Der Gespenster BergCollagen und Aquarelle von John ElsasStadt Celle |
Zu den Bildern:
Die Collage ist die von John Elsas hauptsächlich verwendete künstlerische Technik. Aus einem Vorrat an einfarbigen Glanz- und bunten Geschenkpapieren, Buchbinderkarton und Stoffen schneidet er Teile und klebt sie zu Figuren. Ergänzend appliziert er goldene Sterne, gepreßte Blätter und auch Haare, aus Federstrichen fügt er Arme und Beine hinzu, und mit Punkten wird zum Schluss die Mimik markiert.
Auf den Aquarellen sehen wir dagegen Tiere und Phantasiewesen, denen erst der Vers unter dem Bild Identität und Bedeutung gibt. Der Pinselschwung des Aquarells bietet Elsas noch andere Ausdrucksmöglichkeiten: Hier ist die Aussage nicht so pointiert, und eher spielerisch werden erst nachträglich die Akzente gesetzt.
Obgleich es auch viele Bilder von Elsas ohne Texte gibt, so gehören doch meistens Bild und Vers unabdingbar zusammen. Die Variationen finden wir also nicht nur in den Materialien, sondern auch in der Kombination von Bild und Text, und möglicherweise waren den textfreien Bildern auch noch Verse zugedacht gewesen. Sie interpretieren und kommentieren das Geschehen auf dem Bild (miteinander sprechende Menschen) – und vermitteln uns so einen Einblick in Elsas’ persönliche Ansichten über seine Erfahrungen und das Leben im allgemeinen. Sehr eindeutig beziehen seine Bilder Stellung, auf denen er bereits Ende der zwanziger Jahre und auch später den Nationalsozialismus darstellt.
Zur Ausstellung:
Nach dem Tod von John Elsas 1935 verpackte seine Tochter Irma die ca. 25.000 hinterlassenen Bilder in zwei Kisten und adressierte sie an ihre in der Schweiz lebende Schwester Fanny Raff. Sie selbst wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und kam dort 1944 um.
Erst 1954 gelangten die Kisten in die Schweiz und blieben dort noch jahrelang ungeöffnet. Schließlich schenkte ein Enkel von John Elsas kurz vor seinem Tod im Jahre 2000 das Konvolut von Bildern dem Museum im Lagerhaus (Stiftung für schweizerische naive Kunst und art brut) in St. Gallen.. Seither haben verschiedene Ausstellungen, u.a. in Wiesbaden, Heidelberg, Erfurt, Bremen und Freiburg, die Arbeiten von Elsas bekannt gemacht.
Diese Ausstellung in der Synagoge Celle bietet einen Querschnitt durch das Werk von John Elsas und zeigt die Entwicklung innerhalb der zehn Jahre seines künstlerischen Schaffens. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei die Blätter mit Bezug zur Zeitgeschichte.
Termine
momentan sind keine Termine eingetragenKontakt:
29221 Celle
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