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Im Juni geht es Schlag auf Schlag und so stehen gleich zwei aktuelle Ausstellungsprojekte binnen einer Woche an.

 

Zu den Eröffnungen der Ausstellungen
‚Max Unold: Kunstgeschichten’
am heutigen Donnerstag, dem 7. Juni 2018 um 19 Uhr

und

‚Gili Avissar: Schwarze Zunge’
am Freitag, dem 15. Juni 2018 um 19 Uhr
möchten wir Sie sehr herzlich einladen!

 

Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch! Der Eintritt am Eröffnungsabend ist selbstverständlich frei.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Team der MEWO Kunsthalle

Inhalt

Max Unold: Kunstgeschichten
Gili Avissar: Schwarze Zunge
Weitere Termine in den kommenden Wochen

Max Unold: Kunstgeschichten

Max Unold: Kunstgeschichten

8. Juni 2018 bis 23. September 2018

Eröffnung: Heute! Donnerstag, 7. Juni 2018 um 19 Uhr - Eintritt frei!

 

Max Unold, Dame im blauen Kleid, 1913

Max Unold

*1885 in Memmingen, †1964 in München

Die Kunstgeschichte hat sich nur begrenzt ein Urteil zu Max Unold gebildet. Wenige Publikationen setzen sich überhaupt mit ihm und seinem Werk auseinander und die Ausstellungen der vergangenen Jahrzehnte waren eher terminlich geboten denn künstlerisch motiviert. In der Diskussion seiner Arbeiten ist zumeist die Rede von einer frühen Annäherung an van Gogh und Cezanne und einer stilistischen Zugehörigkeit zur Neuen Sachlichkeit; das malerische Spätwerk hingegen findet wenig Erwähnung. Im Zusammenhang seines Werks fällt gelegentlich auch der Begriff der „Entarteten Kunst“ (zwei Bilder und 36 Grafiken von Max Unold wurden im Rahmen der „Säuberungsaktionen“ der Nationalsozialisten aus deutschen Museen entfernt). Seine Buchillustrationen sind weitverbreitet und teilweise bis heute in Druck; bisweilen schrieb er auch selbst – über Kunst und Anekdotisches über das Leben.

Nach dem Studium der Klassischen Philologie und dem Besuch einer privaten Zeichenschule studierte Max Unold von 1908 bis 1911 an der Akademie der Bildenden Künste in München. Rasch stellten sich erste künstlerische Erfolge ein. Bereits 1913 gewann er mit der Dame im blauen Kleid eine Goldmedaille auf der Ausstellung der Münchner Secession, kurz darauf erhielt er den Auftrag für die Gestaltung des monumentalen Mosaiks im Oktogon des neuerrichteten Museums in Wiesbaden. Beide Werke sind Ausgangspunkte dieser Ausstellung.

Auch in künstlerischen Verbänden war Max Unold aktiv. Schon 1913 war er einer der Mitbegründer der Münchner Neuen Secession – der er später, bis zur zwangsweisen Auflösung 1936, auch als Präsident vorstand. 1927 erfolgte die Ernennung zum Professor an der Münchner Akademie. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er Präsident des neugeschaffenen Berufsverbandes Bildender Künstler in München, Mitglied des Bayerischen Senats sowie Mitglied der deutschen UNESCO-Kommision.

Der umfangreiche Nachlass Max Unolds gehört heute zum Bestand der MEWO Kunsthalle; er wird hier kunsthistorisch aufbereitet und durch Ausstellungen wie auch Publikationen erschlossen.

›Max Unold: Kunstgeschichten‹ trägt zwei Erzählungen zur neuerlichen Diskussion seines Werkes bei.

Anicuța Belau

Anicuța Levin-Belau

*1886 in Bukarest, †1965 in Edinburgh

Anicuța Belau (die in der Literatur zu Max Unold bislang nur als Anicuța oder Anikuzza bekannt war) war eine junge Frau aus großbürgerlicher rumäniendeutscher Familie (ihr Vater, Paul Belau, war ein international tätiger Architekt, der maßgeblich am Bau des Gran Teatro in Havanna beteiligt war), die 1907 aus Bukarest nach München kam, um sich zur Künstlerin ausbilden zu lassen. Kurz nach ihrer Ankunft lernte sie Max Unold kennen, erste Liebesbriefe wurden im Mai 1908 ausgetauscht. Bis 1915 war sie seine Lebensgefährtin, Muse und engste Beraterin. In dieser Zeit entstanden einige bedeutende Portraits, deren bekanntestes die Dame im blauen Kleid (1913) ist.

Briefe in ihrem umfangreichen schriftlichen Nachlass, der mittlerweile an der University of Edinburgh verwahrt wird, zeichnen uns das Bild einer aufgeschlossenen jungen Frau, die Teil der künstlerischen Boheme in München war. Sie pflegte zahlreiche Freundschaften mit Künstlern und sah sich ihre Rolle als Muse und Salonnière. Zu ihrem Freundeskreis zählten unter anderen Joachim & Leonharda (Muschelkalk) Ringelnatz, Richard Koester (Karl Kinndt), Annemarie (Mirl) Seidel, Edwin Scharff und Oskar Coester.

