
Hörbuch: Die Psychologie der Erbtante
„Ich denke mit der Herausgabe dieses Buches einem tiefempfundenen Bedürfnis unserer Zeit Rechnung zu tragen, endlich Licht zu werfen auf das Mysterium des Erbtanten-Erdenwallens; ich denke all denen, die immer von neuem auf das Erblassen dieser oder jener Tante hoffen und sich immer von neuem über das Fehlschlagen ihrer Hoffnungen wundern, ein für alle Male den Star gestochen und nachgewiesen zu haben, wie töricht und unbedacht jener junge Mann handelte, der einst in einem Lokalblatte annoncierte: drei gewöhnliche Tanten gegen eine Erbtante einzutauschen.“Erich Mühsam
Weder die Problematik noch der Begriff des Erbschleichens ist gesetzlich definiert, noch gesellschaftlich klar eingeteilt. Zu diesem Thema gibt es keinen umfangreichen Katalog an gesetzlichen Vorschriften, noch eine Fülle von Literatur oder Beiträgen, die Betroffenen eine dringend erforderliche Hilfestellung geben könnten. Einzig Erich Mühsams scharfsinnige Satire aus dem Jahr 1905 bildet da eine Ausnahme, denn der Autor hat hier an 25 konkreten Fallbeispielen brillant demonstriert, wie und auf welche Art und Weise Erbgeschlichen wird, allerdings, wie es die Geschichten ja auch beweisen sollen, stets mit negativem Ausgang für die Erbschleichenden. Über die Gründe der gegenwärtigen Zunahme von Erbschleicherei darf man natürlich gern spekulieren, aber auch hier zeigt uns dieser Umstand, das Erich Mühsams Erbtanten-Psychologie bis heute nichts an ihrer Aktualität eingebüßt haben dürfte.
Gerd Wameling liest diese überaus unterhaltsamen Kurzgeschichten mit großer Akkuratesse, musikalisch eingefasst von Sergej Prokofjews »visions fugitives«, einer Folge von kurzen Klavierstücken, eigens für dieses Hörbuch interpretiert von Johannes Roloff.
ISBN: 978-3-9811778-8-6
unverbindliche Preisempfehlung: 19,90 Euro
2 Audio CD / Stereo / Laufzeit: ca. 143:04 Minuten
20-seitiges Booklet mit vielen Abbildungen
Produktion: hoerbuchedition words & music
hoerbuchedition words & music
PRESSESTIMMEN/KRITIKEN:
Die Welt / 10. Januar 2009:
"...Eine Tanthologie aus 25 Einzeldarstellungen nannte der Anarchist und Bürgersohn Mühsam 1905 seine Erbschleicherapologie. Fein geordnet hat er die Tanten von A wie Amalie bis Z wie Zerlinde. Geschichten von vorwitzigen Neffen, Enkeln und Geschwistern, denen die jeweilige Erbtante eine Neese dreht. Indem sie tatsächlich dazu beiträgt, die Unsterblichkeitsfrage positiv zu beantworten oder sich einen Scherz im Testament macht, den keiner witzig findet. Gerd Wameling liest dieses brandaktuelle Buch gut gelaunt und extrem gewitzt. Johannes Roloff spielt sich dazu mindestens so gewitzt durch Prokofjews >Visions fugitives<."
Hörprobe
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