Newsletter Juli 2017

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African Beat Night
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Objekt des Monats
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Summer Exhibitions 2017
African Beat Night
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Object of the Month

DEUTSCH

Sommerausstellungen

Sommerausstellungen

19.05.2017 - 17.09.2017

Die vier Sommerausstellungen sind nur noch bis einschließlich 17. September zu sehen: Die Gruppenaustellung Spaces, sowie Einzelausstellungen der Künstlerinnen Ndidi Dike, Talya Lubinsky und zur Journalistin Ruth Weiss.

 

Ndidi Dike

Constellations - Floating Space, Motion and Remembrance

Mit einer multimedialen Installation ist Ndidi Dike, eine der bedeutendsten zeitgenössischen Künstlerinnen Nigerias, Teil der Sommerausstellungen 2017.

Dikes erste Soloausstellung in Deutschland bietet eine kritische Auseinandersetzung mit Migrationspolitik, Konsumkultur und Globalisierung. Migration und den Augenblick des Transits betrachtet die Künstlerin aus einer anteilnehmenden Perspektive. Dabei spielen Themen wie Wiederansiedlung und Integration eine Rolle, aber auch die Möglichkeit von Verständnis, Toleranz oder gar Akzeptanz von für uns neuen kulturellen Praktiken.

Kuration: Lena Naumann

Kurationsassistenz: Felicia Nitsche

 

Die Macht der Worte

Ein audiovisuelles Porträt der Journalistin Ruth Weiss

Die Macht der Worte gibt Einblicke in das Schaffen der Autorin und Journalistin Ruth Weiss. Interviews mit bedeutenden Persönlichkeiten der Anti-Apartheid-Bewegung im südlichen Afrika sind in der Ausstellung zu hören und machen Zeitgeschehen unmittelbar erfahrbar. Die Besucher sind eingeladen, in die Gedanken und Geschichten von Miriam Makeba, Oliver Tambo, Kenneth Kaunda, Libertine Amathila und Nadine Gordimer einzutauchen. Die historischen Tonaufnahmen sind zusätzlich durch Fotos und Texte aus dem Archiv Ruth Weiss‘ visualisiert. Sie unterstreichen Beweggründe und Erlebnisse der Ikonen der 1960er bis 1980er Jahre im südlichen Afrika, die ihren Kampf gegen das vorherrschende Regime maßgeblich mit Worten führten.

Kuration: Alexandra Kuhnke 

 

Floating Bodies 

Talya Lubinsky 

“I remember the Rhine coming down in flood and all the old city was substantially underwater. There was a monastery connected to one of the churches lying in the old city. A somewhat bizarre memory of those days… in the flood area the corpses of the monks which they had kept in concrete enclaves started floating out of the monastery along the streets… but these are early memories“ 

Gunter Samson, 1998

Diese Zeilen stammen von Talya Lubinskys Großvater Gunter Samson, der von seiner Kindheit in Duisburg vor seiner Flucht aus Nazi-Deutschland 1936 spricht. Floating Bodies spiegelt das Nachdenken über diese Geschichte und nimmt seinen Anfang in der Flut – einer Naturgewalt, die es vermag, längst vergrabene Körper ans Licht zu bringen. In der Installation stehen Sandsäcke als Metapher des menschlichen Drangs, Mauern und Barrieren als Schutz vor Überschwemmung zu bauen. Überträgt man dies auf den Kontext der deutsch-jüdischen Immigrationsgeschichte nach Südafrika in den 1930er Jahren, positioniert sich die Ausstellung als vereinendes Moment zweier oft getrennter Narrative.

Kuration: Talya Lubinsky

Kurationsassistenz: Christina Heydenreich

 

Spaces – Perception.
Reflection. Intervention.

Die Ausstellung Spaces – Perception. Refection. Intervention verbindet künstlerische Perspektiven auf physische, imaginierte und virtuelle Räume. Die permanente Verhandlung von öffentlichem, urbanem (Frei)Raum im Hinblick auf Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft spielt dabei eine wichtige Rolle.

