DornröschenMusik von Peter I. TschaikowskyHessisches Staatstheater Wiesbaden |
Vor Zeiten war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag: ,Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!’, und kriegten immer keins. Da trug sich zu, als die Königin einmal im Bade saß, dass ein Frosch aus dem Wasser ans Land kroch und zu ihr sprach: ,Dein Wunsch wird erfüllt werden, ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt bringen.’
So beginnt eines der bekanntesten Märchen der Gebrüder Grimm – Dornröschen, und die Geschichte nimmt ihren Lauf: Das Kind wird geboren und ein Fest gefeiert. Neben vielen guten Wünschen schert nur ein ungeladener Gast aus und belegt das Mädchen mit dem Fluch, dass es durch einen Spindelstich sterben werde.
Die Prophezeiung wird durch eine weise Frau in einen hundertjährigen Schlaf abgemildert – und das Unglück geschieht. Die Zeit verrinnt, in der zahlreiche Prinzen am Rettungsversuch scheitern, bis endlich der Traumprinz kommt. Von seinem Kuss erwacht Dornröschen, es wird Hochzeit gefeiert, und sie leben glücklich bis an ihr Ende.
Angefangen von Marius Petipa, für den Peter I. Tschaikowsky diese Musik in enger Zusammenarbeit komponierte – er selbst empfand sie als sein bestes Ballett –, befassen sich seither Generationen von Choreografen mit dem Meisterwerk.
Die geniale Musik rührt bis heute die Besucher gleichsam wie die Fabel, auf deren Entdeckungsreise durch die verschiedenen Themen sich erstmals Stephan Thoss macht, um sie als Choreografie von heute erlebbar zu machen. So widmet er sich dem unerfüllten Kinderwunsch der Eingangssequenz und seinen seelischen Auswirkungen, der Figur des Frosches, die ohne Wissen des Königs an der Wunscherfüllung beteiligt ist und den Fragen, die zwischen den Eltern schwelen und sich belastend auf die Tochter übertragen. Musik und Märchenmotive des weltbekannten Handlungsballetts zeigen sich in berückender Aktualität, die zu interpretieren für Thoss wie schon bei ‚Zwischen Mitternacht und Morgen: Schwanensee’ zur spannenden Herausforderung wird.
Musikalische Leitung Wolfgang Ott
Choreografie Stephan Thoss
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