Die Kammersymphonie Berlin unter der Leitung von Jürgen Bruns. Foto: Geert Maciejewski
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Schloss Agathenburg
Uraufführung auf Schloss Agathenburg
Xiaoyong Chen ist Composer in Residence bei „Bach & now!“, den Agathenburger Bachtagen. Beim Konzert am Samstag, den 25. April 2026, um 19.30 Uhr wird auf Schloss Agathenburg das Festival-Auftragswerk "Interferenz" für Klavier, Streichorchester und Pauken uraufgeführt. Es ist ein Abend, der Welten verbindet: China und Europa, Vergangenheit und Gegenwart, Dunkelheit und Licht.
Bachfestival
Von Guangzhou nach Agathenburg
Xiaoyong Chen komponiert für "Bach & now!"
Uraufführung mit der Kammersymphonie Berlin und Alexandra Sostmann
Xiaoyong Chen ist Composer in Residence bei "Bach & now!", den Agathenburger Bachtagen. Mit Mitte zwanzig hörte er zum ersten Mal Bachs Werke – und fand in ihnen seine musikalische Heimat. Beim Konzert am Samstag, den 25. April 2026, um 19.30 Uhr wird auf Schloss Agathenburg das Festival-Auftragswerk "Interferenz" für Klavier, Streichorchester und Pauken uraufgeführt. Es ist ein Abend, der Welten verbindet: China und Europa, Vergangenheit und Gegenwart, Dunkelheit und Licht.
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Ein Komponist zwischen den Welten
Xiaoyong Chen zählt zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen Musik mit internationaler Ausstrahlung. Nach seinem Studium am Central Conservatory of Music in Peking kam er 1985 nach Hamburg, um bei György Ligeti zu studieren – eine prägende Zeit. Bis 2023 lehrte er als Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, seit 2023 hat er einen Lehrstuhl am Xinghai Conservatory of Music in China inne. Seine Werke werden auf den renommiertesten Festivals der Welt aufgeführt; Orchester wie die Münchner Philharmoniker, das SWR-Sinfonieorchester und die London Sinfonietta spielen seine Musik.
Doch trotz dieser internationalen Karriere blieb Chen eine Erfahrung verwehrt, die für viele westliche Musiker selbstverständlich ist: Bach in der Kindheit zu hören. "Ich wurde in den 50er Jahren in Beijing geboren und wuchs dort bis zum Beginn meines Musikstudiums auf", erzählt er im Interview. "Bachs Musik war in den 60er/70er Jahren nicht erlaubt – Musikpraxis mit ihm war null. Ich habe seine Musik erst Ende der 70er Jahre richtig kennengelernt." Was dann geschah, beschreibt Chen so: "Ich habe danach meine musikalische Heimat in Bachs Musik gefunden – er ist mein Lieblingskomponist. Es ist ein Rätsel, aber verständlich. Seine Musik ist universell für die Menschheit und berührt meinen Geist."
"Interferenz" – wenn Klangwelten aufeinandertreffen
Für das Festival "Bach & now!" hat Chen ein Werk geschrieben, dessen Titel "Interferenz" aus der Physik entlehnt ist: Interferenz beschreibt das Phänomen, wenn Wellen aufeinandertreffen und sich gegenseitig verstärken oder auslöschen. In Chens Musik treffen Klangwelten aufeinander: westliche und östliche Traditionen, die Vergangenheit Bachs und die Gegenwart der zeitgenössischen Komposition, die Kraft der Pauken und die Transparenz des Klaviers. Die Besetzung mit Klavier, Streichorchester und Pauken habe ihn besonders gereizt: "Die Pauken sind nicht nur kräftig, sie können auch sehr farbig sein, vor allem, wenn sie in die Streichgruppe integriert und mit ihr kombiniert werden. Das Klavier hat in der klassischen Musik eine vertraute Perspektive, doch gerade die Töne im tiefen Register können besonders obertonreich wirken, fast wie ein Kirchenglocken-Effekt."
"Aus dem Dunkeln ans Licht" – das Programm des Abends
Neben Chens Uraufführung erklingen Werke von Komponisten, deren Musik während der NS-Zeit verfemt wurde und die dennoch überlebten. "Aus dem Dunkeln ans Licht" lautet der Titel des Konzertabends – eine Dramaturgie, die tief berührt. Szymon Laks, polnisch-jüdischer Komponist, überlebte Auschwitz. Nach der Befreiung schrieb er seine Sinfonietta – ein Werk voller Hoffnung trotz allem Erlittenen. Tadeusz Kassern, ebenfalls polnischer Komponist, floh vor den Nationalsozialisten nach New York und schuf dort sein Konzert für Streichorchester. Zwischen diesen Werken rahmen Meditationen von Johann Sebastian Bach das Programm – Momente der Stille, der Besinnung, des Innehaltens. Sie verbinden die Epochen und erinnern daran, dass Musik über Zeiten und Kulturen hinweg sprechen kann. Den kraftvollen Abschluss des Abends bildet das Konzert für Klavier, Streichorchester und Pauken von Galina Ustwolskaja (1919–2006), deren 20. Todestag sich 2026 jährt. Die russische Komponistin gilt neben Sofia Gubaidulina als die bedeutendste ihres Landes. Ihr Konzert ist von extremer Intensität und spiritueller Radikalität – ein Werk, das fordert und erschüttert. Zeitgenossen nannten sie "die Frau mit dem Hammer" – eine Anspielung auf die physische Wucht ihrer Musik. Wer dieses Werk einmal gehört hat, vergisst es nicht.
