Mangi Meli Remains in Tansania und Maji Maji Flava in Berlin

Liebes Publikum,

wir wollen Sie herzlich zu zwei Flinn Works Projekten zu heutigen Auswirkungen der Kolonialgeschichte einladen, die jeweils von tansanisch-deutschen Teams entwickelt wurden:

Bis Ende Januar war unsere Ausstellung und Videoskulptur Mangi Meli Remains (als Teil der Ausstellung THE DEAD AS FAR AS [   ] CAN REMEMBER) im Tieranatomischen Theater zu sehen. 2500 Besucher*innen machten sie zur bisher erfolgreichsten Ausstellung in diesem historischen Gebäude auf dem Campus Nord der Humboldt-Universität zu Berlin. Von Fachbesucher*innen und Presse wurde sie als beispielgebend für die Beschäftigung mit dem kolonialen Erbe angesehen. Seit dem 5. Februar ist Mangi Meli Remains in einem weiteren historischen Gebäude zu sehen, nämlich der alten "Boma" (Festung) im DARCH in Dar es Salaam (Tansania). Ehrengast war der Enkel von Mangi Meli, Isaria Meli, der in Anwesenheit des deutschen Botschafters in Tansania die Ausstellung eröffnete. Ab dem 2. März wird Mangi Meli Remains schließlich dauerhaft im eigens dafür sanierten Old Court Building in Old Moshi am Fuße des Kilimanjaro gezeigt, wo die Ausstellung an den Widerstand des antikolonialen Freiheitskämpfers Mangi Meli erinnert und als Platzhalter für dessen noch immer verschollenes Haupt fungiert.

Wir freuen uns sehr, dass wir u.a. mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung unser Stück Maji Maji Flava am 2. und 3. April 2019 erneut in den Sophiensælen Berlin zeigen können. Im Anschluss an die Aufführung am 2. April wird der Dokumentarfilm Making of Maji Maji Flava von Julia Gechter über den Entstehungsprozess der Theaterperformance gezeigt, am 3. April diskutieren wir mit Berlin Postkolonial zur Umbenennung kolonialer Straßennamen in Berlin-Wedding, dort soll u.a. die jetzige Petersallee in Maji-Maji-Allee umbenannt werden.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in den Sophiensælen,

Flinn Works und Team

MAJI MAJI FLAVA
Postkoloniale Theaterperformance

02.04.2019, 19.30 Uhr Sophiensæle Berlin im Anschluss Filmvorführung "Making Of Maji Maji Flava" (28 min, Dokumentation von Julia Gechter)

03.04.2019, 19.30 Uhr Sophiensæle Berlin im Anschluss Diskussion zur Straßenumbenennung in Berlin-Wedding mit Berlin Postkolonial und Gästen


Das deutsch-tansanische Projekt nimmt den Maji Maji Krieg (1905-07) als Ausgangspunkt, einen der größten Kolonialkriege in der Geschichte Afrikas. Verschiedene Bevölkerungsgruppen im damaligen Deutsch-Ostafrika kämpften gegen die deutsche Gewaltherrschaft, vereint im Glauben an die Kraft des „Maji“ (Wasser). Die Prophezeiung des Maji Maji Kults lautete, die deutschen Gewehrkugeln würden sich in Wasser verwandeln. Im heutigen Tansania kennt jedes Schulkind diese Geschichte. Der Maji Maji Krieg wird dort als Meilenstein auf dem Weg zur Unabhängigkeit gefeiert, in Deutschland ist er kaum bekannt. Welche Parallelen gibt es heute zu diesem Krieg, der gleichzeitig Mythos, Legende, Tabu und historisches Ereignis ist? Im Laufe eines Recherche- und Probenprozesses in Tansania und Deutschland setzen sich das Team von Flinn Works (Berlin), zwei Tänzer-Musiker von Asedeva (Dar es Salaam) und Mitgliedern des Staatstheater Kassel mit dem Maji Maji Krieg und heutigen neokolonialen Strukturen auseinander. Dabei lassen sie ihre jeweiligen politisch-historischen, sprachlichen und künstlerischen Prägungen auf der Bühne aufeinanderprallen. Maji Maji Flava handelt von der Magie des Wassers und musikalischen Kommunikations-Codes, Rassismus und Entwicklungshilfe und nicht zuletzt davon, wie man Kriege im Nachhinein glorifizieren oder unter den Teppich kehren kann. Die Performer*innen bilden eine Band: aus treibenden tansanischen Rhythmen und Liedern der kasierlichen Schutztruppe entsteht eine musikalische Theater- und Tanzperformance. Deutsch changiert dabei mit Kisuaheli und Englisch, traditionelle Tänze treffen auf geopolitische Satire und Performance-Theater mischt sich mit dem Sound von Bongo Flava.

Sprache: Englisch, Deutsch und Kisuaheli

Dauer: 1,5 Stunden ohne Pause

Mit: ISACK PETER ABENEKO, JAN S. BEYER, SABRINA CEESAY, KONRADIN KUNZE, SHABANI MUGADO, LISA STEPF // Regie: SOPHIA STEPF // Choreografie: ISACK PETER ABENEKO // Musikalische Leitung: JAN S. BEYER // Ausstattung: BRIGITTE SCHIMA // Dokumentarfilm: JULIA GECHTER // Regieassistenz: TAMARA BODDEN // Technik: SUSANA ALONSO // Kompaniemanagement: HELENA TSIFLIDIS

Eine FLINN WORKS Produktion in Koproduktion mit ASEDEVA (Dar es Salaam) und in Kooperation mit dem STAATSTHEATER KASSEL. Gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes sowie durch das Goethe-Institut Tansania, das Kulturamt der Stadt Kassel und die Vijana Vipaji Foundation. Die Wiederaufnahme wird durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung ermöglicht.

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