FFT | Theater a.d. Ruhr: Es brennt
„Gespickt mit witzigen Paradoxien werden dem Publikum nicht nur Zwangshandlungen vor Augen geführt, sondern auch Spielräume für neue Sichtweisen eröffnet." (Margitta Ulbricht, WAZ)
„Mario und der Zauberer“ gehört zu den meistgelesenen Werken Thomas Manns. Die Inszenierung von Jo Fabian hinterfragt und übersetzt die thematischen Motive der 1930 erschienenen Novelle frei in eine bildhafte, sinnliche Versuchsanordnung. Der sprachlich herausragende Text weist über die ihm immer wieder zugeschriebene Vorahnung des Faschismus hinaus. Thomas Mann beschreibt die Manipulationsbereitschaft des Menschen als eine Grunddisposition: „Die Freiheit existiert, und auch der Wille existiert; aber die Willensfreiheit existiert nicht, denn ein Wille, der sich auf seine Freiheit richtet, stößt ins Leere.“
Die subjektive Alltagswahrnehmung ist eine andere. Wir glauben, selbstbestimmt und individuell zu handeln. Aber die Erkenntnisse der Psychologie, der Genforschung und in jüngster Zeit vor allem der Neurobiologie stellen die Vorstellungen von Autonomie und Selbstverfügbarkeit des Menschen zunehmend weiter in Frage. Wir tun nicht, was wir wollen, wir wollen, was wir tun, lautet das erschreckende Fazit einiger Neurobiologen. Löst sich der ohnehin schmale Freiheitsraum im medialen Dauerfeuer einer totalen Konsumgesellschaft endgültig auf? Sind wir verantwortlich für unser Tun, wenn wir nicht viel mehr als eine programmierbare Oberfläche sind?
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08.02. | 20 Uhr | FFT Juta |
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09.02. | 20 Uhr | FFT Juta |
Tickets A
10.02. | 20 Uhr | FFT Juta |
Tickets A
Mit: Gabriella Weber, Matthias Horn, Marco Leibnitz, Thomas Schweiberer, Boris Schwiebert und Maren-Isabel Wolf; Regie und Bühnenbild: Jo Fabian; Dramaturgie: Sven Schlötcke; Kostümbild: Tania da Silva; Regieassistenz: Immanuel Bartz; Requisite: Sarah Kornettka; Licht: Jochen Jahncke; Ton: Gerd Posny; Gewandmeisterin: Katharina Lautsch; Bühnenbau: Abbasali Akbarnejad, Dörthe Genatowski; Maske: Suzana Schönwald.
Jo Fabian ist Regisseur, Choreograph, Autor, Bühnenbildner, Medienkünstler und Performer. Für seine Arbeiten ist die ironische Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte und Gegenwart prägend. Fabian wurde bereits mit zwei Inszenierungen zum Theatertreffen nach Berlin und mit zahlreichen Aufführungen zu nationalen und internationalen Festivals eingeladen. Im Sommer 1999 wurde ihm der „Deutsche Produzentenpreis für Choreographie“ für sein bisheriges Gesamtschaffen verliehen.
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