AusstellungAmazons in Fashion. Das Hamburger ModelabelMuseum für Angewandte Kunst Frankfurt |
Vom 18. März bis zum 11. April zeigt das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt 30 Modelle aus der Kollektion abteilung: k. Das Spektrum reicht von leichten Sommer- über Abendkleider bis zum Dessous. „Amazons in Fashion“ - dieser Titel von Kollektion und Ausstellung benennt, für wen diese Mode gemacht ist: für die kämpferische, mutige Frau. Wie ihrer mythologischen Vorgängerin ist ihr die fehlende Brust kein Makel, keine Beschränkung ihrer Weiblichkeit, sondern Zeichen von Stärke und Lebenswillen.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Frage, was machen Frauen nach einer Brustoperation, wenn sie sich nicht mit Ersatzteilen tarnen oder mit Rekonstruktionen belasten wollen? Was tun diese Frauen, wenn sie sich trotz indiskreten Blicken, Fingerzeigen, und Getuschel um sie herum nicht verstecken möchten. Vor allem: Wie und was ziehen sie an? abteilung: k ist einerseits Reaktion und macht andererseits Vorschläge auf diese Fragen. Das Duo Krämer spielt in seinen Entwürfen mit der Ambivalenz aus Verwundung und Würde, bewegt sich gekonnt auf dem schmalen Grad zwischen offensivem Körperbewusstsein und Provokation, zwischen Faszination und Irritation gegenüber dem verwundeten Frauenkörper.
Der Maler Christoph Krämer gründete 2007 zusammen mit seiner Tochter, der Modedesignerin Laura Krämer, das Mode-Label. Ausgangspunkt war die Brustkrebserkrankung seiner Frau beziehungsweise die Reaktion Außenstehender auf die sichtbare „Fehlstelle“. Das k des Namens kann dabei für vieles stehen: für Krebs, Kampf, Kultur, für Körper, kurios und krank, unbedingt aber für Kleidung.
Die Ausstellung fordert die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper heraus, ob gesund oder krank, „ganz“ oder amputiert, männlich oder weiblich. Welche Schwächen, welche Unvollkommenheiten verbirgt ein jeder vor seiner Umwelt? Was geschähe, würden die so genannten Problemzonen unserer Körper in Zukunft durch Kleidung selbstbewusst hervorgehoben statt kaschiert? Was, wenn die Einzigartigkeit jedes einzelnen Körpers akzeptiert werden könnte, statt dem ewig sinn- und humorlosen Versuch, eine perfekte, aber konturlose Vereinheitlichung anzustreben?
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