Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Besucher und Freunde des Literaturhauses!
Filme, über denen man einschläft, sind Filme denen man vertraut. So oder doch fast genau so adelte der Filmkritiker und Essayist
Michael Althen auch noch jene Streifen, denen wir entglitten. Er schrieb Sätze, die wir gerne gedacht hätten und sah Dinge, die uns erst mit ihm aufgingen. Vor einem Jahr starb Althen, unendlich zu früh, im Alter von 48 Jahren. Am
morgigen Freitag (11. Mai) treffen im Literaturhaus die Regisseure
Tom Tykwer und Dominik Graf, der Kritiker
Wolfgang Höbel sowie die Schauspieler
Nicolette Krebitz und Ulrich Matthes zusammen, um gemeinsam mit Hauke Hückstädt an Michael Althen zu erinnern.
Freitag 11.05.12 / 19.30 h
Warte, bis es dunkel ist – Erinnerung an Michael Althen
Mit Dominik Graf, Wolfgang Höbel, Nicolette Krebitz, Ulrich Matthes und Tom Tykwer
Moderation: Hauke Hückstädt
Sie sagen: Althen war der beste Filmkritiker weit und breit. So kommen sie an diesem Abend alle nur für ihn.
Dienstag 15.05.12 / 20.00 h
Der Kulturinfarkt – Wohin gehen die Schrittmacher?
Mit Dieter Haselbach, Pius Knüsel, Friederike von Bünau, Hauke Hückstädt und Felix Semmelroth
Moderation: Hanne Kulessa
Diskutiert wird über die Gegenwart und Zukunft unserer Kulturlandschaft und -förderung.
Mittwoch 16.05.12 / 19.30 h
Preis der Literaturhäuser 2012 an Feridun Zaimoglu
Laudatorin: Felicitas von Lovenberg (F.A.Z.)
Feridun Zaimoglu liest wie er schreibt: Mitreißend leidenschaftlich. Dafür wird er geehrt.
Donnerstag 24.05.12 / 19.30 h
Werk-Tag. Ein Opus in 90 Minuten: Gabriele Wohmann
Moderation: Georg Magirius
In wenigen Tagen feiert Gabriele Wohmann ihren 80. Geburtstag. Am heutigen Abend spricht die Darmstädterin mit dem Publizisten und Theologen Georg Magirius über ihr Werk.
Dienstag 29.05.12 / 18.30 h
Fünf Tage mit Jonathan Franzen – Dokumentation von Marion Kollbach
ARTE-Afterwork-Preview
Der Film begleitet Jonathan Franzen zu sich nach Hause und auch das Literaturhaus zeigt sich wieder mal von einer anderen Seite.
Donnerstag 31.05.12 / 19.30 h
Kiosk – Zeitschriften bitte!
Hans Jürgen Balmes, Jan Valk und Norbert Wehr
Moderation: Hauke Hückstädt
Vorgestellt und diskutiert werden die Literaturzeitschriften „Neue Rundschau“, „Schreibheft“ und „sprachgebunden“.
Montag 04.06.12 / 19.30 h
Ines Geipel: Amok-Komplex oder die Schule des Tötens
Moderation: Sandra Kegel (F.A.Z.)
Mit entwaffnendem Blick schaut Ines Geipel die Gesellschaft an. Heute liest und spricht sie über das Amoklaufen.
Dienstag 05.06.12 / 19.30 h
Lesezirkel – Für Mitglieder des Literaturhausvereins
Auf dem Lektüre-Programm: „Hiob" von Joseph Roth
Donnerstag 14.06.12 / 19.00 h
KOLLEG SCHÖNE AUSSICHT – Das Literaturhaus Frankfurt für Lehrer
Das Ideenatelier für alle Lehrerinnen und Lehrer aus Frankfurt und der Region
Freitag 15.06.12 / 10.30 h
Elisabeth Zöller: Vaters Befehl oder Ein deutsches Mädel
Paula ist vater- und führertreu, doch dann regt sich in ihr Widerstand. Lesung für Schüler der 7. – 8. Klasse.
Freitag 15.06.12 / 19.30 h
50. Streitfall – Autoren in der Kontroverse
Mit Rudolf Hickel, Franziska Augstein, Micha Brumlik und Martin Lüdke
Gesprächsleitung: Peter Kemper (hr2-kultur)
Ein Autor, drei Kritiker und drei Bücher. Auch zum 50. Jubiläum wird im Literaturhaus wieder sachlich gestritten.
