Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der MEWO Kunsthalle,

wir freuen uns sehr, Ihnen die nächste Ausstellungseröffnung in unserem Haus ankündigen zu dürfen. Die US-Amerikanerin Rajkamal Kahlon befasst sich mit unserer Vorstellung von der Welt, die über lange Zeit auf eurozentrischen ethnografischen und bisweilen äußerst rassistischen Darstellungen fußte. Mit malerischen Mitteln überarbeitet sie die damals verwendeten Bilder, aktualisiert und kommentiert diese.

 

Zur Eröffnung der Ausstellung 
'Rajkamal Kahlon: Die Völker der Erde'
am Donnerstag, dem 11. April 2019 um 19 Uhr

möchten wir Sie sehr herzlich einladen!

 

Der Eintritt am Eröffnungsabend ist frei.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Team der MEWO Kunsthalle

Inhalt

Rajkamal Kahlon: Die Völker der Erde
Monica Germann & Daniel Lorenzi: Dreht sich die Spiegelkugel zum Punktlicht
Jadranka Kosorcic: Status Quo

Rajkamal Kahlon: Die Völker der Erde

Rajkamal Kahlon: Die Völker der Erde

12. April bis 25. August 2019

Rajkamal Kahlon untersucht in ihren Arbeiten die ideologische Perspektive ethnografischer Portraitfotografie. Sie nutzt historische Buchillustrationen, die sie malerisch überarbeitet indem sie die Kleidung der abgebildeten Personen verändert oder Attribute hinzufügt. Damit zwingt sie uns, das historische Material neu und anders zu sehen. Wie in einem Palimpsest addieren sich in ihren Arbeiten die Informationen, das Historische tritt zurück, bleibt aber weiterhin sichtbar.

Unser Wissen von der Welt wird, außer durch unsere eigenen Erfahrungen, durch Texte und Bilder geprägt, welche uns erzählen und zeigen, wie es sich an weit entfernten Orten lebt und was die Menschen dort umtreibt. Mit etwas Glück lernen wir im Laufe der Jahre vertrauenswürdige Berichterstatter und Berichterstatterinnen kennen, doch sind alle Berichte, die wir lesen, sehen und hören, stets subjektiv. Sie vermitteln eine Sichtweise auf die Dinge, die durch die historische Situation der Autoren und Autorinnen geprägt wurde, durch ihren Wissensstand, ihre Geisteshaltung, ihre Politik.

Kurt Lampert, der im Jahr 1900 das zweibändige Werk Die Völker der Erde veröffentlichte, war sich wohl nicht darüber bewusst, wie rassistisch und eurozentrisch seine Publikation war. Das Buch entsprach dem damals aktuellen Wissens- und Forschungsstand und vermittelte ein zutiefst kolonialistisches Weltbild. Die Inszenierung der Abbildungen basierte auf Konstruktionen des „Wilden“ oder „Primitiven“ und formte Darstellungscodes, die in der Populärkultur bis heute nachwirken. Sie sind uns nicht fremd geworden, obschon die Kolonialzeit als lange überwunden gilt. Die Mechanismen der Hierarchisierung haben sich erhalten und auch die Erzählstrukturen sind dieselben geblieben.

1.)	Rajkamal Kahlon, Chinesische Frau, aus der Serie ‚Die Völker der Erde’ (2017-2019)

Rajkamal Kahlon, Chinesische Frau, aus der Serie ‚Die Völker der Erde’ (2017-2019)

Durch ihre visuelle Analyse erforscht Rajkamal Kahlon diese Kontinuitäten und fordert mit ihren Bildtransformationen und Übermalungen immer wieder das Publikum auf, den eigenen Blick neu zu hinterfragen.

Die 300-teilige Serie ‚Die Völker der Erde’ (2017–2019) wird in dieser Ausstellung der MEWO Kunsthalle zum ersten Mal vollständig präsentiert. Arbeiten aus der Serie ‚Do you know our names?’ und die Videoarbeit People of Afghanistan ergänzen die Ausstellung.

Rajkamal Kahlon studierte an der University of California in Davis, der Skowhegan School of Painting and Sculpture in Madison sowie am California College of the Arts in Oakland. 2001 nahm sie am Independent Study Program (ISP) des Whitney Museums in New York teil.

