Der Schuhu und die fliegende PrinzessinEin Märchen für Erwachsene von Peter Hackstheaterlabor bremen |
Das theaterlabor bremen zeigt "DER SCHUHU UND DIE FLIEGENDE PRINZESSIN" von Peter Hacks.
Nachdem das theaterlabor bremen mit seiner Inszenierung von Aristophanes' "Plutos" einen spektakulären ersten Platz beim nachtkritik-Theatertreffen errungen hat, peilt die Truppe um Intendant Maik Romberg bereits das nächste aufsehenerregende Theaterereignis an.
Die zweite Produktion der Winterspielzeit beschäftigt sich mit dem umstrittenen Dramatiker, Lyriker und Essayisten Peter Hacks. Der Autor, der sich zeitlebens in kein östliches wie westliches Raster pressen ließ und sich dadurch auf beiden Seiten der Mauer unbeliebt machte, liefert in seiner märchenhaften Politparabel „DER SCHUHU UND DIE FLIEGENDE PRINZESSIN“ viel Stoff zum Nachdenken. In seiner fantastischen Figurenwelt lässt Hacks die großen Gesellschaftsentwürfe aufmarschieren und legt sie gnadenlos auf den Prüfstand. Insbesondere der Kraft der Poesie – in Gestalt der fliegenden Prinzessin – misst Hacks, der vor allem nach der Wende auch als bedeutender Lyriker in Erscheinung trat, große Bedeutung zu.
Engstirnigkeit der Gelehrten. Krieg verheert das Land, Not und Leiden allerorten. Kein Mensch kann dem Elend entrinnen, nur der Schuhu als Mensch der Zukunft durchschaut die Ränke der Obrigkeit und überwindet das Übel. Der Schuhu, ein hochintelligenter Vogelmensch, erlebt auf seinen Reisen durch die Welt viel Furchtbares: angstgesteuertes Duckmäusertum der Untertanen, absurd-menschenverachtende Eitelkeit der Herrschenden, Schließlich trifft er die flatterhaft-liebliche fliegende Prinzessin, eine schicksalshafte Begegnung – bis auch sie den süßen Versuchungen des imperialistischen Großkapitalismus erliegt und der Schuhu seine Reise allein fortsetzt. Doch was wäre ein Märchen ohne Happy End?
Die Inszenierung unter der Regie von Patrick Schimanski, der im Sommer 2009 eine überregional beachtete Aufführung von Heiner Müllers GERMANIA TOD IN BERLIN für das theaterlabor bremen erarbeitete, will herausfinden, welchen Stellenwert Hacks’ literarischer und politischer Nachlass einnimmt und ob seine marxistisch-leninistische Weltsicht Brücken zum Heute schlagen kann. Kann uns der 2003 verstorbene Dramatiker Wege aus der Krise aufzeigen?
Das Märchen für Erwachsene über Herrschaftsstrukturen, Utopien und nicht zuletzt über die Macht der Liebe und der Poesie feiert am 18. März um
19.30 Uhr im Concordia Premiere.
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