Günter de Bruyn - Chronist seiner Zeit
24.01.2012 | 19:30 Uhr
Im Windschatten der Mauer
Günter de Bruyn - Chronist seiner Zeit.
Ein Film von Vera Botterbusch.
Am Dienstag, 24. Januar, ist die Regisseurin Vera Botterbusch im Romantikerhaus zu Gast und stellt ihren Film über Günter de Bruyn vor.
Die „Verteidigung des Individuums gegen die Ansprüche der Macht“ ist das große Leitmotiv der Romane, Erzählungen und Essays von Günter de Bruyn. Es ist zutiefst in den Lebenserfahrungen dieses in der Mark Brandenburg beheimateten Schriftstellers begründet. Er ist sechs, als Hitler an die Macht kommt, achtzehn bei Kriegsende und zweiundzwanzig bei der Gründung der DDR.
Er hat jahrzehntelang in Staaten gelebt, in denen sich der einzelne dem großen Ganzen unterordnen musste. Seine politischen Wortmeldungen werben für einen geduldigen Umgang mit den Lebenserfahrungen und Denkgewohnheiten, die sich in Ost und West unterschiedlich entwickelt haben. Wie kein anderer repräsentiert er heute die kulturelle Identität der sich wechselseitig noch immer so unvertrauten neuen Bundesrepublik.
Der Film von Vera Botterbusch für das Bayerische Fernsehen entstand drei Jahre nach dem Mauerfall: in Berlin und Beeskow (bei Frankfurt an der Oder), wo der 1926 geborene Günter de Bruyn auch heute noch lebt. Mit seinen Bildern von jener leisen, spröden Eindringlichkeit, die dem Charakter dieses so untypischen deutschen Intellektuellen entsprechen und den intensiven Gesprächen zu de Bruyns innerem „Werdegang“, zeichnet der Film ein eindrucksvolles Porträt dieses notorischen ´Träumers unter Anpassern´, der nach Jahren als Lehrer und Bibliothekar erst spät zur Literatur fand und dabei gern die „Rolle des bürgerlichen Zauderers“ übernahm, „der es nicht zum Zerwürfnis kommen läßt.“
Die Veranstaltung beginnt am Dienstag 19.30 Uhr im Romantikerhaus.