»Italienische Serenade« – eine musikalische Italienreise durch Neumünster, Rendsburg und Kiel
In drei Konzerten am 11., 12. und 15. Februar wollen wir unser Publikum – auf Goethes Spuren – zu einer ausgedehnten Reise über die Alpen und ans Mittelmeer einladen.
Denn: nicht erst seit Johann Wolfgang von Goethes »Italienischer Reise« vor 225 Jahren sagt man den Deutschen eine besondere Liebe für Italien nach. Spätestens seit der Renaissance wurde Italien zum Idealbild Europas. Musiker, Maler und Baumeister von überallher nahmen über Generationen hinweg den Weg über die Alpen, um dort in die Lehre zu gehen. Sogar im Militär- und Bankenwesen waren die Stadtstaaten Norditaliens für lange Zeit europäische Spitze.
Die tagebuchartigen Berichte des Dichterfürsten, der insgesamt rund zwei Jahre dort verbrachte, mögen die »
Italiensehnsucht« der Deutschen durchaus angeheizt haben. Hier konnte – und kann – man die reiche europäische Geschichte seit der Antike ebenso studieren wie einen gelassenen Lebensstil, konnte sich von großartiger Natur, von Kunst und Architektur beeindrucken lassen, bis man unter dem
Stendhal-Syndrom litt.
Die
norddeutsche sinfonietta präsentiert in diesem Programm Musik von einem italienbesessenen Komponisten, einem Italienreisenden, einem Italiener und aus einer in Italien spielenden Oper:
Wolf – Italienische Serenade / Mignon
Hugo Wolfs Schicksal war kurz und tragisch. So selbstbewusst der immer wieder von Depressionen geplagte Komponist oft auftrat, so wenig Erfolg hatte der begnadete Liederkomponist zu Lebzeiten. Früh und arm lebte und verstarb er in Wien. Wolf kam zeitlebens nie nach Italien – was ihn nicht davon abhielt, davon zu träumen: So vertonte er unter anderem das »Italienische Liederbuch« nach Paul Heise (insgesamt 49 Lieder), Gedichte von Michelangelo, die »Mignon«-Gedichte aus Goethes »Wilhelm Meister« und die »Italienische Serenade«, die in zwei Fassungen überliefert ist. Die »Serenade« ist ein fröhlich-überschäumendes Werk, das Gitarrenklänge und neckischen Tanz im Wechsel mit schmachtenden, sehnsuchtsvollen Passagen imitiert.
In seiner Vertonung von Goethes »Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühen« (Mignon-Lied aus »Wilhelm Meister«) illustriert er feinfühlig und raffiniert die verschiedenen Bilder der drei Strophen.
Mendelssohn – Violinkonzert
Felix Mendelssohn Bartholdy bereiste 1830 Italien auf Goethes Spuren. Noch auf dem Weg machte Mendelssohn in Weimar halt, um Goethe vierzehn Tage lang zu besuchen. Als ein musikalisches Reisetagebuch kann seine spritzige »Italienische Sinfonie« gelten. Nicht weniger effektvoll und berühmt ist sein Violinkonzert, in dem er erfolgreich eine ganz neue Form fand, indem alle Sätze nahtlos ineinander übergehen. Auch dass z. B. das Hauptthema gleich vom Solisten vorgetragen wird, war in dieser Form neu. Trotz aller Traditionsbrüche war dem Werk von Anfang an eine äußerst glückliche Aufnahme beschieden: bis heute zählt es zu den populärsten und meistgespielten Violinkonzerten überhaupt.

Mendelssohn (1830): Blick auf Florenz
Jacques Offenbach – Barcarole
Jacques Offenbachs einzige Oper »Hoffmanns Erzählungen« basiert auf drei Erzählungen des romantischen Dichters E.T.A. Hoffmann; in jedem Akt wird Hoffmann in eine Liebesgeschichte verstrickt, die sein jeweiliger Gegenspieler dramatisch zu zerstören weiß.
Im vierten Akt trifft Hoffmann in Venedig auf die schöne Kurtisane Giulietta, die ein perfides Spiel mit Hoffmann treibt, um ihm seinen Schatten zu entlocken. Der Akt wird von der berühmten venezianische Barcarole (»Schöne Nacht, du Liebesnacht...«) eröffnet, die sowohl die dämonische wie die verführerische Stimmung der nachfolgenden Szene zu beschwören weiß.