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Alexandra Sostmann und die Kammersymphonie Berlin
Die Solistin des Abends ist Alexandra Sostmann, Festivalleiterin und international gefeierte Pianistin. Sostmann ist bekannt für ihre außergewöhnliche stilistische Bandbreite: Von der Barockmusik bis zur Gegenwart reicht ihr Repertoire, das sie in ihren Konzerten und auf zahlreichen Einspielungen zu spannungsreichen, epochenübergreifenden Programmen verbindet. Die enge Zusammenarbeit mit Komponisten wie zum Beispiel Xiaoyong Chen prägt ihr künstlerisches Schaffen seit Jahren.
Die Kammersymphonie Berlin wurde 1991 von Jürgen Bruns gegründet – inspiriert von den gesellschaftlichen Umwälzungen nach der Wende. Von Anfang an widmete sich das Ensemble wenig gespielter Musik der Klassischen Moderne und verfemter Werke. Gemeinsame künstlerische Visionen und die Eindrücke der Zeitenwende in Berlin bewegten die Musiker dazu, ein Orchester zu gründen, das sich der Musik jenseits des gängigen Repertoires verschreibt. Das Ensemble tourt regelmäßig durch Europa und Asien und arbeitet mit verschiedenen Rundfunkanstalten zusammen.
Was wünscht sich der Komponist?
"Komponisten sind nicht anders als alle Menschen – jeder ist ein Individuum", sagt Xiaoyong Chen. "Wenn man wissen möchte, was ein Komponist heute macht, ist der effektivste Weg, seine Musik zu erleben – den direkten Kontakt zu halten." Chens Musik steht in einem engen Zusammenhang mit Bach, "auch wenn dies formell, stilistisch und analytisch schwer nachvollziehbar ist. Eine Musik über Zeitbeschränkungen, über Religionen hinweg, über regionale und kulturelle Grenzen – das ist mein Wunsch." Am 25. April wird dieser Wunsch auf Schloss Agathenburg Wirklichkeit: Ein chinesischer Komponist, der in Deutschland seine musikalische Heimat fand, schreibt ein Werk für ein Berliner Orchester und eine deutsche Pianistin – und alle zusammen ehren Bach. Ein Abend, der zeigt: Musik kennt keine Grenzen.
Alle Informationen im Überblick
Aus dem Dunkeln ans Licht: Kammersymphonie Berlin unter Jürgen Bruns – Alexandra Sostmann, Klavier
Datum: Samstag, 25. April 2026
Uhrzeit: 19.30 Uhr
Ort: Schloss Agathenburg, Pferdestall
Dauer: ca. 100 Minuten
Eintritt: 42 Euro, ermäßigt 21 Euro
Kartenvorverkauf & Vollständiges Festivalprogramm: www.bachandnow.de
Programm
Szymon Laks (1901–1983): Sinfonietta
Johann Sebastian Bach (1685–1750): Meditation
Tadeusz Kassern (1904–1957): Konzert für Streichorchester
*Xiaoyong Chen (1955): Interferenz (Uraufführung) – für Klavier, Streichorchester und Timpani
Johann Sebastian Bach: Meditation
Galina Ustwolskaja (1919–2006): Konzert für Klavier, Streichorchester und Timpani
Über "Bach & now! – Agathenburger Bachtage"
Das Festival "Bach & now! – Agathenburger Bachtage" wurde 2025 von der Pianistin Alexandra Sostmann ins Leben gerufen und bringt Alte Musik und zeitgenössische Kompositionen in einen künstlerisch anspruchsvollen Dialog. Vom 23. bis 26. April 2026 verwandelt sich Schloss Agathenburg bei Stade in einen Ort der Begegnung zwischen Barock und Gegenwart: Internationale Spitzenkünstler:innen, Uraufführungen von Composers in Residence und ein vielfältiges Rahmenprogramm für alle Generationen machen das Festival zu einem besonderen Erlebnis zwischen Elbe und Altem Land. Die Festivalleitung liegt bei Alexandra Sostmann, international gefeierte Pianistin und renommierte Bach-Interpretin.
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Lage und Anfahrt
Schloss Agathenburg
Hauptstraße 45
21684 Agathenburg
Mit der S-Bahn von Hamburg aus: S5 Richtung Stade bis Agathenburg, 5 Minuten Fußweg von der Haltestelle bis zum Schloss.
Bei Rückfragen sind wir gerne für Sie da!
Bach & now! Agathenburger Bachtage e.V.
Alexandra Sostmann
info@bachandnow.de
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