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4. Sinfoniekonzert: Glückssuche und Schicksalsgewalt
»Topmodel«: Operettenshow für Jugendliche feiert Uraufführung
Neu auf YouTube: Trailer zu »Werther«
spoken pieces: »Wir Untote« am 04/12 im Jungen Studio
Weihnachtliche Gastspiele am Theater Lübeck

4. Sinfoniekonzert: Glückssuche und Schicksalsgewalt

  
(Foto: Olaf Malzahn)

Wenn man über ungarische Musik des 20. Jahrhunderts spricht, werden oft zwei Namen im selben Atemzug genannt – Béla Bartók und Zoltan Kodály. Tief mit der Musik und den Bräuchen ihrer Heimat Ungarn verbunden, begaben sie sich ab 1905 in unzähligen Reisen zusammen auf die Suche nach Glück, Inspiration und Identität, indem sie das Volksliedgut ihres Heimatlandes erforschten und dokumentierten.

Als Kodály 1933 ein Stück anlässlich des 80-jährigen Bestehens der Budapester Philharmonie schrieb, besann er sich womöglich auf die unbeschwert-glücklichen Tage seiner Kindheit zurück. Den Ort Galánta beschreibt er selbst als »kleinen ungarischen Marktflecken an der alten Bahnstrecke Wien-Budapest, wo der Verfasser sieben Jahre seiner Kindheit verbrachte. Damals wohnte dort eine berühmte Zigeunerkapelle, die dem Kinde den ersten ›Orchesterklang‹ einprägte«. Der folkloristische Charakter in den fünf ineinander übergehenden Sätzen der »Tänze aus Galánta« verdeutlicht am besten Kodálys Musiksprache, über die Bartók einmal sagte: »Seine Musik ist ein Glaubensbekenntnis an den ungarischen Geist.«

Nachdem Bartók im Oktober 1940 in die USA emigrierte, um vor den Nationalsozialisten zu fliehen und den Rest seines Lebens glücklich mit seiner zweiten Ehefrau Ditta Pásztory zu verbringen, kam es anders als geplant. Er verbrachte die letzten fünf Jahre seines Lebens von Krankheit geplagt in bescheidenen Verhältnissen. Es entstanden nur noch wenige Werke – das 3. Klavierkonzert war sein allerletztes. Als Geburtstagsgeschenk seiner Frau gewidmet, spricht Bartóks letztes Werk melodisch, sanft und unverschlüsselt zum heutigen Hörer und ruft eine Reihe von Naturassoziationen wach.

Um schicksalhafte Wendungen im Leben dreht es sich auch in der Sinfonie Nr. 4 von Peter Tschaikowsky. Er selbst spricht vom »Fatum«, wenn zu Beginn des ersten Satzes die Fanfare ertönt. Das schicksalhafte Kernmotiv zieht sich durch die gesamte Sinfonie, unermüdlich kehrt es wieder, schwirrt die ganze Zeit wie ein Damoklesschwert über unserem Haupt. Das wohl autobiografischste Stück Tschaikowskys, über das er selbst sagte, dass »darin kein Strich, der nicht meinen aufrichtigen Gefühlen entstammt!«, zeigt uns viel von der Gedankenwelt des sensiblen Künstlers.

Zoltán Kodály (1882-1967) Tänze aus Galánta
Béla Bartók (1881-1945) Klavierkonzert Nr. 3 Sz 119
Peter Tschaikowsky (1840-1893) Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 136

Dirigent C. Gedschold
Klavier T. Barto

Konzerte 16/12, 11.00 Uhr · 17/12, 19.30 Uhr, Musik- und Kongresshalle

Theaterkasse 0451/399 600 Kartenkauf online www.theaterluebeck.de

 

»Topmodel«: Operettenshow für Jugendliche feiert Uraufführung

  

