
Die Postkarten des Alexander May
Die Postkarten des Alexander MaySonderausstellung 5. Oktober bis 12. Dezember 2010
Perlicco! Perlacco!
Alexander May (*8. Juli 1927 in Görlitz / †2. Mai 2008 in Hannover): Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur und Produzent.
Alexander May wird 1946 an der Düsseldorfer Schauspielschule zwei Jahre lang unter Gustaf Gründgens ausgebildet. Sein erstes Engagement erhält er am Stadttheater Gießen. 1949 kommt er als Regisseur an das Schauspielhaus Bochum. Bei den Münchner Kammerspielen ist er ab 1959 als Dramaturg tätig. Gleichzeitig ist er Dozent für Filmdramaturgie beim DIFF (Deutsches Institut für Film und Fernsehen). Von 1978 bis 1988 leitet er als Geschäftsführer und Intendant das Niedersächsische Staatsschauspiel in Hannover. Im Fernsehen sieht man ihn in vielen Spielfilmen und Serien. Seine bekanntesten Rollen sind die des „Dr. Walter Leibrecht“ in der ZDF-Arztserie „Freunde fürs Leben“ und des Opa Hermann in der Serie „Aus heiterem Himmel“. Sein Sohn Jerzy May ist Moderator beim Bayerischen Rundfunk in München. Er ist mit der Schauspielerin Marga Klappert verheiratet, die bereits 1995 stirbt.
Was vielleicht nur wenige wissen, Alexander May hatte neben der Schauspielerei noch eine andere große Leidenschaft: Er ist ein besessener Postkartenschreiber und –bemaler!
Die in der Ausstellung erstmals öffentlich gezeigten Postkarten von Alexander May stammen aus der Sammlung von Dr. Beate Appelt. In den ersten zehn Jahren ihrer Tätigkeit für Alexander May (1992-2002) schickt er ihr allein 2.165 Postkarten von zu Hause, von den unterschiedlichsten Drehorten und Theaterproben. Das ist mindestens eine Postkarte alle zwei Tage. Und sie war nicht die einzige Person, der er schreibt!
Alexander May hat auf seinen Reisen extra von den Druckereien für ihn angefertigte Bristol-Karton-Karten dabei. Meist im normalen Postkartenformat, später auch in DIN-lang. Diese blanko Kartons gestaltet er dann auf der Rückseite sehr farbenfroh und ideenreich. Auch die Vorderseiten sind mit schönen Briefmarken und farbiger Schrift aufwendig gestaltet. Zahlreiche Karten hat er außerdem parfümiert, was heute noch zu bemerken ist.
Alexanders Mays Postkarten lassen sich in drei Typen einteilen: Es gibt blanko Postkarten, die er komplett mit Formen und Schrift überzieht. Jede dieser Karten ist liebevoll und prächtig ausgemalt, meist mit Filzstiften. Dann gibt es Übermalungen von gängigen Postkartenmotiven, seien es Stadtansichten oder Naturaufnahmen. Hierfür findet er eine ganz eigene, ironische Handschrift der Verfremdung. Und: er hat Fotos von sich selber übermalt.
Jede dieser so zahlreichen Postkarten strahlt eine ungeheure Kraft aus. Eine Kraft in der gestalterischen Aussage und dem eigentlichen Inhalt. Es ist erstaunlich, wie es Alexander May in diesen vielen Jahren, in dieser Menge und in dieser Lebendigkeit schafft, in einem ganz eigenen Stil, die Postkarte immer wieder neu zu erfinden.
Die Ausstellung ermöglicht zum ersten Mal einen faszinierenden Blick auf eine der Öffentlichkeit ganz unbekannte Seite des Schauspielers.
Und noch etwas fällt beim Betrachten auf: Wie gerne hätte man selber einmal eine dieser wunderbaren Postkarten-Grüße erhalten.
Kontakt
Prinzenstr. 9
30159 Hannover
carsten.niemann@staatstheater-hannover.dehttp://www.theatermuseum-hannover.de
Telefon: (0511) 99 99 20 40
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