Maja Bajevic "To Be Continued", 7.-18.2.2012, daadgalerie
Maja Bajević
To Be Continued
7.- 18. Februar 2012
Performances: jeweils 15-18h
daadgalerie
Zimmerstr. 90/ 91
10117 Berlin
Mo-Sa 11-18 Uhr
www.daadgalerie.de
www.berliner-kuenstlerprogramm.de
Eröffnung mit Performances:
Freitag, 10. Februar, 19 - 21 Uhr
To Be Continued ist ein ursprünglich für den Kristallpalast im Parque del Retiro in Madrid konzipiertes Projekt „in progress“, das nun in veränderter Form, als Performance und Installation, in der daadgalerie gezeigt wird. Im Zentrum steht ein von Maja Bajević aufwendig recherchiertes Archiv politischer bzw. in der Wirtschaft verwendeter Slogans der vergangenen 100 Jahre, die von der Künstlerin als Massenmedium und Leitmotive bestimmter Phasen der jüngeren Geschichte analysiert und kategorisiert wurden. Das Archiv der Slogans ist in der Galerie einsehbar und dient als Ausgangspunkt für eine Reihe von Performances, mittels derer die neueren und historischen Slogans aufgeführt und somit erneut in die Öffentlichkeit gebracht werden. Dazu verwendet die Künstlerin u.a. eine mit Dampf betriebene Skulptur und eine Soundinstallation. Zusätzlich liefern die historischen und zeitgenössischen Slogans das Material für zwei mehrtägige Performances. Zunächst werden von vier Performern Slogans in eine Staubschicht auf die Fensterfront der daadgalerie geschrieben und wieder abgewischt. Dafür wird die Fensterfront der Galerie in einem Sisyphus-haften Arbeitsprozess über Stunden permanent eingestaubt und gereinigt. (7.-11.2., 15-18h und Eröffnung, 10.2., 19-21h). Im Anschluss singt eine professionelle Opernsängerin Melodien, die speziell zu jedem Slogan komponiert wurden. Ausgangspunkt für die Kompositionsabfolge ist ein Sprachspiel, demzufolge das letzte Wort eines Slogans den Anfang des nächsten Slogans bildet (13.-18.2. und Eröffnung, 10.2., 19-21h).
In To Be Continued sowie in ihrer Arbeit generell behandelt Maja Bajević die Geschichte der jüngeren Vergangenheit als eine wandelbare Größe und einen Ort der Verhandlung, an dem Gegensätze und Widersprüche in Erscheinung treten. Wie in früheren Arbeiten setzt Bajević auch hier Performance als ein Medium ein, das sie einerseits mit Erwerbsarbeit, andererseits mit Sprache in einen Zusammenhang stellt. Durch das Nebeneinander der zahlreichen performativen und ephemeren Aufführungen der Slogans wird in dem an sich leeren Galerieraum mit spielerischen Verfahren eine andauernde Aktivität in Gang gehalten.
Maja Bajević (geb. 1967 in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina) lebt und arbeitet in Sarajevo, Paris und Berlin. Bajević hat an zahlreichen Ausstellungen in internationalen Institutionen teilgenommen. Jüngste Einzelausstellungen (Auswahl): „Continuara“, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid (2011); „Import Export“, Kunsthaus Graz (2009); „Stories“, Fondazioine Befilacqua La Masa, Venedig (2008). Jüngste Gruppenausstellungen (Auswahl): „re.act.feminism #2 – a performing archive“, Centro Cultural Montehermoso, Vitoria-Gasteiz (2011), (Akademie der Künste, Berlin in 2013); „Gender Check“, Zacheta National Gallery of Art, Warschau (2010); „Elles“, Centre Pompidou, Paris (2009). 2006 war Maja Bajević Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.