Dabei sein ist das Größte bei der Suche nach dem Topmodel! Die berühmte Casting-Show macht in Lübeck Station und alle sind eingeladen, mitzumachen! Erste Outfits werden anprobiert, die Haare müssen umgestylt werden und die besten Posen werden geübt. Die ersten Zickereien und Eifersüchteleien sind auch sofort mit von der Partie. Denn alle sind Konkurrenz: Jede*r möchte unbedingt bis zum Schluss dabei sein! Dafür muss man sich immer wieder einer neuen Herausforderung stellen beim nächsten Walk oder Shooting. Und nicht alle angehenden Models sind den Überraschungen der Show gewachsen. Die Jury ist knallhart und findet für jede Schwäche direkte Worte. Nur wer das aushält und dabei die ganze Zeit noch schön aussieht, hat die Chance das heißersehnte Foto zu erhalten, um eine Runde weiter zu kommen. Doch wie lange ertragen die jungen Kandidatinnen und Kandidaten diesen Stress? Und auch die Jury steht vor großen Herausforderungen, die sie so nicht erwartet hätte. Wie wird diese rasante Show bloß enden?

Musikalische Leitung C. Augustin Inszenierung S. Mink Ausstattung K. Diegmann

Mit C. Bach, L. Bublitz, M. Dürr, A. Reichwein; G. Drake, T. Hagge, L. Paulenz/L. Luda, D. Rave

Uraufführung 15/12, 19.00 Uhr, Junges Studio
Weitere Termine 16/12, 18.30 Uhr, 17/12, 18/12, jeweils 11.00 Uhr

Theaterkasse 0451/399 600 Kartenkauf online www.theaterluebeck.de

 

Neu auf YouTube: Trailer zu »Werther«

Am 16/11 hob sich im Großen Haus der Vorhang für Jules Massenets Oper »Werther«, inszeniert von Sandra Leupold. Sehen Sie jetzt den Trailer zum Stück auf YouTube! Erste Pressestimmen geben die Premierenstimmung wieder:

»Hier entwickelt sich das tödlich endende Spiel um die beiden Liebenden in überaus eindringlicher Weise. Denn nichts lenkt ab vom musikalischen und psychologischen Geschehen. [...] Wie die Regisseurin ihr Personal auf der Bühne führt, ist große Kunst. Stilisierte, langsame Bewegungen gehören zu ihrem Standard-Repertoire, sie sorgen für einen gewissen Entfremdungs-Faktor, der Distanz schafft zwischen Publikum und Bühne. [...] Das ist vorzüglich dargestellt in dieser Inszenierung, schlüssig und auch in dieser radikal reduzierten Ästhetik überzeugend. [...] Herausragend im Ensemble war wieder einmal Wioletta Hebrowska als Charlotte. [...] Ihr Gesang war [...] makellos. Yoonki Baek in der Titelrolle des Werther erwies sich als Tenor mit fundierter stimmlicher Tiefe [...]. Darstellerisch wusste er zu überzeugen. [...] Das Publikum spendete am Ende lang anhaltenden Beifall für diese Inszenierung, die keinerlei Attraktionen bot, sondern sich auf ein Psychogramm beschränkte. Trotzdem große Oper.« (Lübecker Nachrichten)

»Manfred Hermann Lehner, Kapellmeister aus Rostock, entlockt den Lübecker Philharmonikern an vielen Stellen wahre Klangfluten, begleitet an anderen Stellen sehr sängerfreundlich, denn die Hauptfiguren haben zweieinhalb Stunden lang Schwerstarbeit zu leisten.« (HL-live)

»Dem Philharmonischen Orchester der Hansestadt Lübeck unter der Leitung von Manfred Hermann Lehner gelang vom ersten düsteren dramatischen Akkord an, angenehmen Pathos und Dramatik zu erzeugen. [...] Die Amerikanerin Emma McNairy singt die Sophie mit glockenklarem Sopran [...]. Ähnliches gilt Wioletta Hebrowska als Charlotte, die Polin fasziniert mit einem warmen, leicht rauchigen Mezzo, der ideal zu der eigentlich mit beiden Beinen im Leben stehenden, doch durch Werther in sich zerrissenen, jungen Frau passt. [...] Yoonki Baek als Titelheld jedoch gebührt die meiste Anerkennung und eine virtuelle ›Standing Ovation‹ für seine überragende Leistung. [...] Er machte seine Sache hervorragend. Das Publikum feierte alle, wirklich alle Beteiligten. Alles in allem bewies der Premierenabend, dass es nicht auf die Größe eines Hauses ankommt, um musikalisch Gutes zu bieten.« (Das Opernmagazin)

