"Entwurf einer Landschaft"Papiere, Zeichnungen, Gedichte, Objekte von Gisela Plümicke und Peter PiontekCommedia Futura |
Eine Zeichnerin und ein Lyriker entwerfen eine Landschaft: aus Papier und Blech, aus Strichen und Worten. Sie legen Spuren aus; Figürliches deutet sich an, Menschen tauchen auf, alltäglich wie Du und Ich, existentiell ausgesetzt wie Du und Ich, grundiert von mythologischen Gestalten wie Narziß, Sisyphos oder Parzival ? um ins Unkenntliche zurückzusinken, wenn wir meinen, sie fassen zu können.
Nicht, was wir wissen, ist das Thema von Gisela Plümicke und Peter Piontek, sondern das noch Unklare, sich der Deutung und Festlegung Entziehende. Die Ausstellung zeigt u.a. die Gedichtzyklen ?ER? und ?BESTIARIUM? von Peter Piontek (Hannover) in Form von Mobiles und Objekten. Und sie zeigt Papiere, Zeichnungen und Objekte der Helser Künstlerin Gisela Plümicke, die um die Gedichtzyklen kreisen und auf die Texte Bezug nehmen.
?Erst einmal strichel ich drauflos, und dann verdichtet sich die Struktur und gewinnt Gestalt.? So hat Gisela Plümicke einmal ihre Arbeitsweise beschrieben ? und damit schon den ersten Schöpfungsakt übersprungen. Denn immer häufiger beginnt sie mit dem Schöpfen des Papiers, der Herstellung des Zeichengrundes selbst. Aus alten Papieren, Pflanzenteilen, Blättern und Schlick gewinnt sie jenen Urschlamm, aus und auf dem Neues entstehen soll. Es sind rauhe, robust wirkende und dennoch äußerst fragile Gründe, denen die Künstlerin dann mit ihren Stiften zu Leibe rückt, Spuren verdichtend zu Landschaften und Figürlichem.
Die geborenen Berlinerin studierte Kunst- und Werkerziehung an der Hochschule für Bildende Künste Berlin und ging nach dem Studium als Kunsterzieherin nach Marne in Dithmarschen. Sie lebt in Helse und ist seit 1979 freischaffend in den Bereichen Malerei und Grafik tätig. Sie hat sich an zahlreichen Gruppenausstellungen im norddeutschen Raum beteiligt und ihr Werk auch in größeren Einzelausstellungen (zuletzt 2006 in der Stadtgalerie im Elbeforum Brunsbüttel) präsentiert.
?Man weiss nie, wohin sie einen führen, und schon gar nicht, wo plötzlich ein Zitat oder eine Anspielung lauern?, hat der Schweizer Lyriker Clemens Umbricht über die Gedichte Peter Pionteks gesagt. Aber auch, wenn jedes Gedicht ein Aufbruch ins Unbekannte ist, kann das Schreiben nie so abstrakt sein wie das Zeichnen. Da sind immer schon die Wörter. Und da sind immer schon die Myriaden bereits geschriebener Texte, die die Wörter färben. Da ist immer schon Bedeutung. Und doch steht das Gedicht in mancher Beziehung dem Bild, der Grafik näher als der Prosa. Bilderreich ist die Lyrik Peter Pionteks allemal. Die Gedichte schreiben sich von Orten her. Und sie schreiben auf Menschen zu. Und nicht zuletzt ist die Vergänglichkeit alles Irdischen immer wieder Thema dieser Gedichte.
Peter Piontek wurde 1955 in Lübeck geboren, studierte Germanistik und Philosophie und kam 1986 für einige Jahre als Journalist nach Dithmarschen. Er lebt und arbeitet als Autor und Dramaturg in Hannover und hat mehrere Gedichtbände veröffentlicht, zuletzt ?Aus der Natur? (Eric van der Wal/Noordholland 2004), ?Mit dem Schrei eines Esels? (San Marco Handpresse/Bordenau und Venezia 2005) und ?Aus dem Fliegenglas? (Wehrhahn Verlag, Hannover 2009/10).
Die Zusammenarbeit der Zeichnerin und des Lyrikers begann 2008 mit einer Mappe für den Sammler Gerhard Hartmann. Daraus entstand die Idee einer gemeinsamen Ausstellung.
Mit freundlicher Unterstützung vom Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover und dem Stadtbezirksrat Südstadt/Bult
Ausstellung vom 27. Aug. bis 19. Sept. 2010; Eröffnung: Do., 26. Aug, 19.30 Uhr
Öffnungszeiten: Do-Sa 16-20 Uhr, So 14-18 Uhr
Zur Eröffnung liest Peter Piontek eigene Texte; Musik: Maria Klemt
Informationen und Kontakt: www.aus-dem-fliegenglas.de
Termine
momentan sind keine Termine eingetragenKontakt:
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