Advent

Reichlich senkt sich der Schnee.

Erde erblindet.  

Unter der himmlischen Last       

Weißer Vergessenheit                           

Schwindet ihr Leben.         

Tod wird Licht.

 

Stiller blicken die Augen auf,                                                 

Wenn Mitternachts                       

Das überfüllte Firmament                                                   

Zahllos geistige Pfeile schießt.             

 Gestirne rücken zusammen,           

Abermals,                                           

Zu unendlichem Kräftenetz.        

Demütig kreist                                                                         

Inmitten die Erde,                     

Der trübe, auserwählte Stern,                            

 Im scheuen Glanz noch junger Strahlen.                                                      

 Erde, geringe Krippe!                                                           

Wieder bettet sich Gott,                                                                             

Das Kind, in dich,                                       

Im Angesicht der seligsten Planeten.

 

 Karl Thylmann


Sehr geehrte Newsletter-Abonnentinnen und -Abonnenten, liebe Freunde des Eurythmeum Stuttgart,

wir wünschen Ihnen allen eine frohe und lichtvolle Advents- und Weihnachtszeit. Gerne  möchten wir Sie auf Veranstaltungen im Dezember `16, sowie auf Veranstaltungen, welche im Januar `17 im Eurythmeum stattfinden werden, hinweisen. Außerdem weisen wir Sie auf zwei Fortbildungen hin - Die eine findet wie in jedem Jahr im Januar statt, die andere im  März.

Inhalt

Das singende, springende Löweneckerchen
St. Galler Weihnachtsspiele
Festliche Eurythmie zu Weihnachten
04.01.-07.01.2017 FORTBILDUNG - „Die zwölf Stimmungen“ - „Den Ton erleben und bewegen“ - mit Carina Schmid und Benedikt Zweifel
Eurythmie zum neuen Jahr
Wovon die Menschen leben
17.-19.03. FORTBILDUNG - Das Wort in Bewegung - Freiheit und Gesetz - Das Ich im Zwischenraum - mit Annemarie Ehrlich

Das singende, springende Löweneckerchen

ein Märchen der Gebrüder Grimm in eurythmischer Darstellung

Märchenensemble Stuttgart (Künstlerische Leitung: Michael Leber)

Als ein Vater seine drei Töchter fragt, was er ihnen von einer Reise mitbringen soll, wünscht sich die Älteste Perlen und die Zweite Diamanten. Die Jüngste aber, welche ihm am liebsten ist, wünscht sich ein singendes, springendes Löweneckerchen (Lerche).

Nach langer Suche findet er ein Löweneckerchen auf einem Baum im Wald, doch es wird von einem wilden Löwen bewacht. Um sein Leben zu retten und den Vogel mitnehmen zu dürfen, muss der Mann dem Löwen dasjenige versprechen was ihm daheim zuerst begegnen würde. Bei seiner Rückkehr empfängt ihn als erstes seine jüngste Tochter, die ihn sehnlich erwartet hatte und ihm entgegengeeilt war. So muss er sie schweren Herzens dem Löwen überlassen. Der Löwe aber, welcher ein verzauberter Prinz ist, nimmt die jüngste Tochter freundlich auf und macht sie zu seiner Gemahlin.

Als ihre Schwester heiratet, überredet die Prinzessin ihren Gemahl sie zur Hochzeitsfeier zu begleiten. Dieser willigt ein, wird dort aber durch das Licht einer Flamme in eine Taube verwandelt und muss nun für sieben Jahre als Taube durch die Welt fliegen.

Die Prinzessin folgt der Taube, welche alle sieben Schritte einen roten Blutstropfen und eine weiße Feder fallen lässt, bis sie am Ende des siebten Jahres die Spur verliert.

Verlassen bittet sie Sonne und Mond um Rat. Diese haben zwar keine Taube gesehen, geben ihr aber ein Kästchen und ein Ei mit auf den Weg.

Dem Rat des Nachtwindes folgend, wandert sie schließlich bis zum Roten Meer. Hier findet sie endlich den zurückverwandelten Löwen und kann ihm im Kampf gegen einen Lindwurm beistehen.

So wird der Löwe erlöst und verwandelt sich wieder in einen Prinzen. Der Lindwurm war aber eine verzauberte Königstocher und wird nun ebenfalls zurückverwandelt. Sie nimmt den Prinzen in den Arm und fliegt mit ihm auf einem Greif davon.

Noch einmal verlassen begibt sich die jüngste Tochter wieder auf die Suche, bis sie eines Tages das Schloss findet, wo ihr Mann die „falsche“ Prinzessin heiraten soll. Mit Hilfe der Geschenke von Sonne und Mond gelingt es ihr, zwei Nächte im Gemach des Prinzen zu schlafen und kann sich dort als seine wahre Frau zu erkennen geben.