Mit einem Fokus auf Werken der jungen, zeitgenössischen Kunstszene in Ägypten wird eine kritische Wahrnehmung von Räumen mit unterschiedlichen Medien –  Zeichnung, Fotografe, Video und Installation – ermöglicht. Die Künstler_innen Ammar Abo Bakr, Engy Aly, Medhat Amin, Andeel, Amr El Alamy, Ganzeer, Yara Mekawei, Monti, Ahmad Nady, Islam Shabana und Shennawy widmen sich in ihren Arbeiten der teils fgurativen, humoristischen, teils abstrakten und konzeptuell geprägten Auseinandersetzung mit und der Dekonstruktion von Räumen und schaffen so auch Zukunftsvisionen. 

Zusätzlich zur Ausstellung waren im Juni 2017 die Künstler_innen Yara Mekawei, Ahmad Nady, Islam Shabana und Ganzeer eingeladen, dieses prozessorientierte Projekt im Iwalewahaus durch Residenzen zu bereichern und fortzuschreiben. Ihre Arbeiten sind jetzt auch im Iwalewahaus zu sehen.

Konzept und Kuration: Heidrun Mezger, Fabian Heerbart, Siegrun Salmanian

Kurationsassistenz: Aino Moongo

 


Preis

5 Euro / ermäßigt 3 Euro (für alle vier Ausstellungen)

Öffentliche Führungen im September

Sa.  09.09.2017 18.00 Uhr - Art & Drinks und Führung durch die Ausstellung

Weitere Führungen sind auf Anfrage sowohl auf englischer, deutscher als auch arabischer Sprache möglich.

Kontakt: Felicia Nitsche (f.nitsche@yahoo.de)

Führung inkl. Eintritt 7,- Euro

 

African Beat Night

African Beat Night

Mit den Iwalewa Allstars

Fr. 08.09.2017 21.00 Uhr

Ort: Lounge

Preis: 3 Euro

Im September gibt es wieder die Gelegenheit, den Alltag hinter sich zu lassen und mit Tanzmusik, die in afrikanischen Bars und Clubs gespielt wird, zu feiern. Klassiker treffen hier auf neueste Releases des afrikanischen Musikmarktes: Highlife, Afrobeat, Reggae, Rap, Bongo Flava, Afrohouse, Elektronika, Afro Bass, Baqanga, Afro Funk, Jazz, Fusion und vieles mehr ....

Art & Drinks

Art & Drinks

Sa. 09.09.2017, 18.00 Uhr 

Foyer, Iwalewahaus

Eintritt Frei

Sprache: Deutsch, Englisch

Genießen Sie bei einem Getränk Ihren Feierabend, und lassen Sie sich von den Kuratorinnen durch die Sommerausstellungen führen. 

 

Safe the Date!

Safe the Date!

Winterausstellungen

Die Vernissage der Winterausstellungen findet am Freitag, den 10.11.2017 statt. Unter anderem wird es eine Ausstellung der Objekte des Monats geben, die bisher monatlich im Foyer des Iwalewahaus zu sehen waren. Mehr Informationen zu den Ausstellungen finden Sie im nächsten Newsletter oder ab Oktober in unserem neuen Programmheft und auf der Webseite. 

Objekt des Monats

Objekt des Monats

#34

Devil‘s Dog von Twins Seven-Seven 1966.  Tusche,  Gouache und Firnis auf Papier

Bedrohlich und bildfüllend steht ein hundeähnliches, zweiköpfiges Fabelwesen mit einem langen Schwanz vor einer dicht bebauten Ortschaft. Die Augenpaare der menschenähnlichen Gesichter scheinen einander anzusehen, beide Münder sind geöffnet und zeigen zum Teil die Zähne des Tieres. Auffällige Strukturen und Muster füllen den Körper des Tieres: Zacken, Quadrate, Kreise und Halbkreise bestimmen einzelne Flächen, sowohl innerhalb des Körpers als auch im Hintergrund. Den hinteren Rumpfbereich ziert ein Schachbrettmuster in schwarz-weiß, auf dem ein weiteres, rotfunkelndes Augenpaar zu erkennen ist. Gezackte Formen umgeben den Körper des Tieres, die in unterschiedlichen Größen spitz zulaufen und an echsenartige Reptilien oder Drachenwesen erinnern.


