Liebe Freund*innen des Deutschen Hygiene-Museums,

wahrscheinlich haben auch Sie in letzter Zeit schon oft darüber diskutiert, wie es um unsere demokratische Kultur bestellt ist? Erinnert die Unversöhnlichkeit, mit der sich die politischen Lager heute gegenüberstehen, tatsächlich an die aufgewühlte und untergangsgefährdete Weimarer Republik - oder ist diese Gleichsetzung eine unzulässige und polemische Übertreibung? Über die Vergleichbarkeit und Besonderheit historischer Konstellationen kommen morgen, also am 12. Februar um 19 Uhr, zwei meinungsstarke Köpfe der deutschen Politik- und Sozialwissenschaften mit zwei aktiven Vertreter*innen der sächsischen Landespolitik ins Gespräch: Von der Berliner Humboldt-Universität sind die Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan und der Politikwissenschaftler Herfried Münkler zu Gast, aus dem Sächsischen Landtag kommen die stellvertretende sächsische SPD-Landesvorsitzenden Hanka Kliese und der sächsische CDU-Generalsekretär Alexander Dierks zu uns herüber ins Deutsche Hygiene-Museum. Wie immer in der Reihe Tacheles übernimmt die Moderation Eric Hattke von unserem Kooperationspartner Atticus e.V.
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Der Diskussionsabend ist Teil eines Aktionsprogramms, mit dem das Bündnis #WOD - Initiative Weltoffenes Dresden aus Anlass des jährlichen Erinnerns an die Kriegszerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 dazu einlädt, gemeinsam mit den Dresdnerinnen und Dresdnern das Verhältnis von Erinnern und Gedenken, Geschichte und Lebenserfahrung zu reflektieren. Unter dem Motto #WOD on Tour steuert seit heute ein Bus mit einer kleinen mobilen Bibliothek verschiedene Orte der Stadt an. Bis zum kommenden Samstag, den 16. Februar, können Sie sich hier zu Themen wie "100 Jahre Frauenwahlrecht" informieren, Lesungen lauschen oder Performances erleben. Wo der Bus wann Station macht, erfahren Sie hier. Parallel zu dieser mobilen Aktion findet in der Dresdner Centrum-Galerie die Ausstellung „Große Auswahl. Einpacken für die Zukunft“ des Memorare Pacem e.V. statt. Warum sich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Hygiene-Museums im Netzwerk #WOD engagieren, verraten sie in einem kleinen Video.

Ein Kooperationsprojekt anderer Art wurde am vergangenen Dienstag in Genf auf den Weg gebracht: Im Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf wurde die Sonderausstellung Prison - Im Gefängnis eröffnet. Dabei handelt es sich um ein grenzübergreifendes Kooperationsprojekt, an dem neben dem Musée des Confluences in Lyon auch unser Haus beteiligt ist. Die Ausstellung wird von September 2020 bis Mai 2021 im Deutschen Hygiene-Museum zu sehen sein, zeigt die historischen Ursprünge des Gefängnisses, thematisiert aber vor allem aktuelle Konfliktlagen im europäischen Gefängnissystem – etwa die Fülle sozialer Ungleichheiten und die oft scheiternde Resozialisierung.

Sie dürfen also gespannt sein. Wir freuen uns schon jetzt auf Ihren Besuch!

Ihr DHMD-Team

Foto unten: Olivier Pasqual