Befreit von allen Verzauberungen trägt der Greif das glückliche Paar über das Meer in ihre Heimat zurück.

am Samstag, den 3. Dezember '16, um 16 Uhr, im Eurythmeum Stuttgart

am Sonntag, den 4. Dezember '16, um 16 Uhr, im Eurythmeum Stuttgart

am Sonntag, den 15. Januar '17, um 16 Uhr, im Eurythmeum Stuttgart

St. Galler Weihnachtsspiele

Alljährlich bringen Mitarbeiter und Studenten des Eurythmeum Stuttgart die St. Galler Weihnachtsspiele mit ihrer eigentümlichen Sprache zur Aufführung.

So können interessierte Menschen in der Adventszeit das Hirtenspiel und das Königsspiel in direkter Aufeinanderfolge erleben.

Samstag, den 10. Dezember `16, um 19:00 Uhr, Eurythmeum Stuttgart

Der Eintritt ist frei! (Spenden sind willkommen)

Festliche Eurythmie zu Weihnachten

Else-Klink-Ensemble

Ein Stimmungsvolles Abendprogramm in der Adventszeit, mit Werken von  Beethoven, S. Lagerlöf u.A.

"Das Traumlied des Olaf Asteson" in der Übertragung von Rudolf Steiner, mit Musik von Jan Stuten.

Sonntag, 11. Dezember `16, 20 Uhr, Eurythmeum Stuttgart

04.01.-07.01.2017 FORTBILDUNG - „Die zwölf Stimmungen“ - „Den Ton erleben und bewegen“ - mit Carina Schmid und Benedikt Zweifel


„Die zwölf Stimmungen“(Lauteurythmie) -

„Den Ton erleben und bewegen“(Toneurythmie)

Fortbildung mit Carina Schmid und Benedikt Zweifel


Die Eurythmiefortbildung richtet sich an ausgebildete Eurythmisten und Eurythmiestudenten ab dem dritten Ausbildungsjahr

Täglich: 9:00-12:30 Uhr und 15:30-18:15 Uhr | Sa.: 9:00-12:00 Uhr
Kursgebühr: 150,- € (Kursgebühr inkl. Verpflegung: 200,- €)
Anmeldung: 0711 236 42 30 | info@eurythmeumstuttgart.de

 

Eurythmie zum neuen Jahr

Else-Klink-Ensemble

Eurythmie zum neuen Jahr

u.a. im Programm „Das Traumlied des Olaf Åsteson” und „Die Vision des Kaisers” von Selma Lagerlöf

Samstag, 21. Januar `17, 20:00 Uhr, Eurythmeum Stuttgart


Das Traumlied des Olaf Åsteson

„Er ging zur Ruh` am Weihnachtsabend.
Ein starker Schlaf umfing ihn bald,
Und nicht konnt` er erwachen,
bevor am dreizehnten Tag
Das Volk zur Kirche ging.
Es war das Olaf Åsteson,
Der einst so lange schlief,
Von ihm will ich dir singen.“

Aus: „Das Traumlied des Olaf Åsteson“ in der Übertragung von Rudolf Steiner

Das Traumlied des Olaf Åsteson schildert in gewaltigen Bildern die Traumerlebnisse eines jungen Mannes während der Heiligen Nächte. Es wird ein Weg beschrieben, der Olaf Åsteson bis in die Sphäre des Tierkreises, aber auch in die tiefsten Tiefen des Weltalls führt und an dessen Ende er dem Erzengel Michael an der Seite des Christus begegnet, der ihn in noch höhere Sphären zu führen vermag.

„Von ihm wird erzählt, dass er [...] in einer Art hellsichtiger Erfahrung [...] zunächst erfuhr, wie sich die menschlichen Taten weiter gestalten, wenn der Mensch durch die Todespforte gegangen ist. Er erfuhr aber auch, wie in das Walten und Weben der Seele nach der Entkörperung das eingreift,was wir die Christus-Wesenheit nennen, wie hineinfällt in die nordische Geistesordnung des Lebens nach dem Tode das Richteramt des Christus, der da an die Seite tritt des alten Weltenrichters, des Michael. Die Kamalokawelt wird dargestellt in der Schilderung von «Brooksvalin». Die Vorstellung liegt zu Grunde, dass die Seele nach dem Tode [...] zum Beispiel in Gebiete kommt, wo die Sternbilder des Stieres, der Himmelsschlange, des Hundes nahe sind, dass sie in die geistige Nähe des Mondes kommt.“

Rudolf Steiner über „Das Traumlied des Olaf Åsteson“

Die Vision des Kaisers - nach Selma Lagerlöf

„Es war zu der Zeit, da Augustus Kaiser in Rom war und Herodes König in Jerusalem. Da geschah es einmal, dass eine große und heilige Nacht sich auf die Erde herabsenkte. Es war die dunkelste Nacht, die man noch je gesehen hatte. Und das konnte nicht anders sein, denn vom Himmel kam kein Lichtstrahl und der Mond hielt sein Gesicht abgewendet. Und ebenso tief wie die Dunkelheit war auch das Schweigen und die Stille. Alles war versteinert und regungslos. (...)“
 

