TAMIS 2018 - Konzerte, Oper und Barocktanz

Liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde,

auf geht es in die nächste Runde der Tage Alter Musik Im Saarland. Von Donnerstag bis Sonntag erwarten Sie fünf Veranstaltungen, darunter zweimal die Oper Croesus (21. und 22. April, zum letzten Mal!), Barocktanz (22. April), ein Konzert in der Schinkelkirche (20. April) und zum ersten Mal eines in der evangelischen Kirche in Sulzbach (19. April).

 

Donnerstag, 19. April, 19.30 Uhr, Evangelische Kirche Sulzbach, Auf der Schmelz 20b, 66280 Sulzbach/Saar
CUCKOO — ¡CUCÚ!
Lieder und Consortmusik aus England und Spanien

Claudia Kemmerer, Mezzosopran; Andrea Baur, Laute und Barockgitarre;
Les Violes: Anne Clément, Hélène Galan, Claudia Limperg, Heidrun Mertes, Michel Igisch, Diskant-, Alt- und Bassgamben

Eintritt frei (Kollekte)

Die Rufe eines englischen und eines spanischen Kuckucks, die uns in zwei Liedern entgegenschallen,
haben symbolische Bedeutung für dieses Programm mit englischer und spanischer Musik des 16. und 17. Jhs. für Gesang, Gambenconsort und Laute.

Wie der Kuckuck, der eine lange Flugroute von seinem afrikanischen Winterquartier nach Europa zu bewältigen hat, so haben auch Laute und Gambe weite Wege vom Orient über Spanien und Italien nach England zurückgelegt. Während die Laute arabischen Ursprungs ist, hat die Gambe sowohl orientalische als auch okzidentale Vorbilder. Aus ihnen entwickelt sich im spanisch-maurischen Raum die unserer heutigen Altgambe bereits recht ähnliche Vihuela de arco. Sie gelangt nach 1492, nicht zuletzt durch vertriebene spanisch-jüdische Instrumentalisten, nach Italien, wo sie als Viola da gamba in verschiedenen Größen und Stimmlagen gebaut und im Consort gespielt wird. Aus Italien eingewanderte Gambisten bringen die Gambe nach England. Dort wird sie zum bestimmenden Element höfischer Instrumentalmusik in der Elisabethanischen Ära.

Das Konzertprogramm versucht, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen spanischen und englischen Musikformen jener Zeit aufzuzeigen: zwischen Tientos und Fantasies, zwischen Diferencias und Divisions, zwischen Villancicos oder Romances und Consortsongs, kurzum: zwischen ¡CUCÚ! und CUCKOO.


Fr, 20. April, 20 Uhr, Schinkelkirche Bischmisheim
Rivalen und Verbündete - Musik aus der Zeit
der englisch-spanischen Kriege

Barockmusik aus dem 17. und frühen 18. Jahrhundert

Camire (Saarbrücken/Heidelberg): Carolyn Soo, Violine; Miriam Grapp, Blockflöte; Eri Takeguchi, Cembalo u. Orgel; Heidrun Mertes, Viola da gamba und Violoncello

Eintritt frei (Kollekte)

Das 17. und frühe 18. Jahrhundert waren geprägt durch heftige Auseinander-setzungen zwischen England und Spanien. Bei diesen Kriegen ging es hauptsächlich um Macht und um Religion: das katholische Spanien gegen das protestantische England. Doch es blieb nicht lange bei der Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Ländern. Sowohl England als auch Spanien suchten sich zahlreiche Verbündete und so weitete sich dieser Konflikt im 17. Jahrhundert zu einer gesamteuropäischen Krise aus.
Das Ensemble CAMIRE möchte mit seinem Konzert einen Einblick in die Musik und in das Lebensgefühl dieser Zeit vermitteln. Präsentiert werden Werke von u. a. Georg Friedrich Händel, Henry Purcell, Juan Cabanilles, Andrea Falconieri, Bartolomeo da Selma y Salaverde.


