Liebes Publikum,

dieses Jahr ist vieles anders als sonst – denn rund die Hälfte unserer Compagnien kommt nicht erst im Juni mit fertigen Stücken und ihren Ensembles in die Stadt. Sie sind teils schon da; mit Ideen, Konzepten und Formaten im Gepäck und auf der Suche nach Hannoveraner*innen mit besonderen Geschichten. Neben Kairo und Antwerpen, der Schweiz und St. Petersburg sind Regisseur*innen aus New York und Buenos Aires vor Ort: das US-Regie-Duo 600 HIGHWAYMEN hat letztes Wochenende Leute mit Sammelleidenschaften getroffen – vielleicht haben Sie unseren Suchaufruf mitbekommen. 

Der Argentinier Marco Canale dagegen arbeitet bereits seit vergangenem Jahr mit rund 50 hannoverschen Senior*innen an seinem Stück, das das Publikum im Juni in private Wohnzimmer, die Stadtbahn und die Innenstadt führt. 

Dass wir vorab schon so viel erzählen, obwohl das Programm noch nicht öffentlich ist – auch daran merkt man, dass alles anders ist als sonst. Was wir bei dem momentan geballten Künstler*innen-Aufgebot, dem ungewohnten Gewusel in unserer Büro-Base am Ballhofplatz und dem Ausblick aufs nächste Festivalprogramm allerdings nicht vergessen wollen: einen Gang zurück zu schalten und Ihnen unsere im Dezember erschienene Publikation Postkoloniale Verstrickungen in Theater, Tanz und Performance, die das Festival 2018 dokumentiert, als Lektüre ans Herz zu legen.

Inhalt

Rückblick: Postkoloniale Verstrickungen
Einblick und Ausblick: Stücke im Juni mit lokalen Mitwirkenden

Rückblick: Postkoloniale Verstrickungen

Postkoloniale Verstrickungen in Theater, Tanz und Performanceheißt unsere 130 Seiten starke Publikation, in der wir zusammen fassen, was 2018 auf dem Braunschweiger Programm stand. Aus unterschiedlichen Perspektiven widmet sich der Reader den Folgen des Kolonialismus, die sich thematisch und strukturell in künstlerischen Arbeiten niederschlagen. Im Vorwort der Schrift fasst Martine Dennewald unseren Schwerpunkt des letzten Jahres zusammen:

„Für die Festivalausgabe 2018 widmeten wir uns postkolonialen Themen – zunächst anhand von Theater, Tanz und Performance vom afrikanischen Kontinent, im Verlauf aber auch mit Produktionen aus Asien, Australien, Europa und Nordamerika. Mit diesem Vorhaben ging notwendigerweise der Versuch einher, das Festival selbst auf neokoloniale Strukturen abzuklopfen: Von der kuratorischen Auswahl und Rahmung bis zum finanziellen Gefälle zwischen dem Festival zweier Staatstheater und den eingeladenen, weitgehend unabhängig arbeitenden Theatergruppen sind sie allgegenwärtig.

Die Aufgabe war nicht, dieses eine mal alles „richtig“ zu machen. es ging nicht darum, sich die historischen Zusammenhänge und ihre Auswirkungen auf das heute klar zu machen, den Apparat „Theaterfestival“ daraufhin anders zusammenzuschrauben und sich dann auf die Schulter zu klopfen, weil man ab jetzt auf der richtigen Seite steht. diese Absolution gibt es nicht. Was wir aber brauchen und jetzt erreichen können, ist eine Wertschätzung für Stimmen, die bislang zu wenig gehört worden sind. Wir können das „Darf man denn heutzutage nicht einmal mehr...“ zu den Akten legen und stattdessen zur Kenntnis nehmen, dass es uns nicht wehtut, etwas von unserer Deutungshoheit abzugeben. Wir können einsehen, dass es dabei nicht um moralische Bonuspunkte geht, sondern um eine wirkliche Bereicherung, ein Lernen und Wachsen, einen uneingeschränkten Vorteil. Glauben Sie mir! Das Festival Theaterformen betreibt seit 28 Jahren einen Importhandel von Geschichten aus aller Welt. Wir kennen uns da aus.“ 

Der ganze Reader findet sich zum Download unter: 
https://www.theaterformen.de/bilder/aktuell/Reader-downloaden.pdf

Einblick und Ausblick: Stücke im Juni mit lokalen Mitwirkenden

Abigail Browde und Michael Silverstone sind 600 HIGHWAYMEN und wahre Expert*innen in der Arbeit mit lokalen Mitwirkenden. Viele von Ihnen kennen Sie schon aus letzen Festivaleditionen, als sie mit The Recordund The Fever dabei waren. In diesem Jahr steht ihre neueste Arbeit The Collectorsauf dem Programm – und die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren: Derzeit treffen die Beiden Hannoveraner*innen, um mit ihnen ein Stück übers Sammeln zu machen.



Abigail Browde und Michael Silverstone haben in den vergangenen Tagen die unterschied-
lichsten Sammlungen gesichtet und viele interessante Menschen getroffen. 

 

Der argentinische Künstler Marco Canale probt derzeit mit einer Gruppe Senior*innen im
Opernhaus in Hannover. 


Auch Marco Canale ist in Hannover, um weiter an Die Geschwindigkeit des Lichtszu arbeiten. Gemeinsam mit 50 Senior*innen aus der Region macht Canale sich auf die Suche nach besonderen Geschichten in Hannover und nimmt das Publikum im Juni mit auf eine Reise durch die Zeit und durch die Stadt. 

Das ganze Programm und Vorverkaufsstart am 25. April 2018 auf www.theaterformen.de

Wir freuen uns jetzt schon auf ein Wiedersehen im Juni und wünschen einen guten Start in die neue Woche! 

Das Team der Theaterformen 2019

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