Im April 1915 trennte sich Anicuța Belau endgültig von Max Unold; im Herbst desselben Jahres kam es zur Verbindung mit Ernst Levin, einem Arzt und langjährigen Freund, dessen Vater der Berliner Kommerzienrat und Mäzen Willy Levin war. 1917 heirateten die beiden, zwei Jahre später kam die gemeinsame Tochter Anna Katharina (Annekathrin) zur Welt. Es folgen turbulente Jahre in München.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte Ernst Levin 1933 nach Edinburgh. Er arbeitete dort als Neurologe an der University of Edinburgh. Anicuța Levin-Belau verblieb zunächst in München. Doch mit der Zeit wurde die Situation auch für sie und vor allem für ihre Tochter Annkathrin unerträglich, denn diese galt nach den Nürnberger Rassegesetzen von 1935 als „Halbjüdin“. 1937 folgten beide Ernst Levin nach Edinburgh.

Nach 1945 lebte der Briefverkehr mit Max Unold vorsichtig wieder auf.

Anicuța Levin-Belau und Ernst Levin kehrten nie nach Deutschland zurück.

Mosaike

Der zweite Teil der Ausstellung präsentiert zum Teil monumentale Mosaike, die nach Entwürfen von Max Unold entstanden.

Die meisten dieser Projekte sind im Nachlass gut dokumentiert. Dies beginnt mit der Ausgestaltung des Wiesbadener Museums (ab 1913), später folgen dekorative Wandelemente mit den vier Tageszeiten für den Schnelldampfer Europa (1930) des Norddeutschen Lloyds. Da auch die nationalsozialistischen Machthaber eine Vorliebe für Mosaike hatten, erhielt Max Unold auch von diesen einige große Aufträge. So gestaltete er die Kasinos der Fliegerhorste in Memmingerberg und Kitzingen (1936), und 1937 trug ein großes Mosaik zu Albert Speers Deutschem Haus auf der Weltausstellung in Paris bei. Letzteres scheint das einzige Mosaik zu sein, von dem sich keine detaillierte Skizze mehr im Nachlass vorhanden ist. Ein Adler auf goldenem Hakenkreuzgrund war wohl zu inkriminierend. Einzig in einem Skizzenbuch finden sich einige Details eines Adlers.

 

MEWO KUNSTHALLE
Bahnhofstr. 1
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Gili Avissar: Schwarze Zunge

Gili Avissar: Schwarze Zunge

16. Juni 2018 bis 14. Oktober 2018

Eröffnung: Freitag, 15. Juni 2018 um 19 Uhr - Eintritt frei!

Zur Eröffnung der Ausstellung am 15. Juni 2018 gibt es eine Performance von Gili Avissar, Stephanie Müller (rag*treasure) und Miriam Haltmeier.

 

Gili Avissar, Schwarze Zunge, 2018

Die bunten Stoffe in Gili Avissars Werken sind zu raumgreifenden Installationen vernäht. Sie hängen von Gerüsten und teilen den Raum wie Wände. Aus den Objekten stülpen sich weitere Formen hervor, zuweilen sind diese befüllt, beschwert oder mit Seilen und Schnüren im Raum verknüpft. Die Muster und Texturen der verschiedenen Stoffe verbinden sich in den Installationen zu flirrenden Collagen.

Gili Avissar arbeitet kontinuierlich an und mit diesen Objekten. Ständig verändert er sie und bringt sie in einen neuen Zusammenhang. Fast kann man diese Arbeitsweise als organisch bezeichnen. Alte Arbeiten variiert er immer wieder aufs Neue, er zerteilt sie oder näht sie ganz in einen neuen Zusammenhang ein. Jede Raumsituation erfordert für ihn auch andere Arbeiten.

Die Werke sind abstrakt. Nur gelegentlich sind Darstellungen zu erahnen. Die genähten Bilder von Augen bilden das Zentrum zweier Arbeiten. Sie blicken aus den Objekten heraus, so als ob sich dahinter ein riesenhaftes Wesen

Kostüme sind ein wichtiger Teil der Arbeit von Gili Avissar. Parallel zu den großen Arbeiten entstehen immer auch Kostüme für Menschen, die dann in Performances in den Ausstellungsräumen getragen werden. Die Lust der Verkleidung, der Veränderung ist allgegenwärtig. Schon häufig hat er mit Theater- und Tanzproduktionen zusammen gearbeitet und Kostüme und Rauminszenierungen entworfen. Seine großen Installationen kostümieren den Raum, sie verkleiden ihn zur Bühne, als ästhetischer Kreativität.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 15. Juni 2018 gibt es eine Performance von Gili Avissar, Stephanie Müller (rag*treasure) und Miriam Haltmeier. 

Gili Avissar (*1980 in Haifa) studierte an der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem, an der Glasgow School of Art und der Bezalel Academy of Art and Design in Tel Aviv. Stipendienaufenthalte brachten ihn in den letzten Jahren unter anderem nach Düsseldorf, Leipzig, Paris und Prag. Er lebt in Tel Aviv.
Zur Vorbereitung dieser Ausstellung verbrachte er zwei Monate in Memmingen.

 

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Weitere Termine in den kommenden Wochen

Weitere Termine in den kommenden Wochen

Juni

07.06.2018, 19 Uhr: Eröffnung der Ausstellung 'Max Unold: Kunstgeschichten' (MEWO Kunsthalle)

12.06.2018, 19 Uhr: Künstlergespräch: Gili Avissar spricht mit Axel Lapp über seine bevorstehende Ausstellung (MEWO Kunsthalle) – in englischer Sprache

15.06.2018, 19 Uhr: Eröffnung der Ausstellung 'Gili Avissar: Schwarze Zunge' (MEWO Kunsthalle)

16.06.2018, 18-24 Uhr: Lange Nacht der Kultur Memmingen

Juli
12.07.2018, 19 Uhr: Künstlergespräch: Hannes Egger spricht mit Axel Lapp über Ausstellung 'How to do things with Words' (MEWO Kunsthalle)

 

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