Große Wiederaufnahme: »Chowanschtschina« mit Matti Salminen
»Chowanschtschina«
Die »Schweinereien des Chowansky« – so lautet die Übersetzung von »Chowanschtschina« – sind immer und überall. Das ist die Botschaft von Harry Kupfers hoch gelobter Inszenierung von Mussorgskijs Meisterwerk, die nach dreizehn Jahren auf die Bühne der Staatsoper Hamburg zurückkehrt. Davon, dass Mussorgskijs musikalische Erzählung der politischen Machtkämpfe kurz vor der Herrschaft Peter I. auch heute noch von verblüffender Aktualität sind, ist der Regisseur überzeugt: »Es ist ein Panomara des Kampfes um Macht und Machtgebrauch. Jeder behauptet, für Russland zu sein, für die Nation, für das Land. Aber eigentlich wirtschaftet jeder nur in die eigene Tasche. Ob das nun in der Zarenzeit spielt oder nicht – diese Situation finden wir heute in Russland genauso wieder…«.
Die Musikalische Leitung der Wiederaufnahme hat
Simone Young. Als Fürst Iwan Chowanskij ist
Matti Salminen zu hören. Der finnische Bassist war schon bei der Premiere von »Chowanschtschina« dabei und trat an der Staatsoper zuletzt als Hunding in der »Walküren«-Gala mit Plácido Domingo auf. Auch
Elena Zaremba hat die Partie der Marfa bereits hier übernommen. Als Carmen und Ulrica gastierte sie zuletzt an der Dammtorstraße. Die Rolle des Fürst Andrej Chowanskij übernimmt
Viktor Lutsiuk, der Tenor war 2003/2004 wiederholt zu Gast als Kalaf, Ismaele und Hermann. Die Qualität des Hamburger Opernensembles zeigt sich auch bei dieser Wiederaufnahme: große Rollen dieser Produktion werden von hauseigenen Sängern übernommen. So ist
Peter Galliard als Golitzyn zu erleben, der Tenor wurde unlängst bei seinem Debüt als Mime begeistert gefeiert und konnte auch als Alfred Kampf in »Le Bal« einen großen Erfolg verbuchen. Schaklowitij wird von
Lauri Vasar gesungen, der seit Beginn der Saison Mitglied im Hamburger Ensemble ist. Und
Tigran Martirossian – Opernfans bereits als Fiesco, Don Basilio, Selim und Daland bekannt – interpretiert die Partie des Dossifej. In den weiteren Rollen sind
Katerina Tretyakova (Emma),
Dovlet Nurgeldiyev (Kusjka),
Wilhelm Schwinghammer (Strechnjew/1. Strelez) und
Hee-Saup Yoon (2. Strelez) zu hören.
Wiederaufnahme: Ostersamstag, 3. April 2010, 19.00 Uhr
Vorstellungen: 7., 11., 14., 18. April 2010, 19.00 Uhr
Karten sind an der Tageskasse der Hamburgischen Staatsoper, unter der Telefonnummer 040 / 35 68 68,
online sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.
* * * * * * * * * * * * *
Denise Epstein und Olivier Philipponnat bei »Le Bal«
Olivier Philipponnat, Denise Epstein, Oscar Strasnoy
Bei der dritten Vorstellung der »Trilogie der Frauen« saßen ganz besondere Gäste im Publikum: Irène Némirovskys Tochter
Denise Epstein und ihr Biograf
Olivier Philipponnat kamen nach Hamburg, um sich »Le Bal« anzuschauen. Für Denise Epstein war es der erste Besuch in Deutschland, und sie zeigte sich von der Aufführung sehr bewegt. »Meiner Mutter hätte diese Version ihres Romans sehr gefallen«, sagte sie. »Ich mochte die ganze Inszenierung und die Ausstattung, und die Sänger waren wunderbar. Und ich liebe das Augenzwinkern von Antoinette am Ende, wenn der Vorhang fällt. Als wolle sie sagen, Euch hab’ ich’s aber gegeben!« Im Anschluss an die Vorstellung gratulierte sie den Sängerinnen und Sängern sowie dem Komponisten
Oscar Strasnoy und der Dirigentin
Simone Young. Für sie sei es ein merkwürdiges Gefühl gewesen, ihre Familie auf der Bühne zu sehen, gibt sie zu – in ihrem kurzen Roman zeichnete Denise Epsteins Mutter Irène Nérmirovsky ein bitterböses Bild ihrer eigenen lieblosen Mutter.
»Le Bal« steht im Rahmen der »Trilogie der Frauen« noch zwei Mal auf dem Spielplan der Staatsoper.
Vorstellungen: 23. und 26. März, 19.00 Uhr
Karten sind an der Tageskasse der Hamburgischen Staatsoper, unter der Telefonnummer 040 / 35 68 68,
online sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.
* * * * * * * * * * * * *
Franz Grundheber wird Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper
Franz Grundheber
Franz Grundheber wurde Anfang März zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt. Der Bariton erhielt damit die höchste Auszeichnung des Wiener Opernhauses und gehört nun zu einem auf 45 Mitglieder limitierten Kreis von Menschen, die »durch ihr Wirken im Hause zu dessen Ruhm in besonderem Maße beitragen«, wie Ioan Holender, Direktor der Wiener Staatsoper, sagte.