Samstag, 21. 4. 2018, 19.30 Uhr und zum letzten Mal Sonntag, 22. April, 18 Uhr| Alte Feuerwache
Junge Stimmen
Croesus

Oper von Reinhard Keiser

Libretto von Lucas von Bostel
 

SängerInnen und Barockorchester der Hochschule für Musik Saar
Musikalische Leitung: Lutz Gillmann
Inszenierung und Ausstattung: Barbara Schöne


Eine Kooperation der Hochschule für Musik Saar mit dem Saarländischen Staatstheater und der Akademie für Alte Musik im Saarland e. V.
 

Einführung im Foyer jeweils eine halbe Stunde vor Beginn

Eintritt 12 €, Karten nur über die Theaterkasse

 

Bin ich Krösus?“: nur aus sprichwörtlichen Redewendungen mag uns der Lydierkönig noch ein Begriff sein als Synonym für unermesslichen Reichtum. Dass dieser Herrscher aber auch für die Unwägbarkeit des Schicksals, die Vergänglichkeit des Glückes stand, ist heute wohl nur noch selten bekannt. So bringt Reichtum nicht nur Glück und Wohlsein mit sich – ist doch der Neid untrennbar mit ihm verbunden und wird auch Krösus letztlich zum Verhängnis. Doch in Reinhard Keisers Oper sind die Dinge bei weitem nicht so, wie sie zu sein scheinen. So komponierte er nicht nur ein buntes, heiteres und dramatisches „Kriegsepos“, sondern verband das Ganze mit den kleinen, aber durchaus sehr feinen Irrungen und Wirrungen junger Liebender. Mit der Inszenierung von Barbara Schöne betreten die Studierenden der Hochschule für Musik Saar teilweise zum ersten Mal die Bretter, die die Welt bedeuten und erobern nicht nur ihre, sondern auch sicherlich unsere Herzen im Sturm. Eine wahre Entdeckung der Barockmusik, die Einzug hält in die Alte Feuerwache. Nicht verpassen!


Sonntag, 22. April 2018, 11 Uhr | Konzertsaal der Hochschule für Musik Saar
Les folies de Don Quichote
Danzas españolas de los siglos XVI y XVII

Spanische Tänze des 16. bis 18. Jahrhunderts und Originalchoreographien im spanischen Stil
mit Musik von A. Cabezón, B. Pasquini, G.Sanz, G.F. Telemann, M. Prätorius, A. Campra und J.B. Lully u.a.


Eintritt 15 / ermäßigt 10 €

Skomrah Corona:
Guillaume Jablonka (Paris) und Thomas Klein, Barocktanz; Christiane Mandernach, Barocktanz und Cembalo; Carolyn Soo, Barockgeige; Anne Clement, Blockflöte und Viola da Gamba; Christina Ewald, Blockflöte; Heidrun Mertes, Viola da gamba; Albane Imbs, Barockgitarre und Theorbe

Die abenteuerlichen Erlebnisse der Romanfigur Don Quichote werden tänzerisch in Szene gesetzt mit typischen spanischen Tänzen wie Folia, Chacona, Canario und Sarabande. Die Verrücktheit Don Quichotes besteht darin, mit einem veralteten Ritterideal und Ehrenkodex in die Welt hinaus zu ziehen und dafür nur Prügel zu ernten. Damit ist er sehr aktuell, denn in der heutigen Zeit werden hohe moralische Werte auch eher belächelt. Und so wird die Folia – eben jene Verrücktheit – zum musikalischen und inhaltlichen roten Faden dieses Tanzstückes. Die Bilder pulsieren in spanischer Rhythmik, stampfenden Absätzen und Kastagnetten.

Karten auch im SR-Shop im Musikhaus Knopp, Tel 0681-910 10 13, Ticket-Hotline 0681-988 08 80, sr-shop@musikhaus-knopp.de

 

 

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!

 

Ihre Akademie für Alte Musik