BERNARDA ALBAS HAUSFederico Garcia LorcaTHEATER DER KELLER |
Bernarda Albas Haus ist ein reines Frauenstück und allein schon deshalb sehr dramatisch. Schauplatz der Handlung ist das Haus von Bernarda Alba. Nach dem Tod ihres zweiten Ehemannes ordnet Bernarda Alba eine achtjährige Trauerzeit an. Ihre fünf Töchter sind geschockt. Bernarda verschließt die Türen und Fenster ihres Hauses und wacht streng über ihre Töchter. Jede der fünf Töchter widersetzt sich auf ihre Weise den Anordnungen der Mutter, jede ergibt sich mit einer anderen Fluchtstrategie in die eigene Traumwelt - und keine bemerkt, dass sie in Wirklichkeit alle um das gleiche kämpfen...
Nur Angustias, der Ältesten, ist es erlaubt, eine Beziehung zu einem Mann aufzunehmen, Pepe el Romano. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf, als sich Adela, die Jüngste, dem Verlobten ihrer ältesten Schwester Angustias hingibt, in den auch ihre Schwester Martirio verliebt ist. Pepes nächtliche Besuche an Angustias Fenster werden von Bernardas Töchtern mit Hass, Neid und Eifersucht verfolgt. La Poncia, Bernardas jahrelange Magd und "rechte Hand", weiß über das Eifersuchtsdrama zwischen den Schwestern Bescheid. Ihr ist sehr wohl bewusst, „welche Gewalt ein Mann über lauter einsame Frauen hat". Aus dieser für alle beteiligten unerträgliche und grausame Situation gibt es nur zwei Ausgänge: Tod oder Irrenhaus.
Federico Garcia Lorca verfasste das Stück 1936, zwei Monate vor dem eigenen Tod, zum Zeitpunkt als in Deutschland und Italien faschistische Führer auf dem Höhepunkt ihrer Macht waren. In Spanien stand der Bürgerkrieg, der Franco für 43 Jahre an die Macht bringen sollte, kurz bevor. Dabei war Lorca, bei allem Protest gegen Unrecht und Unterdrückung, alles andere als ein explizit politischer Schriftsteller und konkrete politische Aussagen sind in seinem Werk kaum zu finden. Er hielt nichts von einer allzu aktiven politischen Betätigung eines Schriftstellers: „Ist das nicht schade? Das bedeutet das Ende seines künstlerischen Schaffens! Ich werde niemals ein Politiker sein. Natürlich bin ich Revolutionär, denn es gibt keinen echten Dichter, der das nicht wäre“. Bei seinen Freunden und Weggefährten, zu denen u.a. Dalí und Bunuel, de Falla und Pablo Neruda zählten, galt er als Inbegriff von Lebensfreude und Heiterkeit. Der Dichter Pedro Salinas sprach einmal von „diesem Feuer, dieser unglaublichen Lebhaftigkeit, dieser angeregten Atmosphäre, die seine gesamte Person verbreitete, wo immer er auch hinkam...Wir folgten ihm alle, denn er war die Lebensfreude selbst...“. Umso mehr wurde seine Ermordung durch die Faschisten zum Symbol für die Unmenschlichkeit und Brutalität dieses Systems und hinterließ bei seinen Freunden tiefe Verzweiflung.
Regie und Ausstattung: Dimitri Bilov
Mit Schüler der SCHULE DES THEATERS: Franziska Bonn, Barbara Büchmann, Clara Cüppers, Julia Kelz, Mira Koziol, Siri Nase, Robert Oschatz, Annette Simons, Florentina Tautu
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