Mütter von Einar Schleef und Hans-Ulrich Müller-Schwefetheaterlabor bremen |
Mit den Müttern geht es los
theaterlabor bremen startet mit Einar Schleef in die neue Spielzeit / Patrick Schimanski und Frank-Patrick Steckel inszenieren im Concordia
Das theaterlabor bremen bleibt sich treu: das Ensemble spielt nach Peter Hacks und Heiner Müller auch in diesem Sommer einen Dramatiker aus der ehemaligen DDR. Es eröffnet die neue Spielzeit mit dem Stück „Mütter" von Einar Schleef. Der 2001 verstorbene Schleef arbeitete nicht nur als Schriftsteller und Regisseur, sondern machte sich überdies als Maler, Fotograf und Bühnenbildner einen Namen. Elfriede Jelinek urteilte in einem Nachruf über ihn: „Es hat nur zwei Genies in Deutschland nach dem Krieg gegeben, im Westen Fassbinder, im Osten Schleef."
Bei Schleefs 1986 am Schauspiel Frankfurt uraufgeführter Tragödie „Mütter“ handelt es sich genau genommen um eine Adaption und Neuübersetzung verschiedener Texte der großen antiken Dichter Aischylos und Euripides. Im Kern geht es um das erbitterte Zerwürfnis zwischen den Söhnen des Ödipus. Eteokles, König von Theben, bringt Polyneikes um seinen Erbteil. Um dem Brudermord zu entgehen, flüchtet Polyneikes nach Argos und stellt mit Hilfe Adrastos, des Königs von Argos, ein Heer gegen Theben auf. Die Angreifer scheitern jedoch und kommen allesamt um, ebenso Eteokles. Als der neue Herrscher Thebens, Kreon, die Toten nicht herausgeben will, bitten die Mütter der Gefallenen Theseus um Hilfe.
Der Schriftsteller Einar Schleef verstand sich Zeit seines Lebens als Exilant, als heimatlos und heimatsuchend. Eben dies spiegelt sich auch in „Mütter“: die Handlung kreist um Krieg und Kriegsfolgen – Heimatlosigkeit eingeschlossen.
Regisseur Patrick Schimanski hat sich vorgenommen, Schleefs „Mütter“ ins Heute zu übertragen und die Grundkonflikte des Stoffs pointiert zuzuspitzen. Die Premiere wird am Donnerstag, 12. August um 20 Uhr stattfinden.
Karten zu 15/10 € gibt es unter karten@theaterlab. de oder unter 0421-9868966.
Nicht minder gespannt dürfen wir auf die zweite Produktion der neuen Spielzeit am theaterlabor bremen sein. Intendant Maik Romberg ist es nach dem überwältigenden Erfolg mit „Plutos“ nach Aristophanes im Vorjahr abermals gelungen, Regie-Altmeister Frank-Patrick Steckel für eine neue Inszenierung ins Concordia zu locken. Für welches Stück sich Steckel und Romberg entscheiden werden, ist noch offen – die freudige Erwartung im Ensemble umso größer.
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