Auszug aus „Die Vision des Kaisers“ von Selma Lagerlöf

In jener besonderen Nacht wollten die Räte dem Kaiser einen Tempel errichten. Um herauszufinden, ob ihm die Götter wohlgefällig seien, beschloss er seinem Schutzgeist auf dem heiligen Berg ein Opfer darzubringen. Eben auf jenem Berg sahen sie still und leblos die alte Sibylle stehen. Der Kaiser machte sich daran sein Opfer darzubringen, was ihm jedoch nicht gelang. Zur selben Zeit überkam die alte Sibylle eine Vision von der Verkündigung der Engel an die Hirten auf dem Felde.

„In demselben Augenblick erwachte die ganze Natur, die Sterne strahlten und der Mond stand mit einem Male hoch am Himmel und erleuchtete die Welt. Und aus den Wolken schwangen sich zwei Tauben nieder und setzten sich dem Kaiser auf die Schultern.“

Auszug aus „Die Vision des Kaisers“ von Selma Lagerlöf
 

Dieses Wunder deutete der Kaiser als gutes Omen dafür, dass es den Tempel errichten dürfe. Die Huldigungen seiner Räte waren aber so laut, dass Sibylle sie hörte. Nun trat sie ehrfurchterregend auf den Kaiser zu und öffnete ihm für einen Moment seine Augen, sodass sich auch ihm das wahre Wunder, das sich in dieser Nacht zugetragen hatte, offenbarte.

Wovon die Menschen leben

Else-Klink-Ensemble

Wovon die Menschen Leben - eine Erzählung in eurythmischer Darstellung nach Leo Tolstoi

Einstudierung: Petre Smaranda

„Der Herr sprach zu mir [...] du wirst drei Worte begreifen müssen: Du wirst begreifen müssen, was in den Menschen ist. Du wirst begreifen müssen, was den Menschen nicht gegeben ist. Du wirst begreifen müssen, wovon die Menschen leben.“
Auszug aus: „Wovon die Menschen leben“ von Leo Tolstoi

Die Schusterleute Semjon und Matrjona, die so arm sind, dass sie sich nicht einmal den dringend benötigten Winterpelz kaufen können, nehmen einen Fremden auf, den Semjon am Wegesrand gefunden hat. Obwohl der Schuster anfangs an ihm vorübergehen wollte und seine Frau sich zuerst heftig sträubte ihm ein Abendessen zu geben, gewinnt dieser schnell ihr Herz und wird zum lieben Hausgenossen und geschickten Schustergesellen. Der Fremde ist ein Engel Gottes, der eines seiner Gebote nicht ausgeführt hatte und auf die Erde verbannt wurde um drei Worte Gottes zu begreifen.

Durch drei Begegnungen erfährt der vermeintliche Schustergeselle die von Gott geforderten Erkenntnisse und weiß nun, dass ihm verziehen ist.

Samstag, 28. Januar `17, 20:00 Uhr, Eurythmeum Stuttgart

17.-19.03. FORTBILDUNG - Das Wort in Bewegung - Freiheit und Gesetz - Das Ich im Zwischenraum - mit Annemarie Ehrlich

Das Wort in Bewegung – Freiheit und Gesetz – Das Ich im Zwischenraum

Ein Seminar mit Annemarie Ehrlich (Den Haag)  für alle interessierten Menschen , die sich bewegen wollen.

Vor dem Wort ist das Schweigen, danach erst kommt das Wort und ist das Wort noch in Bewegung? Oder ist es nur Information? Wie gehen wir heute mit der Wortkraft um? Ist sie überhaupt noch da? Sprechen wir aus dem Begriff oder aus den Lauten? Alles Fragen, die mich beschäftigen; ich hoffe wir können zusammen Anregungen
zu Antworten finden, in dieser so herausfordernden Zeit, im gemeinsamen Tun.

In Vorfreude auf diese Arbeit grüsse ich Sie alle herzlich!
Annemarie Ehrlich

17.03.-19.03.2017
Fr.: 19:00-21:00 Uhr
Sa.: 9:00-12:30 Uhr und 15:00-18:00 Uhr 
So.: 9:00-12:30 Uhr
Das Tagungsbüro ist am Freitag ab 18 Uhr geöffnet.
Kursgebühr: 100,- € | Studenten mit Ausweis 50,- €
Anmeldung: 0711 236 42 30 | info@eurythmeumstuttgart.de

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird eine rechtzeitige Anmeldung empfohlen.

Hinweise der Sponsoren dieses Newsletters:


Klassik für Kinder


Musik, Instrumente und Noten spielerisch entdecken.
Mit Lernspielen für Kinder von 2 - 8 Jahren
„Entdecke die Musik“ - für Smartphone und Tablet




Mehr lesen