Die weiße Rosevon Lillian Garrett-GroagFritz Rémond Theater im Zoo |
21. Oktober 2010 - 28. November 2010
Die Geschwister Hans und Sophie Scholl sowie ihre Freunde Alexander Schmorell, Christoph Probst und Wilhelm Graf sind im Untergrund aktiv und verteilen in der Universität Flugblätter, mit denen sie das Hitler-Regime angreifen und in Frage stellen. Durch einen Denunzianten werden sie des Landesverrats verdächtigt und mehrfach zu Verhören geladen. Zunächst kann man ihnen nichts nachweisen und durch Absprache untereinander und durch rhetorisches Geschick gelingt es ihnen eine Zeitlang, die Polizei auf eine falsche Fährte zu locken. Doch irgendwann findet das Versteckspiel ein Ende, und die Beweise sind stichhaltig…
DIE WEISSE ROSE hält sich streng an die historischen Ereignisse und versucht auf einfache Weise, die Konflikte zwischen den Geschwistern Scholl und den Nazi-Schergen für eine Generation vermittelbar zu machen, die die komplexen Zusammenhänge nur erahnen kann. Die Intensität der Sprache als auch der Wortwitz und eine Schlagfertigkeit, die von jeder Form von Verkrampfung Abstand nimmt, machen es möglich, aus diesem schwierigen Thema ein gleichermaßen verständliches wie auch spannendes Stück zu machen, das nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch emotional bewegt.
mit: Nadine Rosemann, Peter Fischbach, Martin Gelzer, Sasa Kekez, Gerhard Mohr, Jochen Nötzelmann, Martin Reese, Daniel Seniuk
Regie: Michael Wedekind
Bühne: Dieter Stegmann
So hat Regieseur Michael Wedekind für seine hervorragende Inszenierung einen Kunstgriff benutzt. Dem Zuschauer wird Schritt für Schritt gezeigt, wie es zur Verhaftung der Geschwister kam.
Frankfurter Neue Presse 25.10.2010
Heftiger, lang anhaltender Beifall nach packendem Abend im Zoo Theater.
Die Inszenierung von Michael Wedekind schafft es, dass wir trotz bekanntem Ausgang mitfiebern, ob es den gewitzten Studenten nicht doch gelingt, sich den Schergen zu entwinden. Bei allem Ernst ganz leicht. Das sollten sich alle ansehen , Jung und Alt.
Wertung: TOLL BILD 23.10.2010
Der Schauspieler Gelzer als Robert Mohr und seine Kollegen Gerhard Mohr als Anton Mahler ringen auf hohem Niveau miteinander.
Nadine Rosemann verkörpert den Stolz und das Ehrbewusstsein der Freiheitskämpferin überzeugend.
Michael Wedekind hat die Konflikte zwischen dem staatstragenden Personal der Nazi-Diktatur scharf herausgearbeitet, billige und sentimentale Heroisierung vermieden und das Stück exzellent ausbalanciert zwischen den Motiven der Wiederständler und der Mitmacher.
FAZ 23.10.2010
Michael Wedekind hat einen spannenden, aber keineswegs schonungslosen Theaterabend inszeniert.
Frankfurter Rundschau 25.10.2020
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