DER KLANG VON WIDERSTAND, SCHULD UND LIEBE

Dieser Premieren-Sonntag beginnt mit Kammermusik im Foyer, bei der die MusikerInnen des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters bereits auf das Programm am Abend einstimmen. So feiern wir am 24. Februar die Premiere von Smetanas Dalibor – der Name dieses Prager Gefangenen steht nicht nur für eine tragische Liebesgeschichte, sondern vor allem für den Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit. Alban Bergs Wozzeck hingegen vermag es nicht, Widerstand gegen die bestehenden Machtstrukturen zu leisten und ist Opfer und Täter zugleich. Ab dem 9. März ist die packende Inszenierung von Christof Loy wieder zu erleben. Bereits am 1. März kehrt unsere außergewöhnliche Carmen in der Regie von Barrie Kosky zurück (für Karten muss man sich allerdings beeilen). Und am 5. März singt Mezzosopranistin Bianca Andrew im Holzfoyer bei einem französisch-schwedischen Programm Lieder u.a. von Debussy, Fauré und Sibelius.

Wir freuen uns auf das Programm der nächsten Tage!

Ihre Oper Frankfurt 

Dalibor, der Gefangene von Prag

»Der Mensch ist frei geboren,
und überall liegt er in Ketten.«

Jean-Jacques Rousseau

Dalibor ist eine politische und gleichnishafte Oper, die zugleich eine berührende Fabel einschließt: Die Geschichte des spätmittelalterlichen tschechischen Ritters, der wegen Tyrannenmords in einem Gefängnisturm der Prager Burg auf seine Exekution wartet und den Mut einer jungen Frau erfährt, die ihn vergeblich zu befreien versucht – Milada, die ihn zuerst wegen des Todes ihres Bruders in einem Gerichtsprozess angeklagt hatte. Vor dem düsteren Hintergrund einer sich zum Schicksal aufbauschenden Politik entfaltet sich eine nur durch den Tod endende Leidenschaft zweier Menschen zueinander.

Die tschechische Oper von Bedřich Smetana wird musikalisch geleitet von Stefan Soltesz, der regelmäßig in Frankfurt zu Gast ist. In der Titelpartie singt der tschechische Tenor Aleš Briscein, die aus Polen stammende Sopranistin Izabela Matuła debütiert als Milada und neben Simon Bailey (Budivoj) sind Mitglieder des Ensembles zu erleben, darunter Bassbariton Gordon Bintner als König Vladislav.

Regisseurin Florentine Klepper stellte sich bei der Inszenierung dieses Stoffes die folgenden Fragen: »Wo verläuft die Grenze zwischen Rechts- und Überwachungsstaat? Welche Kräfte gefährden unsere persönliche Freiheit? Gibt es eine Rechtfertigung für Selbstjustiz? Mit seiner Oper Dalibor versuchte Smetana, der national-tschechischen Bewegung, die seit 1848 auf eine Trennung von Österreich-Ungarn hinarbeitete, eine musikalische Stimme zu geben. Doch eine Befreiungsoper, die zur Entstehungszeit die nationale Identität des eigenen Landes stärken sollte, muss heute die Frage nach Systemkritik ganz allgemein stellen.«

Premiere: Sonntag, 24. Februar 2019, 18 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 2., 8., 16., 22., 24. (15.30 Uhr), 30. März 2019

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln


 

Kammermusik zur Premiere von Dalibor

Noch am Vormittag der Premiere von Bedřich Smetanas Musiktheater präsentieren die fünf MusikerInnen des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters ein musikalisch zugeschnittenes »Prager« Rahmenprogramm: 

Antonín Dvořák (1841–1904)
Terzetto op.74  

Josef Suk (1874–1935)
Quartett Nr. 1 B-Dur op. 11  

Bohuslav Martinů (1890–1959)
Streichquintett H164  

Mit: Vladislav Brunner Violine | Christine Schwarzmayr Violine | Susanna Hefele Viola | Wolf Attula Viola | Bogdan Kisch Violoncello

Kammermusik im Foyer: Sonntag, 24. Februar, 11 Uhr im Holzfoyer

 

 

Wieder im Repertoire: Wozzeck – das Seelenleben eines Leidenden

Am Beispiel des Friseurs Johann Christian Woyzeck, der am 21. Juni 1821 seine Geliebte erstach, wollte die fortgeschrittene Humanmedizin beweisen, dass seelische Konflikte und physiologische Tatsachen etwas miteinander zu tun haben. Halluzinationen, Visionen und Stimmen würden heutzutage als »psychosomatische« Reaktionen angesehen. Woyzecks laufend wechselnde Tätigkeiten als Krankenpfleger, Diener, Soldat, Friseur, sein durch ein wüstes Leben strapazierter Körper, seine unregelmäßige Blutzirkulation wurden als Gründe seiner Verfolgungsängste, Wahrnehmungsstörungen und Verzweiflungsausbrüche ausgegeben. Die Sachverständigen stellten die Frage nach dem Verhältnis von Unzurechnungsfähigkeit und körperlichen Defekten.

Alban Berg erlebte, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, Büchners unvollendete, lose Szenenfolge an den Wiener Kammerspielen – ein Initialerlebnis sondergleichen! Sofort entschloss er sich, das Dramenfragment zu vertonen. Regisseur Christof Loy deutet das Seelenleben des Helden extrem und emphatisch aus und zeigt, wie hinter dem pathologischen Subjekt Wozzeck der leidende Mensch sichtbar wird. Gabriel Feltz wird am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters die vielgestaltige, sich zwischen Atonalität und Zwölftonmusik bewegende Partitur Alban Bergs zum Klingen bringen. In der Titelpartie ist erneut der norwegische Bariton Audun Iversen zu erleben sowie Claudia Mahnke als seine geliebte Marie.

Wiederaufnahme: Samstag, 9. März 2019, 19.30 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 17., 28. März; 7. (18 Uhr), 12. April 2019

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Mezzosopranistin Bianca Andrew singt Lieder im Holzfoyer

Eine Klassik-CD-Box für fünf Dollar eröffnete der jugendlichen Bianca Andrew im fernen Neuseeland einst eine völlig neue Welt. Inzwischen gehört die Mezzosopranistin mit ganzer Leidenschaft selbst dazu. Von ihrem Heimatland ist sie einmal um den halben Globus gezogen, zunächst für weitere Studien nach London und schließlich nach Frankfurt, wo sie als Mitglied des Opernstudios in Partien wie der unerkannten Königin Enrichetta (I puritani) oder der Raumfahrtbegeisterten Anna (L’Africaine) stimmlich und darstellerisch auf sich aufmerksam machte. In der kommenden Premiere von Schrekers Der ferne Klang schlüpft Bianca Andrew in die Rollen der Milli und der Kellnerin. Zuvor gibt es die Gelegenheit, sie als Liedinterpretin mit einem französisch-schwedischen Programm zu erleben:

S’il est vrai que tu m’aimes…
Lieder von Claude Debussy, Gabriel Fauré, Reynaldo Hahn, Hugo Alfvén, Jean Sibelius und Emil Sjögren

Lieder im Holzfoyer: Dienstag, 5. März 2019, 19.30 Uhr im Holzfoyer

Mit: Bianca Andrew Mezzosopran, Hilko Dumno Klavier

 

 

Einführungsvorträge

Besuchen Sie unsere kostenlosen Werkeinführungen eine halbe Stunde vor Beginn jeder Vorstellung im Holzfoyer der Oper Frankfurt.

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