
Ensemblia 2009: Preisverleihung Kompositionswettbewerb
Der Wettbewerb wurde von der Marketing Gesellschafts Mönchengladbach im Auftrag der Stadt und mit Unterstützung der Stadtsparkasse Mönchengladbach im Vorfeld zu dem spartenübergreifenden Kulturfestival durchgeführt. In der Jurysitzung am 26. Januar hatte die mit Thomas Bruttger (Komponist, Künstlerischer Berater Hombroich), Graham Jackson (Generalmusikdirektor Mönchengladbach), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk), Rostislav Kojevnikov (Asasello Quartett) und Dr. Charlotte Seither (Komponistin, Hochschule für Künste Bremen) besetzte Jury die Finalisten ausgewählt: den Deutschen Tim Kienecker mit „STRICHVIER mal 5“, den Japaner Hikari Kiyama mit „Raga φ“, den Spanier Sixto Manuel Herrero Rodes mit „Quera“ und den Italiener Luca Vago mit „Žaliakis Karštas Sniegas“. Eine fünfte Komposition, „Furcht Blitz Vier“ des Griechen Nicolas Tzortzis, konnte bei der endgültigen Wertung nicht mehr berücksichtigt werden, nachdem kurzfristig bekannt geworden war, dass dieses Werk bereits bei einem Kompositionswettbewerb in Italien prämiert wurde.Im Rahmen der Ensemblia wurden die vier Finalistenwerke mit großem Erfolg vor ausverkauften Reihen im Theater Mönchengladbach vom Asasello Quartett uraufgeführt, dessen aus Russland, Polen und der Schweiz stammende Mitglieder sich insbesondere durch den selbstverständlichen Umgang mit der Musik der Gegenwart einen Namen gemacht haben. „Eine rundum perfekte Aufführung, deren Programm eine sehr interessante Bereicherung für die Ensemblia darstellte“, lobte der Geschäftsführer der Marketing Gesellschaft Mönchengladbach. Peter Schlipköter.
Im Anschluss an das von Patrick E. Hahn moderierte Finalistenkonzert fand die endgültige Prämierung der Preisträger durch die Jury statt. Der erste Preis, dotiert mit 3.500 Euro, ging an Sixto Manuel Herrero Rodes. Seine Komposition „Quera“ ist nach einem alten, vergessenen Wort für einen Holzwurm benannt, „der im Innern einer Wand oder eines Schrankes sein Wesen treibt“. Quasi mit dem Ohr an der Wand vernimmt der Hörer spanische Tanzklänge „im Innern der Komposition“. Den zweiten Preis in Höhe von 2.500 Euro erhielt Hikari Kiyama. Seine Komposition „Raga φ“, ein elektronisch verstärkter Mix aus japanischer Tradition, Death Metal, Rock und Feedback-Geräuschen, in dem „Tonschönheit Nebensache ist“, erinnert an den Gott Raga: einen, so Hahn, „kriegerischen Gesellen, der alle schlechten Eigenschaften seines Vaters Odin verkörpert“. Der dritte Preis in Höhe von 1.500 Euro ging an Tim Kienecker. Der Titel seiner Komposition „STRICHVIER mal 5“ ist zugleich eine Erläuterung des Werks, in dem vier Streicher in einen Dialog mit der Elektronik, einen fünften Mann am Mischpult, treten. Mit dem vom Verein der Freunde und Förderer der Musik in Mönchengladbach e.V. ausgelobten Publikumspreis in Höhe von 1.000 Euro und dem „Ohr für Musik" wurde Hikari Kiyama. ausgezeichnet.
Das Finalistenkonzert wurde vom Deutschlandfunk mitgeschnitten und ist am 30. August um 21.05 Uhr in der Sendung „Konzertdokument der Woche“ zu hören.
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