Mit Prof. Dr. Michael Maul, dem Intendanten des Leipziger Bachfestivals, nimmt einer der führenden Bach-Experten Deutschlands an den Agathenburger Bachtagen teil. Foto: Gert Mothes
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Schloss Agathenburg
Dem größten Bach-Rätsel auf der Spur
Warum brach Johann Sebastian Bach seine „Kunst der Fuge" ab? Es ist eines der größten Rätsel der Musikgeschichte, und es beschäftigt Forscher seit Jahrhunderten. Am 24. und 25. April 2026 kommen die führenden Bach-Experten Deutschlands auf Schloss Agathenburg zusammen, um genau diese Frage zu diskutieren.
Bachfestival
Dem größten Bach-Rätsel auf der Spur
Bach & now! lädt zu Vorträgen und Diskussionen mit Experten ein
Warum brach Johann Sebastian Bach seine "Kunst der Fuge" ab? Es ist eines der größten Rätsel der Musikgeschichte, und es beschäftigt Forscher seit Jahrhunderten. Am 24. und 25. April 2026 kommen die führenden Bach-Experten Deutschlands auf Schloss Agathenburg zusammen, um genau diese Frage zu diskutieren. Das Festival "Bach & now!" lädt ein zu Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und Lesungen – alle kostenfrei. Wer Bach besser verstehen möchte, ist hier genau richtig.
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Die These: Plante Bach seinen Abschied?
Den Auftakt macht am Freitag, 24. April, um 17.30 Uhr eine Lesung mit Prof. Dr. Michael Maul, Intendant des Leipziger Bachfestes und einer der renommiertesten Bach-Forscher unserer Zeit. Sein Buch "Wie wunderbar sind deine Werke" – eine Liebeserklärung an Bach, ausgezeichnet mit dem Gleim-Literaturpreis 2025 – stand wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Maul liest aus seinem Werk, erzählt von atemberaubenden Momenten in Bachs Kantaten und Passionen und lässt die Musik lebendig werden. Er zeigt auch die dunklen Seiten: Warum Bach an seiner "wunderlichen Obrigkeit" verzweifelte, warum er nach fünf Jahren im Thomaskantorat die Lust am Komponieren von Kirchenmusik fast verlor. Es ist eine Lesung, die Lust macht, Bachs Werke neu zu entdecken – oder überhaupt erst kennenzulernen. Nach der Veranstaltung kann das Buch erworben und signiert werden. Der Eintritt ist frei.
Am Samstag, 25. April, wird es dann richtig spannend: Um 14 Uhr hält Dr. Meinolf Brüser einen Vortrag zu seinem Buch "Alles ist Windhauch". Brüser ist Jurist und Musikwissenschaftler – eine ungewöhnliche Kombination, die sich als äußerst fruchtbar erweist. Mit juristisch geschärfter Methodik untersucht er Bach-Rätsel neu und kommt zu verblüffenden Ergebnissen. Seine These: Der abrupte Abbruch der letzten Fuge in der "Kunst der Fuge" folgt möglicherweise einer bewusst geplanten kompositorischen Intention. Plante Bach seinen Abschied? Brüser demonstriert seine Erkenntnisse anhand musikalischer Auszüge – auch hier ist der Eintritt frei.
Die Diskussion: Geheimnis oder Interpretation?
Direkt im Anschluss, um 15.30 Uhr, folgt der Höhepunkt des Wissensprogramms: eine Podiumsdiskussion, die es in sich hat. Dr. Meinolf Brüser trifft auf Prof. Dr. Michael Maul, Dr. Jörg Hansen (Leiter des Bachhauses Eisenach), Prof. Grigory Gruzman (Pianist und Bach-Spezialist) und Dr. John F. Jungclaussen (Journalist und Historiker, der die Diskussion moderiert). Fünf Perspektiven auf eine Frage: Ist die "Kunst der Fuge" tatsächlich unvollendet geblieben – oder ist der Abbruch Teil eines größeren Plans? Brüser wird seine These verteidigen, dass in dem Werk ein verborgenes Geheimnis liegt. Doch sind die vermeintlichen Strukturen und Zahlensymbole wirklich Bachs Absicht – oder bloße Interpretationen späterer Generationen? Die Diskussion verspricht, lebhaft zu werden. Und das Beste: Das Publikum ist ausdrücklich eingeladen, eigene Fragen und Überlegungen einzubringen. Auch diese Veranstaltung ist kostenfrei. Wer Bach besser verstehen möchte, wer das größte Rätsel der Musikgeschichte diskutieren oder einfach nur neugierig zuhören will – Schloss Agathenburg ist der richtige Ort.
Die Personen: Wer sind die Experten?