2006 wurde sie mit einem Stipendium der Joan Mitchell Foundation ausgezeichnet, 2007-2010 erhielt sie ein Lambent Fellowship und 2012 ein Künstlerstipendium des Goethe Instituts, ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds sowie ein Stipendium der Pollock-Krasner Foundation. 2017 erhielt sie ein Arbeitsstipendium der Hans und Charlotte Krull Stiftung und 2019 den Villa Romana Preis.

Derzeit lebt Rajkamal Kahlon in Florenz.

2.)	Rajkamal Kahlon, Stammeshäuptling, aus der Serie ‚Die Völker der Erde’ (2017-2019)

Rajkamal Kahlon, Stammeshäuptling, aus der Serie ‚Die Völker der Erde’ (2017-2019)

 

ERÖFFNUNG: Donnerstag, 11. April 2019, 19 Uhr, Eintritt frei!

 

MEWO KUNSTHALLE
Bahnhofstr. 1
87700 Memmingen

ÖFFNUNGSZEITEN:
Di/Mi/Fr/Sa/So: 11-17 Uhr, Do: 13-19 Uhr
Feiertage: 11-17 Uhr

KONTAKT:
Tel. 08331/850-771
info@mewo-kunsthalle.de


Monica Germann & Daniel Lorenzi: Dreht sich die Spiegelkugel zum Punktlicht

Monica Germann & Daniel Lorenzi: Dreht sich die Spiegelkugel zum Punktlicht

23. Februar 2019 bis 19. Mai 2019

Großformatige Malereien auf mit Silberfarbe grundierter Leinwand zeigen Kreise, und dazwischen sogenannte ‚Smileys‘ [welche in den 1980er Jahren als Erkennungszeichen der Musikbewegung Acid House populär wurden, die aber als Zeichen und Phänomene schon auf Ludwig Wittgenstein zurückgehen und heute als Emojis allgegenwärtig geworden sind], neben weiteren geometrischen Mustern, die sich zum Teil als Verbundsteine [jenen Grundelemente der Verödung mitteleuropäischer Auffahrten und Höfe] identifizieren lassen. In diesen Arbeiten finden sich einige simple geometrische Formen, die aus wenigen Pinselstrichen zusammengefügt sind, aus denen sich große gesellschaftliche Themen eröffnen, wie die fortschreitende Flächenversiegelung in unseren Städten und die digitale Kommunikation.

Daneben hängen präzise gezeichnete kleinere Arbeiten, Aquarelle, in denen Linienstrukturen mit Bleistift vorgegeben sind und die dann der Reihe nach immer wieder mit einer dünnen Tuschlasur übermalt wurden. Aus einfachen Linien entstanden durch die stetige Verdichtung der Farbe plötzlich dreidimensionale Bilder. Die Struktur erhebt sich hier zum Objekt und drängt sich fast aus dem Papier heraus.

Monica Germann &  Daniel Lorenzi, Saturation hue green, Tusche auf Papier, 30,5 x 23 cm

Realistische Wandzeichnungen ergänzen das Œuvre, ebenso wie dreidimensionale Objekte – aus Holz und Metall –, die wie die Leinwände und die Aquarelle auf die Modernismen der Abstraktion verweisen. Diese Arbeiten sind deshalb so faszinierend, weil sie die Kunstgeschichte ebenso wie die Geschichte der künstlerischen und kulturellen Sozialisation ihrer Schöpfer in sich tragen und trotzdem aktuell und zeitgenössisch frisch wirken.
Zur Ausstellung werden Monica Germann & Daniel Lorenzi eine Wand im Eingangsbereich der MEWO Kunsthalle gestalten. Dieses Wandbild wird diesen Ort für die Dauer von zwei Jahren, bis zum Frühjahr 2021, visuell prägen.


Monica Germann & Daniel Lorenzi (*1966, St. Gallen / *1963, Solothurn) haben an der Zürcher Hochschule der Künste studiert. Seit 1995 arbeiten sie gemeinsam in den unterschiedlichsten Medien und Formaten. Zahlreiche Ausstellungen haben ihr Werk dem schweizerischen und internationalen Publikum näher gebracht. In den letzten Jahren hatten sie Atelierstipendien in Berlin (2013) und New York (2015). Monica Germann & Daniel Lorenzi leben in Zürich.

