Wolfgang Amadeus Mozart: Figaros Hochzeit
MEWO Kunsthalle Memmingen
Sa. 20. und Sa. 27. Februar jeweils um 19.00 Uhr
Plakat
Opera buffa in vier Akten - gesungen, gelesen und erzählt
„Will der Herr Graf / Den Tanz mit mir wagen, / Mag er’s nur sagen, / Ich spiel ihm auf!“ Das ist eine Herausforderung und sie wiegt um so schwerer, weil sie aus dem Munde Figaros kommt, der der Kammerdiener des Grafen ist. Das steht ihm einfach nicht zu. Aber in dem Stück bekommt der Diener gegen seinen Herrn am Ende tatsächlich recht. Das stellt die Ordnung der Welt auf den Kopf.
Begierig griff Mozart nach dem Lustspiel des französischen Erfolgsautors Graf Beaumarchais, das im vorrevolutionären Frankreich nur durch Intervention von Marie Antoinette aufgeführt werden konnte. Die politische Zeitbombe gefiel dem rebellischen Mozart, und er ließ sich durch Lorenzo da Ponte eine Kompositionsvorlage schaffen, für die der Kaiser, obwohl die Aufführung von Beaumarchais’ Schauspiel auch in Wien verboten war, aus unerklärlichen Gründen seine Einwilligung gab. Der irrwitzige Einfall Mozarts, nach einem zeitgenössischen verbotenen Theaterstück eine Oper zu schreiben, wurde gegen alle Erwartungen ein außerordentlicher Erfolg.
Der seit 1786 anhaltende Siegeszug der Oper „Figaros Hochzeit“ verdankt sich natürlich nicht nur dem dezenten Aufruf zum Widerstand gegen Adelsprivilegien, sondern vor allem dem musikalischen Genie Mozarts, dem es gelang, aus einem Stück voller Aktualitäten ein Werk von überzeitlicher Gültigkeit zu schaffen. Garant für solche Gültigkeit ist zunächst ein zentrales Thema, das bei Mozart immer im Mittelpunkt steht: Es ist die Liebe. Zum einen geht es um die Liebe der Gräfin zu ihrem Manne, um die sie fürchtet; zum andern geht es um die Liebe des jungen Paares Susanna und Figaro, in die sich der Graf drängt. Zum dritten gibt es da einen Teenager, Cherubino, ein zärtlicher junger Bursche – gespielt von einer Frau –, der sehr shakespearehaft durch die Oper geistert und nicht weiß, wo seine Liebe hin soll. Er liebt alle Frauen und er steht allen Männern im Wege.
Wolfgang Amadeus Mozart 1756-1791, Lauren Francis, Oskar Quesada und Veronika Farkas
Mozarts Musik vermag aus Aktualität, aus Erotik und Sinnlichkeit, aus Schlafzimmerkoketterien, Stelldicheins und Kleidertausch trotz der großen Ensembleszenen ein Kammerspiel zu gestalten, das wie geschaffen ist für die Intimität unserer Opernreihe im Salon der Kunsthalle. Zwar gibt die augenblickliche Ausstellung mit den
Totentänzen einen eher düsteren Hintergrund für die Zärtlichkeiten der Kammeroper, aber gemäß der barocken Formel „carpe diem“ (nütze den Tag!) wird der Impuls der Oper, die kurze Zeit der Jugend und des Liebesglücks zu nützen, um so eindrücklicher.
Joseph Kiermeier-Debre und Lauren Francis, Yvonne Steiner, Veronika Farkas und Stellario Fagone
Dazu werden zuallererst die Damen ihren Beitrag leisten. Sie sind jung und schön und haben mit dem Thema Liebe schon in „Così fan tutte“ bezaubert: Veronika Farkas und Lauren Francis. Diesmal präsentieren sie sich als Cherubino und als Gräfin. Neu dazu kommt die junge Sopranistin Yvonne Steiner als Kammerdienerin Susanne. Sie hat die Theaterakademie August Everding in München absolviert und sich mittlerweile einen Namen in der Szene gemacht. Bewährte Männer stehen ihnen als Graf und als Figaro zur Seite: Der chilenische Bassbariton Oscar Quesada, im letzten Jahr ein überzeugender Strippenzieher im Intrigengewirr von Mozarts „Così“, ist erneut mit von der Partie und der ebenso stimmgewaltige Bariton Tobias Neumann als Figaro, alias der feurige Liebhaber Guglielmo. Stellario Fagone wird mit italienischem Temperament wie immer die musikalischen Fäden zum glänzenden Gespinst verweben und Joseph Kiermeier-Debre bürgt für eine unterhaltsame und vergnügliche Geschichte von den Irrungen und Wirrungen eines klassischen Sommernachtstraums. Hier wie dort, wie in jeder Komödie, mündet das Spiel der Liebe ins herrlichste Glück, in Hochzeit und Brautbett. Feiern Sie mit uns und mit Mozarts unsterblicher Musik!
MEWO Kunsthalle Memmingen, Bahnhofstraße 1
Sa. 20. und Sa. 27. Februar jeweils um 19.00 Uhr
Eintritt 15.00 Euro auf allen Plätzen
Kartenvorverkauf: MEWO Kunsthalle zu den Öffnungszeiten Di-So und Feiertage 11-17 Uhr
Tel. 08331/850-771
Aktuelle Ausstellung
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