Samstag 16.06.12 / 19.30 h
Hütten, Paläste III: Jamal Tuschick
Die Wohnzimmerlesung in Sachsenhausen mit Jamal Tuschick. Da wird Privates noch privater.
Wir freuen uns, Sie im Literaturhaus Frankfurt zu sehen!
Kristina Koehler
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Literaturhaus Frankfurt // Schöne Aussicht 2 // 60311 Frankfurt am Main
069 - 75618410 //
info@literaturhaus-frankfurt.de
Der
Karten-Vorverkauf für das Sommer-Programm läuft!
Fr 11.05., 19.30 h - Erinnerung an Michael Althen mit Nicolette Krebitz & Tom Tykwer
Warte, bis es dunkel ist - Erinnerung an Michael Althen
Mit Dominik Graf, Wolfgang Höbel, Nicolette Krebitz, Ulrich Matthes und Tom Tykwer
Moderation: Hauke Hückstädt
Vor einem Jahr verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit Michael Althen: der Filmkritiker, Filmseher und Filmemacher. Freunde unterhalten eine Website, auf der sie zusammentragen, was dieser Stilist bis in sein 48tes Lebensjahr geschrieben hat und was noch nicht wie in den Essays „Warte, bis es dunkel ist“ versammelt ist (Blessing). Sie sagen: Althen war der beste Filmkritiker weit und breit. Seine Texte haben immer wieder das dunkle Kino verlassen, um draußen nachzuprüfen, ob es auch dort menschliches Leben gibt: im Alltag, im Theater, in der Fotografie, der bildenden Kunst. Und wenn Althen über seine liebsten Schriftsteller schrieb. Dann machte er sich selbst und seinen Lesern so wunderbar anschaulich, worum es überhaupt beim Schreiben geht. Und er hat viel geschrieben, Kritiken, Essays, Geschichten, Portraits, Briefe, Notizen, Gespräche, Listen. Das Literaturhaus hat fünf Wegbegleiter versammelt, um anlässlich Althens erstem Todestag lesend und im Gespräch an ihn zu erinnern.
In Kooperation mit der Frankfurter Bürgerstiftung
Eintritt 12 / 8 Euro (VVK)
Di 15.05., 20.00 h - Der Kulturinfarkt - Wohin gehen die Schrittmacher?
Eine Diskussion mit Dieter Haselbach, Pius Knüsel, Friederike von Bünau, Hauke Hückstädt und Felix Semmelroth
Moderation: Hanne Kulessa
Deutschland, deine Kulturhoheit. Bei so viel Höhenluft ist es schwer, prüfend auf Boden und Füße zu schauen. Denn was oben in luftigen Höhen schwankt, ist unten Bröckel und Zement. Der Kulturbetrieb steht vor dem Infarkt, Stillstand, Einerlei, Anpassung: „Von allem gibt es zuviel und nahezu überall das Gleiche.“ Das sagen die vier Autoren des Aufregers „Der Kulturinfarkt. Eine Polemik über Kulturpolitik, Kulturstaat, Kultursubvention“ (Knaus). Sie fordern: Das System der Subvention überdenken und zeitgemäß machen. Alle simplifizieren: Die wollen kürzen! Also gibt es Klassenkloppe und den Vorwurf des „Unpatriotischen“. Es ist schwer, die Fackel der Erkenntnis durchs Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen. Größe, Glanz und Gloria hinterlassen auf dem Siegeszug gegen Tiefe und Differenziertheit vorbetoniertes Kunstbegreifen. Eine Debatte, die am pumpenden Herz unserer Gesellschaft rührt. Mit den Autoren Haselbach und Knüsel diskutieren Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth, die Geschäftsführerin der EKHN-Stiftung Friederike von Bünau und der Leiter des Literaturhauses Hauke Hückstädt.
Eintritt 5 / 3 Euro (VVK)
Mi 16.05., 19.30 h - Feridun Zaimoglu - Preis der Literaturhäuser 2012
Laudatio & Lesung
Laudatorin: Felicitas von Lovenberg (F.A.Z.)