Monica Germann &  Daniel Lorenzi, Saturation hue green, Tusche auf Papier, 30,5 x 23 cm

 

Termine

Sonntag, 5. Mai 2019, 15-18 Uhr: Performances in der Ausstellung 'Dreht sich die Spiegelkugel zum Punktlicht' mit den Künstlern Monica Germann & Daniel Lorenzi, u.a. mit Eishockeyspielern des ECDC Memmingen uvm., Eintritt frei!

 

MEWO KUNSTHALLE
Bahnhofstr. 1
87700 Memmingen

ÖFFNUNGSZEITEN:
Di/Mi/Fr/Sa/So: 11-17 Uhr, Do: 13-19 Uhr
Feiertage: 11-17 Uhr

KONTAKT:
Tel. 08331/850-771
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Jadranka Kosorcic: Status Quo

Jadranka Kosorcic: Status Quo

Blind Date mit dem Kunst Additum 2018/19 des Vöhlin-Gymnasiums, Memmingen

8. Februar 2019 bis 22. April 2019

Die Kontaktaufnahme findet in der Regel über Annoncen oder die direkte Ansprache statt. Neben dem individuellen Porträt geht es in diesen Serien immer auch um ein ‚Porträt’ der Orte. Schon der Fotograf August Sander sagte: „Durch meine Auswahl der Personen ergibt sich ein Spiegelbild eines Ortes und auch meines Blickes auf diesen.“ Solche Porträtreihen sind unter anderem bereits in Berlin, New York, Malmö, Philadelphia, Split, Rijeka, London, München, Lwiw (Lemberg) und Orońsko entstanden.

Bislang gibt es neben der Porträtreihe mit den Schüler*innen des Kunstkurses aus Memmingen nur eine weitere Werkgruppe, in der eine bestehende Gruppe zur Gänze erfasst wurde. Diese entstand indem Kosorcic alle 25 Einwohner der Stadt Hum in Kroatien, der kleinsten Stadt der Welt, portraitierte.

Jadranka Kosorcic, Blind Date with Josefine, Memmingen 2018, 56 × 42 cm, 2018

Der Austausch mit den Schüler*innen behandelte immer wieder ihr spezielles Interesse am Kunstkurs und an Kunst im Allgemeinen, ihr Leben in der Stadt Memmingen, ihre Interessen außerhalb der Schule und ihre Pläne nach dem Abitur. ‚Blind Date mit Memmingen’ wurde so zu einer Art Gruppenporträt des Kunstkurses, gleichzeitig auch ein Ausschnitt dieses Abiturjahrgangs, ein individueller und zugleich kollektiver Spiegel des Lebens junger Menschen in Memmingen.

Die Tonaufnahmen sind eine Dokumentation, ein Archiv des Status Quo. Es wäre hochspannend die einzelnen Schüler*innen im Abstand von einigen Jahren erneut zu porträtieren, um zu sehen, welchen Weg die Einzelnen tatsächlich im Leben eingeschlagen haben.

Die Idee zur Portraitreihe in Memmingen entstand gemeinsam mit Robert Paulus, der diesen Kurs am Vöhlin-Gymnasium unterrichtet.

Mit freundlicher Unterstützung der Freunde der MEWO Kunsthalle e.V.

Jadranka Kosorcic (*1972 in Split) studierte an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, dem Chelsea College of Art and Design, London und der Akademie der Bildenden Künste München. Sie lebt in München. In den letzten Jahren führten Stipendienaufenthalte Kosorcic nach Split, Orońsko, Lwiw (Lemberg), Sankt Christoph, Rijeka und New York. Sie war an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt.

Jadranka Kosorcic, ‚Blind Date with Hum’, Mostyn, Llandudno 2017 (Installationsansicht), Foto: David Berweger

 

ERÖFFNUNG: Donnerstag, 7. Februar 2019, 19 Uhr, Eintritt frei!

 

MEWO KUNSTHALLE
Bahnhofstr. 1
87700 Memmingen

ÖFFNUNGSZEITEN:
Di/Mi/Fr/Sa/So: 11-17 Uhr, Do: 13-19 Uhr
Feiertage: 11-17 Uhr

KONTAKT:
Tel. 08331/850-771
info@mewo-kunsthalle.de


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