»Sandra Leupolds [...] Blick auf Jules Massenet ›Werther‹ war außerordentlich schlüssig. [...] Manfred Hermann Lehner verstand es, dies mit den Musikern der Lübecker Philharmoniker lebhaft zu gestalten, besonders bei rein instrumentalen Sätzen. [...] Insgesamt war das ein Opernabend von beeindruckender Qualität.« (nmz-online)

Musikalische Leitung M. H. Lehner Inszenierung S. Leupold Bühne H. Zimmermann Kostüme J. Hochfeld

Mit W. Hebrowska, E. McNairy/C. Austin; Y. Baek, J. H. Choi, Y.-H. Choi, H. Song, G. Quinn; Mitglieder der Lübecker Knabenkantorei an St. Marien und des Mädchenchores der Gemeinnützigen; Statisterie; Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Termine 20/12, 11/01, jeweils 19.30 Uhr, u.a.

Theaterkasse 0451/399 600 Kartenkauf online www.theaterluebeck.de

 

spoken pieces: »Wir Untote« am 04/12 im Jungen Studio

Heute Abend, 30/11, feiern wir in den Kammerspielen die Uraufführung von »DIE TONIGHT, LIVE FOREVER oder DAS PRINZIP NOSFERATU«. Regisseurin Marie Bues und Choreographin Nicki Liszta inszenieren Sivan Ben Yishais Text gemeinsam mit einem gemischten Ensemble aus Tänzer*innen und Schauspieler*innen. Den Trailer zur Inszenierung können Sie jetzt auf YouTube sehen. Weitere Infos zum Stück gibt es hier.

Am 04/12 findet im Jungen Studio im Rahmen dieser Produktion in der Reihe »spoken pieces« eine Lesung unter dem Titel »Wir Untote« statt. Eine szenische Lesung mit Untoten aller Art, klassischen Vampirgeschichten wie Bram Strokers »Dracula« sowie Texten von Zombies unserer Zeit wie in Sivan Ben Yishais »DIE TONIGHT, LIVE FOREVER oder DAS PRINZIP NOSFERATU«. Die Bar ist geöffnet und ein Interview mit Vampiren möglich.

Es lesen H. Kock und J. D. Talinski
Eingerichtet von C. Mosler

Termin 04/12, 20.00 Uhr, Junges Studio

Eintritt 3 Euro (ermäßigt 1 Euro)

Theaterkasse 0451/399 600 Kartenkauf online www.theaterluebeck.de

 

Weihnachtliche Gastspiele am Theater Lübeck


Hans Scheibner liest in den Kammerspielen (Foto: Petra Scheibner)

Im Dezember stehen neben zahlreichen hauseigenen Veranstaltungen und Produktionen - vom beliebten Adventscafé »Café Noël« über den Märchenopern-Klassiker »Hänsel und Gretel« bis hin zum Weihnachtskonzert - Gastspiele auf dem Spielplan, die für weihnachtliche Stimmung sorgen: In den Kammerspielen präsentieren die American Drama Group Europe am 07/12 »A Christmas Carol« von Charles Dickens in englischer Sprache. Hans Scheibner liest, ebenfalls in den Kammerspielen, am 14/12 sein Jubiläums-Weihnachts-Programm »Wer nimmt Oma?« - in diesem Jahr zum letzten Mal mit den neuesten und besten Sketchen, Geschichten und Liedern. Im Jungen Studio gastiert am 20. Dezember »Musical Christmas mit Chris Murray« - eine weihnachtliche Mischung aus Musicalsongs, Weihnachtsliedern und Filmmusik mit Chris Murray, dem Lübecker Publikum bekannt als Fagin im Musical »Oliver!«.

Theaterkasse 0451/399 600 Kartenkauf online www.theaterluebeck.de

 

Mit freundlichen Grüßen

Julia Voije und Sarah Schmittmann

Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
30/11/18
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