Der Preis der Literaturhäuser 2012 geht an Feridun Zaimoglu, der schon lange nicht mehr aus dem deutschsprachigen Literaturbetrieb wegzudenken ist. Zaimoglu besitzt die Gabe, mit jedem Buch eine neue Welt zu erfinden und dennoch völlig unverwechselbar zu bleiben. Seine Romane mäandern zwischen analytischer Präzision und mitreißender Liebe, greifen mit vollen Händen ins Grimmsche Wörterbuch und suchen nicht zu verbergen, dass auch das dramatische Schreiben zu den Leidenschaften des Autors zählt. Jetzt stellt er seinen gefeierten neuen Roman „Ruß“ (Kiepenheuer & Witsch) vor, erzählt uns von zerstörten Träumen, Liebe, Gewalt und Hoffnung, die trotz allem bleibt. Die F.A.Z.-Literaturchefin Felicitas von Lovenberg hält die Laudatio auf diesen wortstrotzenden Sprachkünstler und bescheidenen Menschenfreund.
Eine Veranstaltung von Literaturhaus Frankfurt und literaturhaus.net in Zusammenarbeit mit ARTE
Eintritt 7 / 4 Euro (VVK)
Do 24.05., 19.30 h - Werk-Tag: Gabriele Wohmann
Ein Opus in 90 Minuten
Moderation: Georg Magirius
An Abenden, die Werk-Tag heißen, unternimmt das Literaturhaus mit seinem Publikum empathiegesteuerte Beobachtungen eines Werkes, das zwar noch nicht abgeschlossen ist, aber doch Wirkungsgrade erreicht hat, die es prägend machen für die Kultur Deutschlands. Und solch ein Werk hat die in diesen Tagen ihren 80ten Geburtstag feiernde Autorin Gabriele Wohmann. Ein Werk, dem es an nichts fehlt. Es fehlen nicht: Romane, Novellen, Erzählungen, Gedichte, Essays, Kurzgeschichten, Kinderbücher, Hörspiele, Theaterstücke, Fernsehspiele. Eine deutsche Schriftstellerin aus Darmstadt, eine „Graphomanin“, eine Schulklassikerin, die Vertreterin der einstigen Neuen Innerlichkeit und eine Wortchirurgin der Falten und Fallen in Familie, Mittelstand und Kleinbeziehung. Im Austausch mit dem Publizisten Georg Magirius versucht dieser Abend das Unmögliche, ein großes Werk in 90 Minuten lesend und sprechend zu durchforsten.
Eintritt 7 / 4 Euro (VVK)
Di 29.05., 18.30 h - ARTE-Afterwork-Preview: Fünf Tage mit Jonathan Franzen
Eine Dokumentation von Marion Kollbach
Das Literaturhaus zeigt ARTE-Dokumentationen vor ihrer TV-Erstausstrahlung. Und so wie das Publikum mit jeder Preview einen Wissensvorsprung erhält, wird es jedes Mal auch einen mal mehr, mal weniger ungewohnten Einblick in das Literaturhaus erhalten. Zum Auftakt war die Preview im Vestibül, nun ist sie vielleicht im Magazin oder auf der Galerie oder im Raum „Technik-Ost“? Eine Minibar ist immer dabei. Diesmal im Bild: der amerikanische Großschriftsteller Jonathan Franzen. Die Hamburger Filmautorin Marion Kollbach hat den Autor zu Hause in New York besucht und auf Lesereise begleitet. Im Film spricht Franzen über Schreiben und Leben als Schriftsteller und gewährt seltene Einblicke in sein Privatleben. Zu Wort kommen Freunde und Wegbegleiter wie Franzens deutscher Verleger Alexander Fest, seine amerikanische Agentin und Schriftsteller-Kollege Jeffrey Eugenides. Die Dokumentation „Fünf Tage mit Jonathan Franzen“ (ARTE / BR 2012 / 52 min) wird am 06.06.12 auf ARTE gesendet.
In Zusammenarbeit mit literaturhaus.net und ARTE
Eintritt frei
Do 31.05., 19.30 h - Kiosk – Zeitschriften bitte!