Franz Grundhebers Weltkarriere begann an der Hamburgischen Staatsoper, wo er von 1966 bis 1988 zum Ensemble gehörte. Seitdem ist er dem Haus durch einen Gastvertrag eng verbunden. In dieser Saison war er hier in der Titelrolle von Wagners »Der fliegende Holländer« zu erleben. Diese Partie interpretierte er auch im September 2009 beim Edinburgh Festival im Rahmen des Gastspiels der Staatsoper. Zuletzt gab er hier im Februar 2010 mit großem Erfolg sein Rollendebüt als Carlo Gérard in einer konzertanten Produktion von Umberto Giordanos »Andrea Chénier«.
Auch die Wiener Staatsoper ist ein Zentrum seines künstlerischen Schaffens. Seit seinem Debüt 1976 ist er dort bislang 234 Mal in 26 verschiedenen Produktionen aufgetreten. In Partien wie Wozzeck, Kurwenal, Scarpia, Amonasro, Holländer, Rigoletto, Amfortas, Borromeo, Macbeth und Simon Boccanegra überzeugte er immer wieder. Zuletzt wurde er in Wien für die Interpretation des Moses in Schönbergs »Moses und Aron« von Publikum und Presse gefeiert. Im Anschluss an die Vorstellung am 6. März wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
* * * * * * * * * * * * *
Junge Opernfreunde: Einführung und Diskussion zu »Salome«
»Salome«
In dieser Spielzeit setzen die Jungen Opernfreunde ihre eigenen Einführungen und Diskussionen zu Produktionen der Staatsoper fort. Am Sonntag, den 28. März stellen sie jungen Opernbesuchern Richard Strauss' »Salome« in der eindringlichen Deutung von Willy Decker vor. Sowohl Opernneulinge als auch Fortgeschrittene werden Neues über die Musik und die Inszenierung erfahren. Im Zentrum der Einführung steht, neben der Musik von Richard Strauss und der Handlung der Oper, das ursprüngliche Drama »Salomé« von Oscar Wilde, das die Grundlage des Librettos ist. »Salome« gilt als eine der ersten so genannten Literaturopern, die in größerem Umfang Formulierungen aus Werken des Sprechtheaters direkt übernehmen. Nach dem gemeinsamen Besuch der Vorstellung gibt es wieder eine Diskussion mit dem bereits zur Tradition gewordenen Quiz – und wie immer gibt es Opernkarten zu gewinnen.
Alle, die
jünger als 30 Jahre sind, bekommen ab Montag, dem 22. März an der Tageskasse der Hamburgischen Staatsoper
Karten für die »Salome«-Vorstellung für 15 Euro. JugendCard-Besitzer und Jugendabonnenten können zusätzlich zu ihrer eigenen Karte eine zweite kaufen.
Einführung: 15 Uhr, Probebühne 3
Vorstellung »Salome«: 16 Uhr, Großes Haus
Diskussion: direkt im Anschluss an die Vorstellung, Probebühne 3
* * * * * * * * * * * * *
Mit herzlichen Grüßen, Ihre Newsletter-Redaktion
Bettina Bermbach und Anja Bornhöft
19. März 2010
Unsere nächsten Veranstaltungen (19. bis 28. März):
Freitag, 19. März:
After work 7 »Zwei Herzen im Dreivierteltakt«. 18.00 Uhr Opera stabile
Informationen erhalten Sie
hier.
Freitag, 19. März:
»Il Barbiere di Siviglia« (Rossini). 19.30 Uhr Großes Haus
Informationen und Tickets erhalten Sie
hier.
Samstag, 20. März:
»La Sylphide« (Ballett von Lacotte). 19.30 Uhr Großes Haus
Informationen und Tickets erhalten Sie
hier.
Sonntag, 21. März:
»Salome« (Strauss). 19.30 Uhr Großes Haus
Informationen und Tickets erhalten Sie
hier.
Dienstag, 23. März:
»Trilogie der Frauen – Erwartung / Le Bal / Das Gehege« (Schönberg / Strasnoy / Rihm). 19.00 Uhr Großes Haus. Einführung: 18.20 Uhr, Opera stabile
Informationen und Tickets erhalten Sie
hier.
Donnerstag, 25. März:
»Il Barbiere di Siviglia« (Rossini). 19.30 Uhr Großes Haus
Informationen und Tickets erhalten Sie
hier.
Freitag, 26. März:
»Trilogie der Frauen – Erwartung / Le Bal / Das Gehege« (Schönberg / Strasnoy / Rihm). 19.00 Uhr Großes Haus. Einführung: 18.20 Uhr, Probebühne 3
Informationen und Tickets erhalten Sie
hier.
Samstag, 27. März:
»Daphnis und Chloë / Der Nachmittag eines Fauns / Le Sacre« (Ballett von Neumeier). 19.30 Uhr Großes Haus
Einführung: 18.45 Uhr, Probebühne 1
Informationen und Tickets erhalten Sie
hier.
Sonntag, 28. März:
»Salome« (Strauss). 16.00 Uhr Großes Haus
Einführung der Jungen Opernfreunde Hamburg: 15.00 Uhr, Probebühne 3
Informationen und Tickets erhalten Sie
hier.