesen Stellen wenig erinnert, ist ein Grund, weiter Fragen zu stellen.
Die Künstlerin Katharina Kohl meint: „Im Jahr 2026, also 15 Jahre nach der Selbstenttarnung des NSU, bestehen noch immer Lücken in der Aufklärung zum NSU-Komplex. Wir hoffen, dass dieses Projekt einen Impuls zur Behebung der Lücken setzen wird.“ Und Projektkuratorin Nina Kalenbach ergänzt: „Wir hoffen, auch mit dem Projekt Gedächtnislücken #revisited ein Stadtgespräch anregen zu können: Wo in Hamburg ist Raum für Erinnerungskultur? Wer kommt an diesen Orten zum Sprechen und wie kann Erinnerungskultur in einer Stadtgesellschaft vielfältig gelebt werden.“
Die Künstlerin Katharina Kohl ist Stipendiatin des Hamburger Arbeitsstipendiums Bildende Kunst (2025) sowie der Stiftung Kunstfonds (2026) und hat sich intensiv künstlerisch zu der Frage nach der Inneren Sicherheit im Zusammenhang mit dem NSU-Komplex befasst (u. a. Werkserien Personalbefragung (2012–2018) und Gedächtnislücken (2018).
Gedächtnislücken #revisited https://gedaechtnis-luecken.de
Instagram https://www.instagram.com/gedaechtnisluecken_revisited/
Weitere Webseiten mit Relevanz für das Projekt www.katharinakohl.de/personalbefragung-innere-sicherheit.de / personal-befragung.de / www.kunst-imbiss.de
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Eröffnung: Freitag, 5. Juni 2026, Ort und Zeit: tba (Hamburger Innenstadt)
Veranstaltungsprogramm unter: gedaechtnis-luecken.de (Launch KW 19) Detaillierte Informationen zu Podiumsgesprächen, Spaziergängen im Stadtraum und mehr sind ab Mitte Mai auf der Webseite abrufbar.
Podiumsgespräch: Sonntag, 7. Juni 2026 – Leben mit den Folgen von rechter Gewalt und Rassismus, Kölibri, Hein Köllisch-Platz 12, 20359 Hamburg
Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit der GWA St. Pauli e. V.
Weitere Diskussionen zum Stand der Aufklärung zum NSU-Komplex mit Fokus auf die Hamburger Situation sowie zu Kunst und Erinnerungskultur im Stadtraum werden folgen (gedaechtnis-luecken.de).
Abb.: Katharina Kohl, Detail Litfaßsäulen-Plakatierung, Bildunterschrift: Katharina Kohl, Detail einer Plakatierung der Gedächtnislücken, Foto: DG Reiß
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