Diskussion mit Hans Jürgen Balmes, Jan Valk und Norbert Wehr
Moderation: Hauke Hückstädt
Wo sich das Buch den Gesetzmäßigkeiten des Marktes verknechtet, da übernehmen Kultur- und Literaturzeitschriften die Funktion von Laboren, Expansionsgeländen, vielblättrigen Wertpapieren auf den Umschlagplätzen der Meinungsbildung. Zeitschriften sind Filter, Entschleuniger, Sortierinstitute, Brennglas und Splitter im Auge. Sie sind Archive und Mausoleen, Macheten im Novitätendschungel, Überschallflieger im Weltgespräch, Gedächtnis im rasenden Tagesgeschäft. Zeitschriften sind ausgeschilderte Gegenwartslabyrinthe unserer kulturellen Wirklichkeit. Sie sind wichtig. Ihre Macher sind hochvernetzte Einzelgänger oder polyglotte Minitrupps, deren Armierung die Treue ihrer Autoren ist. Das Literaturhaus stellt sich mit seinen Förderern der noblen Pflicht und präsentiert einmal im Jahr drei herausragende Zeitschriften und ihre Macher. Vorgestellt werden diesmal: die im S. Fischer Verlag erscheinende „Neue Rundschau“, das Kennern unentbehrliche Bild der Kunst und Literatur „Schreibheft“ sowie die junge, bilateral zwischen den Sparten arbeitende „sprachgebunden“ aus Berlin.
Wir danken den Förderern Martin Wiesmann und Michael Zimmer.
Eintritt 5 / 3 Euro (VVK)
Mo 04.06., 19.30 h - Ines Geipel: Amok-Komplex oder die Schule des Tötens
Moderation: Sandra Kegel (F.A.Z.)
Möglich, dass ihr stürmischer Wissensdrang, ihre zielstrebende Unnachgiebigkeit, aber auch die Genauigkeit, die espritvolle Wucht ihres Schreibens daher rührt, dass die heutige Publizistin und Professorin für Verssprache einst Weltklasse-Sprinterin der DDR war. Ines Geipels Bücher reißen an den gereizten Nerven-Enden unserer Gesellschaft: Amok, Doping, Depression. Mit „Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens“ (Klett-Cotta) stellt sie fünf Orte ins Zentrum ihrer vielschichtigen Recherchen. Neben der norwegischen Insel Utøya auch die deutschen Schauplätze: Erfurt, Emsdetten, Winnenden, die sie damit in einen Kontext einer weltweiten Geschichte des Amoklaufs stellt. Was treibt junge Amokläufer an? Warum sind Waffen mühelos verfügbar? Wie schützt die Polizei? Was klärt die Politik? Wer ist für die Hinterbliebenen da? Die Amokschützen lernen seit Columbine 1999 voneinander. Was aber wissen wir?
Eintritt 5 / 3 Euro (VVK)
Di 05.06., 19.30 h - Lesezirkel
Für Mitglieder des Literaturhausvereins
Am jeweils ersten Dienstag des Monats trifft sich um 19.30 Uhr der Lesezirkel im Matthias Beltz-Raum des Literaturhauses. Interessierte Mitglieder des Literaturhausvereins sind hierzu jederzeit herzlich eingeladen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an Claudia Gehricke unter
cgehricke@online.de oder Hans Erhard Haverkampf unter
vchav@t-online.de.
Auf dem Lektüreprogramm: "Hiob" von Joseph Roth
Eintritt frei
Do 14.06., 19.00 h - KOLLEG SCHÖNE AUSSICHT - Das Literaturhaus für Lehrer
Das
KOLLEG SCHÖNE AUSSICHT ist das Literaturhaus Frankfurt für Lehrerinnen und Lehrer aller Fächer und Stufen aus Frankfurt und Umgebung. Beim KOLLEG tauscht man sich aus, entwickelt gemeinsam Ideen und das Literaturhaus realisiert exklusive Veranstaltungen nach den Wünschen und Vorstellungen der Lehrer.
Das KOLLEG trifft sich jeden ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Salon Schöne Aussicht im Literaturhaus Frankfurt. Im Juni findet das Treffen
ausnahmsweise am zweiten Donnerstag statt. Nach den Sommerferien geht es wie gewohnt am ersten Donnerstag im Monat weiter. Der nächste Termin dann: 06.09., 19.00 h.
Wir freuen uns über Ihre Anmeldung bei Lisa Schumacher:
schumacher@literaturhaus-frankfurt.de oder 069-75 61 84 14.