Venedig bei Tag –
Canaletto: Veduta del Palazzo Ducale
Ottorino Respighi – Gli uccelli / Die Vögel
Zu guter Letzt kommt mit
Ottorino Respighi noch ein echter Italiener zu Gehör:
Seine Tondichtung »Gli uccelli» greift – wie schon in den berühmten Suiten »Antiche Danze ed Arie« – Musik barocker Komponisten auf, die neu und im besten Sinne romantisch instrumentiert wurde. Der Zeitgenosse Ravels und Stravinskys, der mit den großen sinfonischen Gemälden »Römische Brunnen« und »Römische Pinien« riesige Erfolge feierte, hatte sich viel mit barocker Musik beschäftigt und suchte auf diese Weise einen eigenen Weg der musikalischen Entwicklung. Ähnlich wie Stravinsky mit seinem Neoklassizissmus, dabei jedoch völlig ohne Modernismen, fand er im Rückgriff auf die Klarheit barocker Melodien und Formen einen Ausweg aus den immer gigantischer werdenden Formen der Spätromantik. Die Vorlage für alle fünf Sätze sind Cembalostücke unter anderem von Bernardo Pasquini und Jean Philippe Rameau. Auf ein Preludio folgen die Taube, die Henne, die Nachtigall und der Kuckuck, wobei Respighis Arrangement viel mehr als nur eine Instrumentation darstellt: mit farbenprächtigen Mitteln versteht er es, ein perfektes Umfeld zu schaffen, sodass man die Tauben gurren, die Hennen gackern und scharren, den
Kuckuck vielfach rufen zu hören vermag und, beim wunderschönen Gesang der Nachtigall, sogar das Senken der Dämmerung.
Solisten und Ausführende
Als Solisten treten auf:
Violine
Patricia Friederike Hevicke: Die junge Geigerin studiert in Lübeck bei Prof. Maria Egelhof. Patricia Hevicke ist der
norddeutschen sinfonietta schon lange, immer wieder auch als Solistin und Konzertmeisterin, verbunden.
Viola
Maren Steinmetz stammt aus Kiel und lebt in Hannover, wo sie sich sehr für ungewöhnliche Konzert- und Musikvermittlungsprojekte einsetzt.
Sopran
Leevke Hambach hat schon im vergangenen Jahr mit der
norddeutschen sinfonietta konzertiert. Die junge Solistin, Studentin an der – von Felix Mendelssohn Bartholdy gegründeten – Hochschule für Musik Leipzig, war schon vor ihrem Studium in zahlreichen Projekten an der Kieler Oper engagiert.
Moderation/Rezitation:
Mechtild Hobl-Friedrich, zuletzt Intendantin am
theater itzehoe, hat bereits mehrere Projekte mit der
norddeutschen sinfonietta realisiert. Sie wird durch das Programm führen und dabei Ausschnitte aus Goethes »Italienischer Reise« lesen.
norddeutsche sinfonietta
Leitung:
Christian Gayed

Pozzuoli, Federzeichnung von
J. W. v. Goethe, 1787
Konzerte und Karten
Sa, 11.02., 20 Uhr,
Neumünster, Stadthalle
So, 12.02., 18 Uhr,
Rendsburg, Christkirche, Paradeplatz
Mi, 15.02., 19:30 Uhr,
Kiel, Petruskirche Kiel-Wik
Der Vorverkauf läuft:
Neumünster: Benefizkonzert des Lionsclubs Neumünster Holsten
Karten: 12,50 Euro
· Auch & Kneidl (Großflecken): 04321 – 440 64 65
· Praxis Dr. Renk, Kuhberg 43-45
Rendsburg:
Karten: 12,- Euro (6,-), Kinder bis 10 Jahre frei.
· Tourist Info NOK (Schiffbrückenplatz), 04331 – 2 11 20
· MusikMarkt (Altstadtpassage), 04331 – 2 47 73
Kiel: Benefizkonzert der Kieler Rotary-Clubs zugunsten des »Speisesaala an St. Heinrich«
Karten: 15,- Euro
· Geschäftsstelle der Musikfreunde Kiel, 0431 - 149 01 24
· Konzertkasse Streiber; 0431 - 9 14 16
· Theaterkassen, 0431 - 149 01 24
Neu: Ein besonderes Angebot des norddeutsche sinfonietta e.V.
Mitglieder des
norddeutsche sinfonietta e.V. können bis Freitag 10.02.2012, 18.00 Uhr per Mail (
vorstand@norddeutsche-sinfonietta.de) oder per Telefon (04331-143813) Karten zum Mitgliederpreis in Höhe von 10,– € für das Rendsburger Konzert reservieren. Die Karten werden an der Abendkasse zusammen mit einem kostenlosen Programmheft (Wert 2,-) ausgegeben.
Wenn auch Sie die
norddeutsche sinfonietta mit Ihrer Mitgliedschaft unterstützen möchten, finden Sie
hier weitere Informationen und ein Beitrittsformular!
Das Angebot gilt ab sofort für alle Veranstaltungen, die vom
norddeutsche sinfonietta e.V. selbst veranstaltet werden oder für Konzerte, bei denen uns der Veranstalter ein entsprechendes Kartenkontingent zur Verfügung stellt.
Demnächst
In Bälde hier zu hören:
21. April 2012, Christkirche Rendsburg
Lars-Erik Larsson – Förklädd Gud / Gott in Verkleidung
Johann Sebastian Bach – Kreuzstabkantate
Richard Wagner – Siegfried-Idyll
mit dem Rendsburger Bachchor, Karolinakören Stockholm, Solisten
Leitung: Roland Möhle
04. Mai 2012, Rendsburg
05. Mai 2012, Freie Waldorfschule Flensburg
06. Mai 2012, Saalbau Elmshorn
Eros & Thanatos
Weisen von Liebe und Tod
Tangos von Astor Piazzolla
»Carmen-Suite« von Georges Bizet (Fassung von R. Shchedrin)
mit der
TanzArt des Helene-Lange-Gymnasiums, Choreographie: Hella Mahrt
Leitung: Christian Gayed
Wir wünschen viel Vergnügen!
Probespiele 2012