Das ist der König. (…) Auf seinem Rücken ist wieder eine Katze. Im Hintergrund sieht man die Stadt des Königs. Es meint wirklich, dass manche Könige wie Hunde oder Katzen sind; sie haben diese magische Kraft, welche sie im negativen oder positiven Sinne nutzen können. Es hängt davon ab, was für ein Herz sie haben.1 (Twins Seven-Seven )


Twins Seven-Seven startete seine internationale Karriere im Nigeria der 1960er Jahre, wo er 1964 Bekanntschaft mit Ulli und Georgina Beier im Mbari Mbayo Club in Oshogbo machte. Im selben Jahr nahm Twins Seven-Seven an einem von Georgina Beier geleiteten Workshop teil. Beeinflusst von den Romanen des nigerianischen Literaten Amos Tutuola und seinen Erzählungen von sagenhaften Kreaturen und magischen Welten der Yoruba-Mythologie, fertigte Twins seine ersten Werke an, unter anderem eine Serie von vier Devil’s Dogs, von denen zwei bis heute Bestandteil der Sammlung Iwalewahaus sind. Der Devils’s Dog kann als Paradebeispiel seines künstlerischen Oeuvres, seines Stils und formaler Sprache  bezeichnet werden. Während Gesetzmäßigkeiten in Bezug auf Proportionen und Perspektive eine untergeordnete Rolle für ihn spielten, zeichnet sich seine unverkennbare Technik besonders durch seine lebhafte Bildsprache  aus. Twins Seven-Seven (1944 - 2011) gilt als einer der einflussreichsten Vertreter der Oshogbo-Schule.


Lena Naumann

Universität Bayreuth,

Iwalewahaus August 2017


Literatur 1 Beier, Ulli (Hg.). 1999. A dreaming life : an Autobiography of Twins Seven-Seven. Bayreuth African Studies 52: Bayreuth

 

 

ENGLISH


 

Summer Exhibitions 2017

Summer Exhibitions 2017

20.05.2017 - 17.09.2017

The four summer exhibitions are still on view until the 17th of September 2017.

Ndidi Dike: Constellations - Floating Space, Motion and Remembrance

Ndidi Dike, one of the most important contemporary artists of Nigeria, is presenting a multimedia installation in the summer exhibitions 2017. Dikes' first solo exhibition in Germany reflects a critical examination of migration policy, consumer culture and globalization. The artist considers migration and the moment of transit. Themes such as resettlement and integration are taken up, but also the possibility of understanding, tolerance or even acceptance of cultural practices that are unknown to us. 

Curator: Lena Naumann

Curatorial assistance: Felicia Nitsche

The power of words

An audiovisual portrait of the journalist Ruth Weiss

The power of words gives an insight into the work of the author and journalist Ruth Weiss. Interviews with prominent figures of the anti-apartheid movement in southern Africa can be heard in the exhibition and make the events experienceable immediately. Visitors are invited to immerse themselves in the thoughts and stories of Miriam Makeba, Oliver Tambo, Kenneth Kaunda, Libertine Amathila and Nadine Gordimer. In addition to historical sound recordings, photos and texts from the Ruth Weiss archive are visualized. They underline the motivations and experiences of icons of the 1960s to 1980s in southern Africa, which decisively led to their struggle against the prevailing regime.

Curator: Alexandra Kuhnke

Talya Lubinsky: Floating Bodies

“I remember the Rhine coming down in flood and all the old city was substantially underwater. There was a monastery connected to one of the churches lying in the old city. A somewhat bizarre memory of those days… in the flood area the corpses of the monks which they had kept in concrete enclaves started floating out of the monastery along the streets… but these are early memories“ 
Gunter Samson, 1998

This quotation from Talya Lubinsky's grandfather, Gunter Samson, speaks about his childhood in Duisburg before his emigration from Nazi Germany in 1936. Floating Bodies mirrors the reflection on this story and takes its beginning in the flood - a natural force that is able to bring buried bodies to light. In the installation, sandbags are a metaphor of the human urge to build walls and barriers as a protection against flooding. If this is transferred to the context of German-Jewish immigration history in South Africa in the 1930s, Floating Bodies positions itself as the unifying element of two often separately told narratives.

Curatorial assistance: Christina Heydenreich

Spaces – Perception. Reflection. Intervention.

The exhibition Spaces - Perception. Reflection. Intervention connects artistic perspectives to physical, imagined, and virtual spaces. The permanent negotiation of public, urban (free) space with regard to history, culture, politics and the economy plays an important role.