Partner des Projekts KOLLEG SCHÖNE AUSSICHT ist die Dr. Marschner Stiftung
Eintritt frei
Fr 15.06., 10.30 h - Elisabeth Zöller: Vaters Befehl oder Ein deutsches Mädel
Lesung für Schüler der 7. – 8. Klasse
Die Autorin des erfolgreichen Jugendromans „Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens“ hat sich erneut einem wichtigen Thema des Nationalsozialismus gewidmet. Im Zentrum der Geschichte steht die 15-jährige Paula. Stolz ist sie, gerade im BDM zur Scharführerin aufgestiegen. Ihr größtes Glück: das von Adolf Hitler signierte „Mein Kampf“. Erst allmählich und schmerzhaft entdeckt sie, was die Welt um sie herum für eine ist. Wieso sie auf einmal in einem so schönen Haus wohnt, das voller feiner Möbel ist. Dass ihre beste Freundin nicht freiwillig verschwindet. Dass das, was der Führer für das Beste hält, grausame Folgen hat. Und – dass ihr eigener, geliebter Vater maßgeblich an den Gräueltaten beteiligt ist. Elisabeth Zöller schildert in „Vaters Befehl“ (Fischer Schatzinsel) den Konflikt eines „deutschen Mädels“ zwischen dem eigenen Gewissen und der Liebe zum Vater.
Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung
Eintritt 3 Euro (VVK)
Fr 15.06., 19.30 h - 50. Streitfall – Autoren in der Kontroverse
Mit Rudolf Hickel, Franziska Augstein, Micha Brumlik und Martin Lüdke
Gesprächsleitung: Peter Kemper (hr2-kultur)
Haben die Großbanken bis heute nichts aus der Finanzkrise 2008 gelernt? Nutzen sie ihre Macht, um die Politik zu manipulieren und wichtige Entscheidungen zu blockieren? Der Finanzwissenschaftler und Ökonom Rudolf Hickel fordert in seiner neuen Streitschrift „Zerschlagt die Banken. Zivilisiert die Finanzmärkte“ (Econ) eine echte demokratische Kontrolle der Banken. Der Historiker Jörg Baberowski entfaltet in seiner mit dem Leipziger Buchpreis 2012 ausgezeichneten Studie „Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt“ (C.H. Beck), eine gänzlich neue Sichtweise auf die stalinistischen Verbrechen. Ohne Zweifel zählt R. W. Fassbinder zu den prägenden Gestalten des Nachkriegsfilms – und doch wirkt er in der heutigen Bundesrepublik fast wie ein „toter Hund“, während Retrospektiven in Paris oder New York in ihm den Filmemacher sehen, der dem deutschen Kino internationale Geltung verschafft hat. Die jetzt von Jürgen Trimborn verfasste, erste große Fassbinder-Biographie „Ein Tag ist ein Jahr ist ein Leben“ (Propyläen) könnte dieses Defizit beheben.
Eine Veranstaltung von hr2-kultur in Zusammenarbeit mit Literaturhaus Frankfurt
Sendung am 19.08.12, 12.05 h
Eintritt 5 / 3 Euro (VVK)
Sa 16.06., 19.30 h - Hütten, Paläste III: Jamal Tuschick
Jemand, der ein Buch liest, ist ein Denkmal. Eine Säule der Unantastbarkeit. Ein Stillleben für die Intimität zwischen Autor und Leser. Wir dürfen deren Kreise nicht stören. Wir sollen die Hoheit ihrer gegenseitigen Macht von Suggestion und Deutung nicht hinterfragen. Lesen ist zu höchst privatim. Das Literaturhaus zelebriert diese Intimität mit Lesungen und Gesprächen in Privatwohnungen. In Villen und Studentenbuden, in Mansarden und Souterrains, in Wohnungen und Gemächern, in Hütten und Palästen gleichermaßen. Der Nordend-Chronist Jamal Tuschick begibt sich dribbdebach und liest aus „Grobzeug im Rindermix. Der Krampf geht weiter“ (Martin Schmitz Verlag). Ein Heimatroman, eine Apfelweinhommage, ein Geschichtsbericht. Da bleibt nur die Empfehlung: Jetzt aber zaggisch in die Gud Stubb! Bread and Wine for free.
Begrenzte Platzzahl. Keine Abendkasse. Bekanntgabe des genauen Veranstaltungsorts in Frankfurt-Sachsenhausen ab 11.06.12 über das Literaturhaus unter 069 / 75 61 84 10.
Eintritt 22 / 14 Euro (VVK)