Kiel 2010, HörnTörn
Die Projekte der
norddeutschen sinfonietta bieten engagierten jugendlichen Musikern die Gelegenheit, in einem quasi professionellen Rahmen intensive Orchestererfahrung zu sammeln. An jedem Pult spielt je ein Berufsmusiker Schulter an Schulter mit einem Nachwuchsmusiker: professionelles Reagieren entwickelt sich so "spielend".
Wenn Dich die Projekte und die Idee der
norddeutschen sinfonietta interessieren, kannst Du über ein Probespiel selbst Mitglied werden.
Die nächsten
Probespiele finden am Samstag
17. März 2012 statt. Eine Uhrzeit wird vereinbart. Teilnehmen können Instrumentalisten sämtlicher Orchesterinstrumente.
ANMELDESCHLUSS ist der 22. Februar!
Du solltest mindestens 14 Jahre alt sein, dein Instrument solide beherrschen und bereits Orchestererfahrung haben. Für das Probespiel sollen zwei Sätze unterschiedlichen Charakters vorbereitet werden (frei wählbar). Weiter wird 14 Tage vorher eine Orchesterstelle zur Vorbereitung zugesandt. Schließlich erwartet Dich eine kleine Blattleseübung und ein kurzes Gespräch.
Wir freuen uns auf Euch und auf das gemeinsame Musizieren!
Für Terminabsprachen oder bei Fragen zum Probespiel bzw. zur
norddeutschen sinfonietta allgemein schaut auf die
Homepage, schickt uns eine
Mail oder ruft an unter 0160 - 763 40 20 bzw. 04331 - 145 461 (Christian Gayed, Leitung)
Orchesterinfo

(Quelle: privat)
Die norddeutsche sinfonietta, Orchesterwerkstatt für den Norden mit Sitz in Rendsburg, bietet musikalisch herausragenden Schülern und Studenten die Möglichkeit, Seite an Seite mit professionellen Musikern Orchestererfahrungen auf hohem Niveau zu sammeln. An jedem Pult sitzen jeweils ein Profi und ein Nachwuchsmusiker. Ziel ist, angehenden Musikstudenten und Studienanfängern in der konzentrierten Atmosphäre eines Kammerorchesters Einblicke in professionelle Orchesterarbeit zu ermöglichen.
Das Repertoire umfasst neben häufig gehörten Werken bewusst auch Außergewöhnliches,
insbesondere zeitgenössische Kompositionen. Initiator und künstlerischer Leiter der Orchesterwerkstatt ist Christian Gayed.
Der Träger norddeutsche sinfonietta e.V. ist ein als gemeinnützig anerkannter Verein. Vorstandsvorsitzende ist Kerstin Hädrich.
Kontakt:
Künstlerischer Leiter:
info@norddeutsche-sinfonietta.de
Verein:
vorstand@norddeutsche-sinfonietta.de
Neu: Die
norddeutsche sinfonietta ist jetzt auch auf
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