With a focus on works of the young, contemporary art scene in Egypt, a critical perception of rooms with different media - drawing, photography, video and installation - was made possible. The artists Ammar Abo Bakr, Engy Aly, Medhat Amin, Andeel, Amr El Alamy, Ganzeer, Yara Mekawei, Monti, Ahmad Nady, Islam Shabana and Shennawy devote themselves in their work to the partly figurative, humorous, partly abstract and conceptual impact, and the deconstruction of rooms.

Concept and curating: Fabian Heerbaart, Heidrun Mezger, Siegrun Salmanian

Curatorial Assistance: Aino Moongo


Entry Fee:
5 Euro / reduced 3 Euro (for all four exhibitions)

 

Tours in July

Saturday  09.09.2017, 18h - Art & Drinks (incl. tour through the exhibition)


Further guided tours for groups and in different languages are possible on request.

Contact: Felicia Nitsche (f.nitsche@yahoo.de)

Guided tour incl. Admission 7, - Euro

African Beat Night

African Beat Night

Featuring Iwalewa Allstars

Fri, 08.09.2017, 21h

Lounge, Iwalewahaus

Entry fee: 3 Euro

In september, we will offer you the opportunity to leave everyday life behind and to celebrate with dance music, which is played in African bars and clubs. Classics are coming up against releases of the African music market. Highlife, Afrobeat, Reggae, Rap, Bongo Flava, Afrohouse, Elektronika, Afro Bass, Baqanga, Afro Funk, Jazz, Fusion and much more invites to be celebrated.

Art & Drinks

Art & Drinks

Sat, 09.09.2017, 18h

Foyer, Iwalewahaus

Free Entry 

Language: German, English

Enjoy your after work drink while the curators will guide you through the summer exhibitions. 

 

 

Safe the Date!

Safe the Date!

Winter exhibitions

The opening of the Winter exhibitions takes place on Friday, 10th of November 2017. Among others, we will show an exhibition with the Objects of the Month that you can find every month in the Foyer of Iwalewahaus. More information on the exhibitions will be published in our next Newsletter or from October also in our program folder and on our website. 

Object of the Month

Object of the Month

#34

Devil‘s Dog  by Twins Seven-Seven 1966.  Ink, gouache and varnish on paper.

A threatening, doglike, two-faced fable with a long tail is standing in front of a densely built village. The pairs of eyes of the human-like faces seem to look at each other, both mouths are opened and show parts of their teeth. Striking structures and patterns fill the body of the animal: peaks, squares, circles and semicircles determine individual surfaces, both within the body and in the background. The back of his fuselage is adorned with a checkerboard pattern in black and white on which another, red-sparkling pair of eyes can be seen. Jagged forms surround the body of the animal, tapering in different sizes and reminding of reptiles or dragons.


This is the king. (...) On his back is again a cat. In the background you can see the city of the king. It really means that some kings are like dogs or cats; They have this magic power, which they can use in negative or positive sense. It depends on what kind of heart they have.1 (Twins Seven-Seven)


Twins Seven-Seven started his international career in Nigeria in the 1960s, where he became a friend of Ulli and Georgina Beier at the Mbari Mbayo Club in Oshogbo in 1964. In the same year Twins Seven-Seven took part in a workshop led by Georgina Beier. Influenced by the novels of the Nigerian writer Amos Tutuola and his tales of legendary creatures and magical worlds of Yoruba mythology, Twins produced his first works, including a series of four Devil's Dogs, two of which are still part of the Iwalewahaus Collection. The Devils's Dog can be seen as a parade example of his artistic oeuvre, his style and formal language. While the principles of proportions and perspective played a subordinate role for him, his unmistakable technique is characterized by his vivid pictorial language. Twins Seven-Seven (1944 - 2011) is considered one of the most influential representatives of the Oshogbo school.

 

Lena Naumann

Universität Bayreuth,

Iwalewahaus August 2017

Literature1 Beier, Ulli (Hg.). 1999. A dreaming life : an Autobiography of Twins Seven-Seven. Bayreuth African Studies 52: Bayreuth.

 

Iwalewahaus
Universität Bayreuth
Wölfelstrasse 2
95444 Bayreuth
Tel.: +49 921 554500
Email: iwalewa@uni-bayreuth.de

http://www.iwalewa.uni-bayreuth.de