KAFKA AM SPRACHRANDTheater zum westlichen Stadthirschen & Theater ThikwaF40-Kunsthöfe |
Drahtseilakt für vier hoffnungsvoll überforderte Clowns, die Kafka statt ins Herz auch schon mal in eine Plastiktüte schließen.
oder
Experiment im Sprachlabyrinth auf einer zunehmend von weißen Mäusen bevölkerten Bühne.
Vier ganz und gar unterschiedlich sprachfähige und sprechwillige Schauspieler konfrontieren sich mit bekannten und weniger bekannten Textminiaturen von Franz Kafka und reagieren darauf. Es entwickelt sich ein unberechenbares Spiel aus merkwürdigen Begegnungen an die Grenzen, wo aus Laut Klang, aus Klang Sprache, aus Sprache Sinn entsteht, und wieder zurück.
"Du musst nur die Laufrichtung ändern, sagte die Katze, und fraß sie. Ja gasam Gongrea hala pena adle Kahte pard Maus pa."
Vor dem Gesetz, Bericht für eine Akademie und Der Geier sind einige der 14 ausgewählten Erzählungen, die die Textgrundlage bilden für szenische Miniaturen sonderbarer Zustände und grotesker Stimmungen, voll bizarrer Komik und klaren Bildern. Eine Expertenrunde von Kafka-Exegeten diskutiert die letzten beiden Sätze in Der Steuermann: "Was ist das für ein Volk! Denken Sie auch oder schlurfen Sie nur sinnlos über die Erde?" Karol Golebiowski rezitiert auf unnachahmliche Weise den gerade neu entdeckten Kafka-Text Der Hochsitz. In Eine Kreuzung verschmelzen die vier Akteure zu einer seltsamen, nie gesehenen Kreatur. Wie die Tiere in Kafkas Erzählungen fungieren die Darsteller in ihrer besonderen Konstellation als Lotsen, Boten und Führer. Sie erlauben unerwartete Einblicke in ihre, unsere und Kafkas Welt.
+ + + P R E S S E + + +
Kann man über Kafka-Texte lachen? Und wie! Bei diesem poetisch-absurden Grenzgang des Theaters zum westlichen Stadthirschen im F40 echot manchmal sogar Loriot herüber. Ein wunderbares Spiel aus merkwürdigen Konfrontationen und sprachlicher Hochseilartistik.
zitty, 16.07.09
Es ist schon sehenswert, wie sie das Publikum immer wieder zum Lachen bringen und es für etwa eine Stunde den Alltag vergessen lassen.
Uta Herrmann, Neues Deutschland, 15.07.09
Die Akteure geben den Texten einen Sinn, der sich nicht an Sprache orientiert, sondern sich vielmehr an dessen "Rand" bewegt und so den Texten eine Gestalt verleiht und vielleicht einen Ton. Dieser entwickelt sich zu einem Klang, zu Sprache und schließlich zu einem Sinn oder auch nicht.
Miriam Rürup, suite 101, 21.12.09
Nichts Zynisches liegt in diesem Spiel, grundehrlich ist es - und doch entlarvend. Wer neugierig ist, was man mit Sprache noch alles anstellen kann, der sollte sich unbedingt eine der nächsten Inszenierungen anschauen.
Anke Glasmacher, kobinet, 25.10.09
+ + + Tickets und mehr + + +
Regie: Anke Mo Schäfer und Dominik Bender, Bühne und Kostüme: Isolde Wittke, Licht: Urs Hildbrand, Koproduktion: Theater zum westlichen Stadthirschen & Theater Thikwa
Foto: Martin Pfahler, v.l.n.r. Karol Golebiowski, Dominik Bender, Wolfgang Fliege, Corinna Heidepriem
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TICKETS: 16 / 10 ermäßigt / 3-Euro-Kulturticket / Gruppenrabatt
Termine
momentan sind keine Termine eingetragenKontakt:
10965 Berlin
http://kulturportal.de/-/organisationen/detail/39234
Telefon: ETB 030/693 56 92, Thikwa 69 50 50 920
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