Follow Fluxus 2010 / Aslı SunguOut of my HandsNassauischer Kunstverein |
Follow Fluxus / Aslı Sungu
Out of my
29. August 2010 bis 29. Mai 2011
Eröffnung / Samstag, 28. August 2010 / 17 bis 20 Uhr
Nassauischer Kunstverein Wiesbaden / Wilhelmstraße 15
Aslı Sungu (*1975, Istanbul, TR) ist die dritte Preisträgerin des Stipendiums "Follow Fluxus – Fluxus und die Folgen", das gemeinsam vom Nassauischen Kunstverein und der Landeshauptstadt Wiesbaden jährlich vergeben wird.
Die Künstlerin thematisiert in ihrer Ausstellung OUT OF MY HANDS Hilflosigkeit in Situationen, die außer Kontrolle geraten. Während die beiden Videoarbeiten den Gegensatz von Chaos und Kontrolle, die im Alltag abrupt aufeinander treffen, zeigen – ein Thema, das die Künstlerin bereits in vorangegangenen Arbeiten untersuchte – behandelt die Fotocollage ein stark autobiografisches Moment.
In dem Video UNVERMEIDBAR (2010) bahnen sich Missgeschicke im Kontext alltäglicher Geschehnisse an: Ein Glas mit Wasser droht über die Tischkante zu kippen, oder Milch in einem Topf ist kurz vor dem Überkochen. Im letzten Moment greift eine Person, die Künstlerin selbst, aus dem Off ein und versucht, die Eskalation im Alltäglichen zu verhindern – doch die Berührung gelingt nicht, das Bild ist eine Reflexion.
Die zweite Videoarbeit UNSICHTBAR (2010) wurde parallel im Opelbad Wiesbaden und im Cercle d’Orient / Büyük Kulüp Freibad in Istanbul gedreht: In einem überfüllten Schwimmbecken tummeln sich Besucher. Der Eindruck des chaotischen Treibens im Wasser – ein vertrautes Bild des Sommers – wird jäh unterbrochen durch einen einzelnen athletischen Schwimmer, der zielgerichtet und in gerader Linie eine Bahn durch das Becken zieht. Er agiert dabei unbeirrt und wird scheinbar absorbiert vom restlichen Treiben.
UNBERÜHRBAR (2010) vereint als Diaprojektion eine Fotocollage aus 9 Elementen. Aslı Sungu fotografierte ihre Mutter in ihrer Wohnung in Istanbul aus verschiedenen Abständen. In den präsentierten Bildern nahm sie jedoch eine deutlich sichtbare Perspektivverschiebung vor – je weiter die Tochter sich von ihrer Mutter entfernt, desto größer und präsenter erscheint die Mutter. Umgekehrt, je näher sich die beiden sind, desto mehr verschwindet die Mutter.
Die lakonische Bildsprache von Aslı Sungu unterstreicht ihren künstlerischen Blick. Die analytischen Arbeiten gleichen einer Versuchsanordnung. Dafür verwendet sie ausschließlich minimalistische Mittel, um die Wahrnehmung der Komplexität von Alltagserscheinungen zu steigern. Der Betrachter wird dabei vom scheinbar objektiven Beobachter zum selbstreflexiven
Teilnehmer.
Zur Ausstellung erscheinen eine Publikation und eine Edition.
kuratiert von / curated by Elke Gruhn und / and Sara Stehr
Termine
momentan sind keine Termine eingetragenKontakt:
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