Prof. Dr. Michael Maul ist nicht nur Intendant des Leipziger Bachfestes, sondern auch Senior Scholar im Bach-Archiv Leipzig und Professor an der Universität Halle-Wittenberg. Er machte Schlagzeilen mit der Entdeckung der unbekannten Bach-Arie "Alles mit Gott und nichts ohn' ihn" (2005) und der frühesten Notenhandschriften Bachs (2006). Ein zentrales Anliegen ist ihm die anschauliche Vermittlung von Forschung an ein breites Publikum – etwa in seiner Sendereihe "Universum JSB" auf Deutschlandfunk Kultur und im Podcast "Die Bach-Kantate mit Maul und Schrammek" (248 Folgen).
Dr. Meinolf Brüser verbindet Jura mit Musikwissenschaft – und das mit Erfolg. Seine Analyse der Bach-Trauermotetten erbrachte überzeugende Hinweise darauf, dass Bach die Motette "Singet dem Herrn" zum Gedenken an einen verstorbenen Schüler komponierte. Brüser ist promovierter Jurist und Musikwissenschaftler, leitet das Renaissance-Vokalensemble Josquin Capella und konzertiert als Cembalist und Organist. Seine beiden Bücher "Wenn Bach trauert" (2023) und "Es ist alles Windhauch" (2024) erschienen im renommierten Bärenreiter-Verlag.
Dr. Jörg Hansen leitet seit 2006 das Bachhaus Eisenach, eines der bedeutendsten Museen über Leben und Werk Johann Sebastian Bachs. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Haus zu einem Ort der Begegnung von Geschichte, Musik und Gegenwart. Interaktive Hörstationen, moderne Ausstellungskonzepte und innovative Vermittlungsformen machen den Museumsbesuch zu einem sinnlich-intellektuellen Erlebnis.
Prof. Grigory Gruzman ist ein international renommierter Pianist und Bach-Spezialist. Seit 2006 lehrt er an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar, wo er auch das Institut für Tasteninstrumente leitet. Die Westdeutsche Zeitung schrieb über ihn: "Gruzman ist ein äußerst sensibler und poetischer Künstler, der über eine perfekte Technik und Klangkultur verfügt." Seine Leidenschaft galt schon immer Johann Sebastian Bach.
Dr. John F. Jungclaussen ist Historiker und Journalist, fast zwanzig Jahre lang Auslandskorrespondent der ZEIT in London. Er sagt über sich selbst: "Wenn ich einen Soundtrack für mein Leben wählen müsste, würde ich die Goldberg-Variationen nehmen." Als Moderator wird er die Diskussion leiten – mit der Neugier eines Journalisten und der Leidenschaft eines Bach-Liebhabers.
Alle Informationen im Überblick
Lesung: "Wie wunderbar sind deine Werke"
Mit: Prof. Dr. Michael Maul
Datum: Freitag, 24. April 2026
Uhrzeit: 17:30 Uhr
Ort: Schloss Agathenburg, Barocksaal
Dauer: 75 Minuten
Eintritt: frei
Nach der Veranstaltung: Buchverkauf und Signierung
Vortrag: "Alles ist Windhauch"
Mit: Dr. Meinolf Brüser
Datum: Samstag, 25. April 2026
Uhrzeit: 14:00 Uhr
Ort: Schloss Agathenburg, Barocksaal
Dauer: 60 Minuten
Eintritt: frei
Podiumsdiskussion: "Die Kunst der Fuge – Ein unvollendetes Meisterwerk?"
Mit: Dr. Meinolf Brüser, Prof. Dr. Michael Maul, Dr. Jörg Hansen, Prof. Grigory Gruzman
Moderation: Dr. John F. Jungclaussen
Datum: Samstag, 25. April 2026
Uhrzeit: 15:30 Uhr
Ort: Schloss Agathenburg, Barocksaal
Dauer: ca. 60 Minuten
Eintritt: frei
Vollständiges Festivalprogramm: www.bachandnow.de
Über "Bach & now! – Agathenburger Bachtage"
Das Festival "Bach & now! – Agathenburger Bachtage" wurde 2025 von der Pianistin Alexandra Sostmann ins Leben gerufen und bringt Alte Musik und zeitgenössische Kompositionen in einen künstlerisch anspruchsvollen Dialog. Vom 23. bis 26. April 2026 verwandelt sich Schloss Agathenburg bei Stade in einen Ort der Begegnung zwischen Barock und Gegenwart: Internationale Spitzenkünstler:innen, Uraufführungen von Composers in Residence und ein vielfältiges Rahmenprogramm für alle Generationen machen das Festival zu einem besonderen Erlebnis zwischen Elbe und Altem Land. Die Festivalleitung liegt bei Alexandra Sostmann, international gefeierte Pianistin und renommierte Bach-Interpretin.
Quelle:
Lage und Anfahrt
Schloss Agathenburg
Hauptstraße 45
21684 Agathenburg
Mit der S-Bahn von Hamburg aus: S5 Richtung Stade bis Agathenburg, 5 Minuten Fußweg von der Haltestelle bis zum Schloss.
Bei Rückfragen sind wir gerne für Sie da!
Bach & now! Agathenburger Bachtage e.V.
Alexandra Sostmann
info@bachandnow.de
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